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Lokalsport Den Lebemann hat der Ehrgeiz gepackt
Sport Lokalsport Den Lebemann hat der Ehrgeiz gepackt
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12:00 12.04.2019
Zwei oder drei gute Jahre hat er noch in sich, meint der Mardorfer Lukas Greb selbst. Dann will er sich ganz auf den Trainerjob konzentrieren. Quelle: Michael Hoffsteter
Mardorf

Beim 7:3-Sieg des SV Mardorf gegen den VfB Wetter II stand es kurz vor Ende 7:1, bevor die Gäste noch zweimal Ergebniskosmetik betrieben. Diese Tore veranlassten Hermann Greb zu der Frage, wer denn da in der Defensive mal wieder nicht aufgepasst habe. „Das ist eben mein Vater“, stellt Lukas Greb fest und lacht. Kritisch bis zum Ende. Insbesondere mit seinem erstgeborenen Sohn, der fünf der sieben Tore erzielte.

Anscheinend ist Hermann Grebs Vorstellung, dass sein Sohn, der an diesem Tag überhaupt nicht in der Abwehr spielte, überall auf dem Platz sein muss. Unter ihm verbrachte Lukas Greb seine komplette Jugendzeit bei der JSG Mardorf, bei der sein Vater Trainer war. Den Sprung zu den Senioren verband der Allrounder mit einem Vereinswechsel zum FSV Schröck, er spielte unter anderem auch beim VfB Marburg und sammelte mit beiden Vereinen mehrere Jahre Verbandsliga-Erfahrung.

Vor zwei Jahren kehrte er dorthin zurück, wo seine Laufbahn begann. Doch diesmal nicht nur als Kicker, sondern als Spielertrainer. „Ich sehe mich mittelfristig schon als Trainer. Ich habe noch zwei oder drei gute Jahre vor mir. Dann soll auch Schluss sein“, meint Greb, der bis auf die beiden vergangenen Saisons mehr als zehn Jahre lang von schweren Verletzungen verschont geblieben war. Dass er nach fast zwei Spielzeiten für den SV bisher nur 24 Einsätze hat, liegt laut ihm aber nicht am steigenden Alter. In dieser Saison verpasste er fast die gesamte Hinrunde. „Ich bin schon ein Lebemann, der es sich gerne gut gehen lässt“, sagt der 31-Jährige. Da kommt es ihm gelegen, dass „wir in Mardorf nur zweimal pro Woche trainieren. Vorher waren es immer drei Trainingseinheiten.“

Sein Facebook-Profil zeigt ihn in voller Fußball-Montur auf dem Rasen sitzend. Er grinst breit. Für die Freude ist auch das Weizenglas in seiner Hand verantwortlich. Nicht immer fängt ein Foto den Charakter eines Menschen so treffend ein – fußballverrückt und frohsinnig.

Doch der Genießer weiß auch, wann die Zeit gekommen ist, um ans Werk zu gehen. „Ich habe mir geschworen, dass meine Leistungen top sein müssen, wenn wir nach der Winterpause noch oben dran sind“, sagt Greb.

Ganz oben dran ist der SV Mardorf zwar nicht, aber dennoch zehrt der 31-Jährige davon, von Januar bis März seine Ernährung umgestellt zu haben. Zwei Monate lang nur Wasser, kein Weizen. Und dennoch ist der Frohsinn nicht verschwunden. „Der Ehrgeiz ist immer noch da“, versichert der Mann aus Mardorf gleichwohl aber auch.

von Benjamin Kaiser