Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport „Hässliche Erdferkel“ wollen Heimvorteil nutzen
Sport Lokalsport „Hässliche Erdferkel“ wollen Heimvorteil nutzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 10.06.2019
Ultimate Frisbee ist ein sehr laufintensiver Sport. Der Spieler, der in Scheibenbesitz ist, darf sich nicht von der Stelle bewegen, seine Mitspieler müssen sich freilaufen. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Am Pfingstwochenende fliegen jede Menge Frisbees durch das Georg-Gaßmann-Stadion, wenn der Deutsche Hochschulmeister (DHM) ermittelt wird.
Einfach nur mitzuspielen ist dem Marburger Team zu wenig. Die „Hässlichen Erdferkel“, wie sich die Mannschaft des VfL Marburg und auch die der Philipps-Universität nennt, wollen den Titel.

„Wir haben ein sehr, sehr gutes Team. Da sind Top-Leute dabei, auch WM-Teilnehmer“, rechnet sich Spielerin Jule Braxein durchaus gute Chancen aus. Besonders motiviert dürfte dabei Team-Kapitän Christian Hamann sein, der national mit den Erdferkeln schon alle wichtigen Titel gewonnen hat. „Nur die DHM fehlt noch“, weiß Braxein.

Voriges Jahr für Marburg enttäuschend

Das soll sich an diesem Wochenende ändern. Wobei die Konkurrenz groß ist. Insgesamt gehen 28 Mannschaften an den Start, darunter auch der Titelverteidiger aus München. Im vergangenen Jahr belegten die Marburger in Kiel nur den 16. Platz. Im Jahr 2017 wurden die Erdferkel noch Zweiter – hinter München.

Die Meisterschaften beginnen am Samstag um 10 Uhr im Gaßmann-Stadion mit den Vorrundenspielen. Die Marburger treffen um 10.30 auf Chemnitz, bevor es um 12 Uhr mit dem Derby gegen Gießen weitergeht. Aachen ist um 14.15 Uhr der nächste Gegner, abschließend bekommen es die Erdferkel um 15.45 Uhr mit Kassel zu tun. Am Sonntag geht es um 10 Uhr für die 16 besten Teams mit der 
K.-o.-Runde weiter, die restlichen Mannschaften bestreiten eine Platzierungsrunde. Das Finale ist für 15.15 Uhr angesetzt.

Ein bisschen wie Football mit viel Fair Play

Gespielt wird im Modus Sieben gegen Sieben, wobei in dem geschlechtergemischten Sport immer zwei bis vier Frauen auf dem Rasen stehen. Ähnlich wie beim American Football ist das Ziel, die gegnerische Endzone zu erreichen. Spieler im Besitz der Scheibe dürfen sich nicht von der Stelle bewegen, die Mitspieler müssen durch geschickte Laufwege Freiräume schaffen. Auf diese Weise muss beim Ultimate Frisbee die Scheibe in die gegnerische Endzone befördert und dort von einem Mitspieler gefangen werden.

Der Sport zeichnet sich durch den „Spirit of the Game“ aus, der die Prinzipien des Fair Play in den Vordergrund stellt. Es wird ohne Schiedsrichter gespielt. Wenn ein Foul – etwa Körperkontakt – oder eine nicht regelkonforme Situation eintritt, klären die beteiligten Spieler dies selbst untereinander.

von Holger Schmidt