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Lokalsport Merbach, Ritzel und Römer holen Gold
Sport Lokalsport Merbach, Ritzel und Römer holen Gold
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00:16 26.01.2019
Vor dem Schlussspurt liegt Julia Merbach zu Beginn der letzten Runde noch auf Platz drei. Quelle: Helmut Schaake
Frankfurt

Bei den hessischen Hallenmeisterschaften im Sportpark Kalbach holten die heimischen Leichtathleten vier Titel, darunter Julia Merbach (TSV Kirchhain) mit einem Doppelsieg 800 und 1 500 Meter. Gold gab es auch für Lena Ritzel (VfL Marburg) über 3 000 Meter und die Kugelstoßerin Patrizia Römer (ESV Jahn Treysa). Dazu kamen Silbermedaillen durch Kilian Schreiner (ASC Breidenbach) über 3 000 Meter und im Nachwuchsbereich durch Julia Sturm (TSV Eintracht Stadtallendorf) U 18 im Dreisprung.

Besser konnte es für Mittelstrecklerin Julia Merbach bei ihrer Titelverteidigung nicht laufen. Sie war zweimal am Start und gewann nach dem Erfolg am Samstag über 1 500 Meter auch am Sonntag über 800 Meter im Spurt. „Letztlich war der Lauf über 1500 Meter alleine gegen die Uhr, wo ich mit fünf Sekunden Vorsprung vor Clara Costadura (Spiridon Frankfurt; 4:42,08) in Hallen-DM Norm in 4:36,25 Minuten als Erste im Ziel war, am Ende schwerer als der Titelgewinn über 800 Meter. Hier brauchte ich nur hinterher zu laufen und am Ende auf den letzten 100 Metern zu spurten.“

So einfach wie das klingt war es für die 25-Jährige natürlich nicht. „Ich musste auf den letzten 100 Metern schon alle Register ziehen, um gegen die stärker eingeschätzte Lara Tortell (TV Rendel) in 2:11,33 Minuten und gegen die der außer Konkurrenz mitlaufende Bianca Prckopwitz (TSV Mainz; 2:11,17) zu gewinnen, aber ich wusste, dass ich mich auf meinen Endspurt verlassen kann. Jetzt habe ich die Qual der Wahl und muss entscheiden, ob ich in Leipzig bei den „Deutschen“ die 800 oder die 1 500 Meter laufen werde.“ Auf dem Bronzerang wusste die Medizinstudentin Julia Altrup (VfL Marburg), die fast ein Jahr kein Hallenrennen bestritten hatte, nach 2:15,18 Minuten zu überzeugen.

Letzte runde: Schreiner zieht das Tempo an

Nach Leipzig zu den Deutschen Hallenmeisterschaften will auch Kilian Schreiner (ASC Breidenbach). Das Rennen über 3000 Meter, in dem er seinen Titel verteidigen wollte, verlief aber nicht nach Wunsch. Nachdem er fast 14 Runden von der Spitze weg die Führungsarbeit geleistet hatte und die gewünschte Ablösung an der Spitze nicht erfolgte, wurde er in den letzten Runden noch von Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach), dem DM-Vierten des Vorjahres über 1 500 Meter, überspurtet. So sehr sich Kilian Schreiner um das Tempo bemühte war es auf sich alleine gestellt ein ganz schweres Unterfangen, die DM-Norm von 8:20 Minuten zu unterbieten. Schreiner zog auf den letzten beiden Runden mit einer 30-Sekunden-Runde noch einmal das Tempo an. Als aber mit dem Glockenschlag für die letzte Runde Lukas Abele überfallartig mit einer 27-Sekunden-Schlussrunde konterte und ihn überspurtete, war trotz schneller 8:20,47 Minuten nur noch der Vizetitel möglich. Abele verbesserte seine Bestzeit um sensationelle 22 Sekunden auf 8:16,59 Minuten. Schreiners Vereinskamerad Alexander Hirschhäuser lief auf Platz acht mit 8:50,21 Minuten noch Hallenbestzeit.

Im 3 000-Meter-Lauf der Frauen ergriff Lena Ritzel nach zwei Runden die Flucht an die Spitze und gab die Führung bis ins Ziel in 10:17,76 Minuten nicht mehr ab. Sie siegte mit 10 Sekunden Vorsprung vor Antonja Schermuly (LC Mengerskirchen).

Den Weitsprung gewann der Deutsche U-23-Juniorenmeister Gianluca Puglisi (Königsteiner LV) mit 7,49 Metern souverän vor Andreas Bechmann (LG Eintracht Frankfurt) mit 7,24 Metern. Der Stadtallendorfer Lennart Genz (Wiesbadener LV) fand nicht richtig in den Wettkampf und deutete erst mit den letzten Versuchen von 6,99 und 6,98 Metern sein Leistungsvermögen an. Schon am Vortag belegte Lennart Genz im 60-Meter-Finale nach 7,02 Sekunden in einem Fotofinish Platz vier. René Koknat (TSV Kirchhain) kam nach dem Vorlauf in 7,16 noch in den Zwischenlauf mit 7,15 Sekunden. Sieger wurde Philip Hennemuth (SSC Bad Sooden-Allendorf) in 6,97 Sekunden. Bei den Frauen verpasste Lara Wachtel (TSV Kirchhain) als Vorlaufsiegerin in 8,01 Sekunden nach dem Zwischenlauf in 7,99 Sekunden als Siebte das Finale nur knapp.

Emily Haak überzeugt

Am Samstag zeigte die Kirchhainerin Patrizia Römer im neuen Trikot des ESV Jahn Treysa mit der Vier-Kilo-Kugel eine sehr konstante Serie. Ihr fünfter Versuch wurde mit 15:09 Metern gemessen. Mit fast einem Meter Vorsprung vor Lara Herdner (LG Eintracht Frankfurt; 14,11) kam sie zum deutlichen Titelgewinn.

Wie schon beim Vorweihnachtskriterium übersprang Gordon Posch (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) mit dem Stab exakt fünf Meter. Im Hochsprung der Männer überflog der Darmstädter Zehnkämpfer Dennis Hutterer 2,08 Meter. Bei der Jugend U 18 stellte einmal mehr Jenna Fee Feyerabend (TV Groß-Gerau) ihr Mehrkampftalent unter Beweis. Im Hochsprung siegte sie mit 1,75 Meter (Hallenbestwert), gewann auch das Kugelstoßen (13,61 Meter) und belegte Platz zwei über 60-Meter-Hürden in (8,75 Sekunden). Das Kugelstoßen mit der schweren 7,28-Kilogramm-Kugel gewann Thomas Schmitt (LG Reinhardswald) mit starken 17,55 Metern.

Nicht ganz die Form des Vorjahres, wo sie mit 11,01 Metern gewann und im Freien mit 11,23 Metern den Titel holte, hatte Julia Sturm (TSV Eintracht Stadtallendorf). Sie wurde in der U 18 mit 10,79 Metern Vizemeisterin.

Bei den hessischen Winterwurfmeisterschaften der U 20/U 16 in der Frankfurter Werferhalle überzeugte Emily Haak (Eintracht Stadtallendorf) als Vierte im Hammerwurf der W14 mit 25,12 Metern. Siegerin wurde Milena Arnold (TSV Wehrheim) mit 29,94 Metern.

von Helmut Schaake