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Sport-Welt 6.000 Zuschauer auch ohne Weltstar Isabell Werth
Sport Sport-Welt 6.000 Zuschauer auch ohne Weltstar Isabell Werth
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10:24 29.06.2009
Von Jörg Grußendorf
Annkathrin Heydenreich auf African Queen 11. Den großen Preis gewann Imke Harms. Quelle: Foto: Zur Nieden

Das Reitturnier in Isernhagen ohne Weltstar Isabell Werth, das war jahrelang undenkbar. Sie war der Star der Dressur, vielleicht sogar der gesamten Veranstaltung. Die Ausrichter schmückten sich mit der fünfmaligen Olympiasiegerin; die 39-Jährige genoss ihrerseits die Atmosphäre, aber auch die Nähe ihrer Mäzenin Madeleine Winter-Schulze aus der Wedemark, die am Sonntag ihren 68. Geburtstag feierte.

Jetzt saß Werth grübelnd zu Hause, weil suspendiert – aufgrund eines Dopingverdachts, der einen Tag vor Beginn des Isernhagener Turniers wie eine Bombe eingeschlagen hatte. Die Veranstaltung auf der Reitanlage am Burgwedeler Weg wurde dennoch ein großer Erfolg. Dass es keinen neuen Zuschauerrekord gab – im vergangenen Jahr kamen 7000 Besucher, diesmal „nur“ 6000 –, wollten die Veranstalter keinesfalls mit dem Fehlen Werths in Verbindung bringen. „Es sind Ferien“, sagte RFV-Pressesprecher Christian Schröder, „dieses Jahr sind erheblich weniger Kinder hier als sonst.“

Wer nicht im Urlaub ist, den zog es dennoch nach Isernhagen. „Klar hätten wir Werth gern gesehen“, sagen Klaus und Pascale Hiemann aus Isernhagen, „aber dafür ist doch Meredith Michaels-Beerbaum gekommen. Dann gucken wir uns eben die an. Und bei der Dressur ist es auch so spannend.“ „Natürlich war Isabell Werth ein Anziehungspunkt. Aber gucken Sie sich doch um“, sagte Dagmar von Ledebur aus Isernhagen, „super Sport, schönes Wetter, viele Zuschauer. Es geht doch auch so.“ Ähnlich sieht es Gerhard Boßelmann. „Es ist natürlich schade, dass solch eine Ikone des Reitsports fehlt“, sagt der Hannoveraner, „aber beim Turnier sorgt es für keine Einbuße.“ Werth habe, so meint Boßelmann, jetzt Erklärungsbedarf. „Ob sie nun suspendiert ist oder nicht“, sagt er, „sie sollte dennoch nirgends starten.“

Jan Frieling aus Balve hätte Werth „gerne reiten sehen. Ich hatte mich auf ihren Auftritt gefreut.“ Aber ihr Fernbleiben sei doch kein Grund für ihn, nicht nach Isernhagen zu kommen. „Es gibt genügend andere zu sehen, und meine Frau ist hier auch geritten“, sagt er. Nicht schade findet Hartmut Syller das Fernbleiben der Rheinbergerin. „Es sind doch genügend andere Reiter zu bewundern; und die Werth sehe ich sowieso nicht so gerne reiten“, sagt der Trakehnerzüchter aus Isernhagen, der selten ein Turnier verpasst.

Bewundert werden konnte auch Imke Harms. Der Parcours war anspruchvoll und lang, doch Imke Harms fegte mit einer erstaunlichen Leichtigkeit darüber hinweg. Die Reiterin von der TG Poggenhagen blieb im spannenden Stechen des 20. Großen Preises von Isernhagen als Einzige unter den vier Null-Fehler-Reitern unter 50 Sekunden (49,57) und sicherte sich 2000 Euro Siegprämie, einen wertvollen Springsattel im Wert von 2000 Euro, die traditionelle Trophäe „Das Goldene Pferd“ und natürlich den donnernden und verdienten Applaus von fast 5000 Zuschauern.

Und denen zeigte Harms auf der Ehrenrunde, dass ihr neunjähriger Hannoveraner Hengst Adlanteur sogar noch viel schneller sein kann … Vorher im Stechen waren nur zwei der insgesamt zwölf Starter noch flotter als Harms und Adlanteur unterwegs gewesen. Hilmar Meyer (RV Aller-Weser) mit Herr Jentzsch) brauchte als letzter Reiter nach der Poggenhagenerin nur 46,92 Sekunden, leistete sich aber zwei Abwürfe. Noch flinker war Dirk Thomas Liehr (mit Larissa), doch der Stadthagener hatte das Pech, dass seine Stute das letzte Hindernis des Parcours riss. So ging der 2. Platz an Frank Martin (Bremen) mit Gershwin, den Gewinner des Großen Preises von 2005, und der 3. Rang an Linn Zakariasson (RV Aller-Weser) mit Graf Magna.

Im geschlagenen Feld landete auch die weltbeste Springreiterin. Meredith
Michaels-Beerbaum, die eigentlich nur die Mittlere Tour mit ihrer Kismet reiten wollte, hatte überraschend für das Hauptereignis in Isernhagen genannt. Die 39-Jährige aus Thedinghausen schaffte es auch mit einem Null-Fehler-Ritt ins Stechen, verzichtete dann aber auf einen Start. Ihr Ehemann Markus Beerbaum, der auch das zweite Familienduell des Turniers gegen seine Frau verlor – sein Charming Choko blieb nicht fehlerfrei – warb per Mikrofon um Verständnis. „Meredith muss schon morgen zum CHIO nach Aachen“, sagte Beerbaum, „und unsere junge Stute braucht noch etwas Erholung.“

Kismet war länger verletzt gewesen und sollte auf der Anlage an der Burgwedeler Straße ein wenig Turnierpraxis sammeln. Von den Zuschauern gab es vorsichtigen Applaus, der sich steigerte, als der RFV vor dem Stechen von Aktivenseite geehrt wurde. Der Club Deutscher Springreiter zeichnete die RFV-Veranstaltung als eines der besten drei nationalen Turniere aus – und das bereits zum zweiten Mal. „Man ruht sich hier nicht auf der Tradition aus, sondern versucht jedes Jahr, etwas besser zu machen“, sagte Markus Beerbaum, der gemeinsam mit seiner Meredith die Glückwünsche überbrachte. „Die Rahmenbedingungen und die Platzverhältnisse sind hervorragend – und das alles in familiärer Atmosphäre. Ich kann das beurteilen, denn ich war schon fast 20-mal hier.“

Diese Auszeichnung, dazu fünf Tage Topsport mit insgesamt 6000 Zuschauern – kein Wunder, dass Elke Gerns-Bätke, die Vorsitzende des RFV Isernhagen, „total zufrieden“ war. „Alles war super“, sagte sie – und fügte nach einem Blick über das Turniergelände hinzu: „Das ist wohl nicht mehr zu toppen.“ Wer sie und ihr Team kennt, der weiß, dass sie es 2010 zumindest versuchen werden.

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