Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Sport-Welt Abdellaoue spielt nicht
Sport Sport-Welt Abdellaoue spielt nicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:15 07.10.2011
Von Norbert Fettback
Foto: Wird nicht am EM-Qualifikationsspiel Norwegen gegen Zypern teilnehmen: Mohammed Abdellaoue.
Wird nicht am EM-Qualifikationsspiel Norwegen gegen Zypern teilnehmen: Mohammed Abdellaoue. Quelle: Ulrich zur Nieden
Anzeige
Hannover

Es war ein besonders aufwendiger und letztlich ziemlich überflüssiger Abstecher – und deshalb umso ärgerlicher für Mohammed Abdellaoue und Henning Hauger ebenso wie für ihren Klub Hannover 96. Bei den Untersuchungen durch die Ärzte des norwegischen Fußballverbandes in Oslo wurde am Donnerstag bestätigt, dass beide Profis verletzt sind und sie im EM-Qualifikationsspiel am kommenden Dienstag gegen Zypern nicht zur Verfügung stehen. Dies hatte sich bereits aufgrund der Diagnosen durch die hannoverschen Mannschaftsärzte abgezeichnet. „Es ist für uns keine Überraschung, dass unsere verletzten Spieler am Dienstag nicht einsatzfähig sind“, sagt 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke über den Vorgang, der einer Posse gleicht.

Die norwegischen Verantwortlichen hatten dem medizinischen Urteil aus Hannover anscheinend keinen Glauben geschenkt. Obwohl sie nicht eingesetzt werden können, werden Abdellaoue, der unter Adduktorenbeschwerden und einer Oberschenkelprellung leidet, und Hauger (Adduktoren) nach dem Willen des norwegischen Verbandes erst am Montag wieder zurückreisen. Bis dahin sollen sie in Oslo behandelt werden.

96-Klubchef Martin Kind nimmt an dem Hin und Her formal zwar keinen Anstoß, denn bei solchen Abstellungen zu Länderspielen seien „Rechte und Verpflichtungen klar definiert“. Die Art und Weise, wie das Ganze gelaufen ist, ist ihm jedoch aufgestoßen. „Muss man denn zwei angeschlagene Spieler zu einer zweiten Diagnose durch halb Europa schicken?“, fragt er. Der 67-Jährige sieht darin „ein Problem, über das man nachdenken sollte. Und zwar nicht nur bei Hannover 96.“

Kind verweist in dem Zusammenhang auch darauf, dass der Klub als Arbeitgeber bei Berufungen ins Nationalteam das Verletzungsrisiko allein trage. „So etwas trifft uns sportlich und wirtschaftlich“, sagt er und macht sich für eine Versicherungspflicht durch die nationalen Verbände stark, die es für solche Fälle nicht gebe. Geld für Länderspielabstellungen erhalte 96 zudem nur bei Einsätzen von Spielern des Klubs in der deutschen Nationalelf, nicht aber von ausländischen Verbänden.

Norbert Fettback 06.10.2011
Sport-Welt Neue Hoffnung für Pechstein - CAS kippt Osaka-Regel
06.10.2011
06.10.2011