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Lokalsport "Söldner" wollen den Allgäuer Lauf stoppen
Sport Lokalsport "Söldner" wollen den Allgäuer Lauf stoppen
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15:00 10.08.2019
Nuno Simeos (rechts, gegen Kirchdorfs Lukas Anzeneder) und die Mercenaries-Defensive werden das lauflastige Angriffsspiel der Allgäu Comets stoppen müssen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Mercenaries stehen vor ihrer letzten Auswärtsfahrt in der regulären Saison. Am Sonntagmorgen, 11. August, um 5 Uhr startet der Reisebus in Richtung des 460 Kilometer entfernten Kempten – eine unangenehme Odyssee. Und der Gegner ist auch nicht gerade angenehm. Die Allgäu Comets befinden sich nach katastrophalem Saisonstart im Aufwind.

Nichtsdestotrotz können die „Söldner“ mit breiter Brust in den Bus steigen. Die 36:42-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen die Schwäbisch Hall Unicorns – das beste Team Europas – hat gezeigt, dass Marburg mit jedem Team in der Liga mithalten kann.

Und Head Coach Tibor Gohmert geht nicht davon aus, dass seine Schützlinge nach der knappen Pleite in ein emotionales Loch fallen: „Wir sind gefestigt genug. Aber natürlich war das letzte Spiel mental und körperlich sehr anstrengend. Am Montag haben einige Spieler gesagt, dass sie sich kaum bewegen konnten. Aber jetzt müssen alle Mann durchziehen.“

Unicorns und Universe haben Playoff-Ticket sicher

Es sind nur noch vier Spiele, bis am Ende der regulären Saison abgerechnet wird. Die Liga befindet sich im Endspurt für die Playoffs. Die Unicorns sowie die Frankfurt Universe haben ihre Eintrittskarte für die Endrunde bereits in der Tasche.

Chancen auf einen der vier begehrten Ränge in der Süd-Gruppe der German Football League (GFL) haben auch die fünftplatzierten Comets (drei Siege und acht Niederlagen) noch. Allerdings ist der Spielraum für Fehltritte denkbar gering. Mit einem Sieg könnten die Marburger, die mit sechs Erfolgen und vier Pleiten Rang drei belegen, Allgäus Hoffnungen zerstören.

Auf der anderen Seite können sie am Sonntag die Gelegenheit nutzen, um sich beim Gastgeber persönlich für die geleistete Schützenhilfe zu bedanken. Die Comets haben nämlich die vergangenen zwei Spiele gewonnen. Beide Male waren die viertplatzierten Stuttgart Scorpions, mit nunmehr sechs Siegen und fünf Pleiten auf dem Konto, der Gegner.

Für Danksagungen ist allerdings vor oder nach dem Spiel Zeit. Während der 48 Spielminuten auf dem Feld müssen die „Mercs“ sich gegen ein Team mit zwei Gesichtern behaupten. Auf der einen Seite müssen sie sich mit einer starken Defensive, die nur 280 Yards pro Spiel zulässt, herumschlagen. Offensive Coordinator (OC) Elias Gniffke schwärmt von der gegnerischen Front Seven, vier Defensive Linemen und drei Line-backer.

"Wir nehmen, was uns die Defensive gibt"

Besonders auf Defensive End Francis Bah gelte es, Argusaugen zu werfen. Noch besser als der Pass Rush ist jedoch die Laufverteidigung. Schnell wie Kometen sind die Allgäuer am Ballträger dran. Nur 42 zugelassene Rushing Yards pro Spiel sprechen für sich.

Die Anzahl an kompetenten Defensive Backs der Hausherren schätzt Gniffke auf „vier Stück“. Bedeutet, dass einer der fünf Marburger Passfänger einen deutlich schwächeren Gegenspieler haben dürfte. „Wir nehmen, was uns die Defensive gibt“, unterstreicht der OC.

Auf der anderen Seite ist Sergej Schmidts Job deutlich leichter als noch gegen Schwäbisch Hall. Die Defensive der „Söldner“ trifft auf die berechenbarste Offensive der GFL. „Die Comets sind sehr lauflastig“, stellt der Defensive Coordinator fest.

Sie verzeichnen mit 150 Yards pro Spiel auf dem Boden 50 mehr als durch die Luft. Die Passquote von 42 Prozent ist äußerst schwach. „Wir müssen im Vergleich zum Hall-Spiel unsere Laufverteidigung verbessern. Rund 200 Yards sind deutlich zu viel“, fordert Schmidt seine Spieler heraus.

von Benjamin Kaiser

  • GFL Süd: Ingolstadt Dukes - Kirchdorf Wildcats (Sa., 18.30 Uhr), Allgäu Comets - Marburg Mercenaries, Schwäbisch Hall Unicorns - Frankfurt Universe (beide So., 15 Uhr).
  • GFL Nord: Kiel Baltic Hurricanes - Hildesheim Invaders (Sa., 16 Uhr), Potsdam Royals - Berlin Rebels (Sa., 16.30 Uhr), Lions Braunschweig - Dresden Monarchs (Sa., 18 Uhr).