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Olympia 2010 Schlechtester deutscher Biathlon-Start seit zwölf Jahren
Sport Olympia 2010 Schlechtester deutscher Biathlon-Start seit zwölf Jahren
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09:25 19.02.2010
Michael Greis beim Liegendschießen. Quelle: dpa
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Fehlstart für die deutschen Biathleten: „Wir hätten heute schon sehr gerne eine Medaille haben können. Jetzt müssen wir im Massenstart und dann in der Staffel angreifen“, sagte Ullrich. Das allerdings könnte ein Wunschtraum für die bei den letzten Winterspielen so vom Erfolg verwöhnten Skijäger bleiben. „Das war nicht das, was sich Athleten und Trainer erwartet haben“, kritisierte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Ski-Verbandes (DSV).

Gut drei Stunden nach dem Erfolg von Tora Berger im Frauen-Rennen gewann ihr Landsmann Emil Hegle Svendsen das Olympia-Gold im Einzel vor seinem Teamkollegen Ole Einar Björndalen und Sergej Nowikow aus Weißrussland, die zeitgleich Silber holten. Für Norwegen war es die 101. Goldmedaille bei Winterspielen.

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Im Einzel-Rennen über 20 Kilometer am Donnerstag gab es insgesamt neun Schießfehler. Weder der dreimalige Turin-Olympiasieger Michael Greis (Zehnter/2 Strafminuten), Andreas Birnbacher (Zwölfter/2) noch Alexander Wolf (24./2) oder Christoph Stephan (29./3) waren in der Lage, im Whistler Olympic Park mit der Spitze mitzuhalten. „Das war grundsätzlich kein schlechtes Rennen. Für Olympia aber zu wenig“, analysierte Greis. „Irgendwie war ich nicht ganz frisch, etwas träge“, sagte Greis. „Mit zwei Fehlern war es katastrophal, da war das Rennen schon gelaufen.“

Kurz nachdem die alpine Skirennfahrerin Maria Riesch ihr Kombinations-Gold gewonnen hatte, erwischte Greis in den Bergen über Whistler zunächst einen guten Start und traf beim ersten Schießen alle fünf Scheiben. Doch stehend ließ der 33-Jährige gleich zwei Scheiben stehen, obwohl er sich ganz viel Zeit gelassen hatte. „Der Wind ist gekommen“, sagte Ullrich.

Ohne die zwei Strafminuten wäre für Greis mehr möglich gewesen, denn der Star der Turin-Spiele blieb zweimal fehlerfrei. „Der Zweierklops beim zweiten Schießen hat ihm heute das Genick gebrochen. Schade, da wäre mehr möglich“, sagte Ullrich. Als der Allgäuer ins Ziel kam, war er Achter mit einem Rückstand von 2:15,1 Minuten auf den späteren Olympiasieger Svendsen.

Christoph Stephan leistete sich gleich im ersten Schießen einen Fehler, Ersatzmann Alexander Wolf, für Arnd Peiffer ins Team gerückt, startete ebenfalls mit einem Fehlschuss in seinen ersten Olympia- Wettbewerb. Gleich zwei Fahrkarten und damit zwei Strafminuten leistete sich Andreas Birnbacher. Schon früh war auch bei ihm der Medaillentraum geplatzt. Stephan vergab dann im letzten Schießen die kleine Chance auf Edelmetall, als er einmal daneben zielte. „Ich bin extra langsam angegangen, leider hat es nicht geklappt.“

dpa