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Sport-Welt Armstrong übte Druck auf Politiker aus
Sport Sport-Welt Armstrong übte Druck auf Politiker aus
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12:43 24.10.2012
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Austin

Armstrong soll Obamas Parteikollegen John Kerry eine Drohung ausgesprochen haben, wonach er den Millionen von Menschen in der Datenbank von Livestrong wissen lasse, wo die Demokraten stünden, wenn Krebs kein Thema für sie sei. Das geht aus einem Report der Enthüllungsjournalistin Selena Roberts hervor. Obama, der sich zu der Zeit in Übersee aufhielt, nahm jedoch nicht an dem Termin teil.

In der Vergangenheit pflegte Armstrong viele Kontakte zur Politik, insbesondere zu den früheren US-Präsidenten George W. Bush, Bill Clinton oder dem früheren französischen Staatschef Nicolas Sarkozy. Roberts äußert auch den Verdacht, dass Clinton Einfluss genommen habe, dass die US-Staatsanwaltschaft im Februar dieses Jahres die Ermittlungen gegen den Texaner ergebnislos eingestellt habe. Im Gegenzug soll Armstrong eine Geldspende in Höhe von 100.000 Dollar an Planned Parenthood, einen Anbieter von Brustkrebs-Screening für benachteiligte Frauen, geleistet haben.  Armstrong ist inzwischen lebenslang gesperrt worden. Außerdem wurden ihm alle sprtlichen Erfolge seit dem 1. August 1998 aberkannt. Am Montag bestätigte der Radsport-Weltverband UCI die Sanktionen.

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Die Vereinigung der Profi-Radrennställe AIGCP hat sich im Zuge des Falls Armstrong derweil für eine unabhängige Kommission zur Überprüfung der Anti-Doping-Maßnahmen ausgesprochen. Dabei forderte AIGCP-Präsident Jonathan Vaughters, der bei der Aufklärung hinsichtlich der Dopingpraktiken von Lance Armstrong mitgeholfen hatte, den Radsport-Weltverband UCI auf, das Anliegen zu unterstützen. Die AIGCP hat einstimmige beschlossen, eine unabhängige Kommission zu gründen, die die Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf untersucht", sagte Vaughters dem Radsport-Portal cyclingnews. Es sei wichtig, nun die Fehler der vergangenen 20 Jahre zu vermeiden. Dabei sollten laut Vaughters die Anstrengungen unter dem Dach der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und nicht der UCI geschehen.

dapd/frs