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Sport-Welt Beachvolleyball-Asse kommen zum Gastspiel nach Hannover
Sport Sport-Welt Beachvolleyball-Asse kommen zum Gastspiel nach Hannover
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18:21 06.12.2012
Von Sarah Dettmer
Auf Sand gebaut: Die Beachvolleyballer Kay Matysik (links) und Jonathan Erdmann vor der Anlage in der Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Fast hätte man die deutschen Meister im Beachvolleyball nicht wiedererkannt. Ihre sportlichen Trikots haben die Berliner Kay Matysik und Jonathan Erdmann gegen Bundeswehruniformen in grünbraunen Tarnfarben eingetauscht - allerdings nur für acht Wochen. In diesem Zeitraum absolvieren die Sportsoldaten im Rahmen der Spitzensportlerförderung der Bundeswehr einen militärischen Lehrgang in der Kaserne an der Kugelfangtrift. Trainieren dürfen sie nebenbei aber weiterhin.

Bevor sich Matysik und Erdmann allerdings in der Sporthalle der Kaserne ihrer Leidenschaft widmen können, stehen zunächst Wehrrecht, Ausbildertraining und Waffenausbildung auf dem Lehrplan. „Wir müssen einige Prüfungen bestehen, für die es auch Noten gibt. Da müssen wir schon ziemlich viel lernen“, sagt „Joni“ Erdmann. Ein typischer Tagesablauf beinhalte Unterricht und anschließendes Training. Danach gehe es zum Pauken zurück an den Schreibtisch. Sechs Wochen haben die beiden auf diese Weise schon über die Runden gebracht.

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In bleibender Erinnerung dürfte dem Sportler-Duo vor allem ihre Biwak-Woche, ein Feldlager unter freiem Himmel, bleiben. „Das war wirklich extrem anstrengend“, gesteht der 32-jährige Matysik. Als trainierte Sportler könnten sie körperliche Belastung zwar gut vertragen, aber den ganzen Tag mit kiloschwerem Gepäck unterwegs zu sein, sei schon kräftezehrend. Doch die Sache hatte auch etwas Gutes: „Wir konnten uns mal so richtig im Dreck suhlen“, sagen die beiden lachend. Außerdem sei die Teamarbeit mit den anderen Sportlern hervorragend gewesen.

Eigentlich hatte sich das Beachvolleyballduo vorab gewünscht, öfter in eine 120 Kilometer entfernte Beachvolleyball-Halle fahren zu können. Der Platz und die Halle der Bundeswehr seien zwar gut, dennoch hätten sie in den vergangenen Wochen gern effektiver trainiert, meint Erdmann. Zu schaffen macht ihnen zudem der Schlafmangel. Nur drei bis sieben Stunden seien drin - zu wenig, um fit genug für das tägliche Training zu sein. „Am Wochenende sehen wir immer zu, dass wir so schnell wie möglich nach Hause kommen, um dort zu trainieren“, sagt der 24-jährige Erdmann.

In einer guten Woche haben es die zwei aber geschafft. Dann geht es zurück nach Berlin, wo sie möglichst schnell zu ihrer alten Form zurückfinden wollen. „Normalerweise trainieren wir nicht über die Feiertage. Das wollen wir diesmal aber machen“, sagt Matysik. Man wolle sich keine Ruhe gönnen, sondern gleich loslegen.

Schließlich gilt es im nächsten Jahr einen Titel zu verteidigen. Außerdem stehen neben der deutschen Meisterschaft auch die Europa- und die Weltmeisterschaft auf dem Programm. Erdmann und Matysik geben sich kämpferisch: „Wir wollen überall eine Medaille holen.“ Und auch für die Zukunft soll der Sport im Vordergrund stehen. „So lange es voran geht und man vorne mithalten kann, gibt es keinen Grund aufzuhören“, fasst Erdmann zusammen.