Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Bemerkenswerte Bestzeiten
Sport Lokalsport Bemerkenswerte Bestzeiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:13 11.06.2019
Anna Starostzik (Nummer 137) lief bei den Deutschen Meisterschaften über 10 000 persönliche Bestzeit von 35:19,31 Minuten. Quelle: Helmut Schaake
Essen

Besser konnte es für die beiden heimischen Langstreckler Kilian Schreiner (Gladenbach/ASC Breidenbach) und Anna Starostzik aus Dautphetal (Spiridon Frankfurt) bei den deutschen 10 000-Meter-Meisterschaften in Essen im Sportpark „Am Hallo“ mit bemerkenswerten Bestzeiten nicht laufen. Auf der längsten Stadiondistanz über 25 Runden gab es 19 Endzeiten von unter 30 Minuten. Nachdem Kilian Schreiner bereits in der Hallensaison von Bestzeit zu Bestzeit geeilt war und bei den deutschen Crosslauf-Meisterschaften mit Platz fünf einen Höhepunkt setzte, ging es auch in der Freiluftsaison mit Kreisrekord über 5.000 Meter in 14:13,25 Minuten und Bestzeit über 1500 Meter erfolgreich weiter. 

Jetzt gelang Schreiner der nächste Rekord über die 25 Stadionrunden. Dabei verbesserte er seine eigene Kreisrekordmarke von 2016 von 30:00,08 Minuten auf sensationelle 29:25,23 Minuten und landete mitten in der deutschen Spitzenklasse unter 36 Startern auf Platz elf. Dabei kam der Leistungsdurchbruch nicht ganz überraschend. Schon in den 1960er-Jahren entwickelte der Sportwissenschaftler Toni Nett Hochrechnungen für die Laufstrecken. Faustregel bei ihm ist: 2 x 5 000-Meter-Zeit plus eine Minute. Das trifft nun auch bei Kilian Schreiner zu. Bemerkenswert war, wie er nach der Streckenhälfte (14:39 Minuten) kämpfte, um sein großes Ziel, unter 29:30 Minuten zu bleiben, zu realisieren. Jetzt ist auch der Regionsrekord von Norbert Rautenberg (LC Mengerskirchen/29:22,2 Minuten/1974) oder des Wetteraners Helmut Jesberg, der für den ASC Darmstadt in Frankfurt 1973 mit 40 Jahren 29:20,8 Minuten, lief nicht mehr weit. Schließlich hat Jesberg schon vor 40 Jahren für die Unterbietung seines Hausrekordes ein „Fässchen“ ausgesetzt, jetzt fehlen nur etwas mehr als vier Sekunden.

Europacupsieger gewinnt souverän

Topfavorit war der vorjährige Europacupsieger von London, Richard Ringer (LC Rehlingen), der gemeinsam mit Sebastian Hendel (LG Vogtland) für ein schnelles Anfangstempo sorgte (Halbzeit in 14:23 Minuten). Danach zog Richard Ringer auf den letzten Runden souverän davon und siegte in 28:28,89 Minuten. Zweiter wurde Vorjahresmeister Sebastian Hendel (LG Vogtland 28:43,67) gefolgt von Simon Boch (LG Regensburg/28:45,34).

Bei den Frauen sah man eine Solovorstellung und eine Laufdemonstration der besonderen Art von der 22-jährigen Alina Reh (SSV Ulm 1846). Allein gegen die Uhr passierte sie die 5.000-Meter-Marke nach 15:33 Minuten. Im Ziel stand die Uhr auf 31:19,7 Minuten; dies ist die viertschnellste je in Deutschland gelaufene Zeit. Damit hat sie auch die Norm für die WM in Doha (Katar; 27. September bis 6. Oktober) von 31:50,00 Minuten sicher in der Tasche.

Silber holte sich Miriam Dattke (LC Regensburg) in 32:50,10 Minuten mit einer Minute Vorsprung vor der Marathonspezialistin Katharina Steinruck- Heinig (LG Eintracht Frankfurt) mit 33:50,18 Minuten. Großartig und so schnell wie noch nie unterwegs war Anna Starostzik (Spiridon Frankfurt). „Wir waren in einer leistungsstarken Gruppe immer mit einem Kilometerschnitt etwas über 3:30 Minuten unterwegs. Bei Streckenhälfte zeigte die Uhr 17:35 Minuten und ich wusste, dass ich voll in der Zeit war. Erst auf den letzten vier Runden waren wir nur noch zu zweit, ich konnte aber das Tempo durchziehen“, sagte Anna Starostzik.
Am Ende war sie mit der Verbesserung um 13 Sekunden auf 35:19,31 Minuten mehr als zufrieden. „Jetzt werde ich mich erst einmal wieder auf die kürzeren Strecken konzentrieren“, ergänzte sie.

Julia Altrup steigert ihre Bestzeit in Pfungstadt

Die Pfungstädter Laufgala im Waldstadion war mit großartigen Leistungen auch in der dritten Auflage wieder ein voller Erfolg. Alleine über 800 Meter mit mehr als 160 Startern gab es Riesenfelder, sodass bei idealem Laufwetter sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen jeweils sechs Zeitläufe ausgerichtet werden mussten.

Die beste Zeit über die zwei Stadionrunden bei den Männern erzielte Maximilian Sluka (Hallesche Leichtathletik ­Freunde) in 1:49,08 Minuten. Dahinter blieben fünf weitere Athleten unter der 1:50-Minuten-Marke.

Die schnellste Zeit bei den Frauen erzielte in einem Kopf-an-Kopf-Rennen im gemischten Rennen mit Männern die erst 17-jährige Senkrechtstarterin Sophia Volkmer (TV Wetzlar) in 2:04,26 Minuten vor Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) in 2:04,32 Minuten.

Keine Angst vor großen Namen zeigte die erst 13-jährige mehrfache Hessenmeisterin Jana Becker (LG Wettenberg). Nach drei Bestmarken mit Hessenrekord in den vergangenen Wochen unterbot sie den Hessenrekord erneut – um weitere drei Sekunden auf sensationelle 2:09,99 Minuten.

Aus heimischer Sicht zeigte sich 800-Meter-Hessenmeisterin Julia Altrup (VfL Marburg) in einem schnellen Zeitlauf (mit Meldezeiten zwischen 2:10 und 2:13 Minuten) nach dem Rennen glücklich und zufrieden. Die Medizinstudentin steigerte ihre Bestzeit von 2:13,96 auf bemerkenswerte 2:11,92 Minuten. „Mit einer 2:11er-Zeit hätte ich nicht gerechnet. Es ist alles nach Plan gelaufen, obwohl ich etwas zu schnell angelaufen bin“, sagte Julia Altrup. „Ich war nach einem kurzen Trainingslager in Wetzlar mit vielen Tempoläufen optimal auf dieses Rennen vorbereitet und werde nun mit einer neuen Bestzeit zu den deutschen Juniorenmeisterschaften nach Wetzlar fahren, wo ich 1 500 Meter laufen will.“

Eine weitere Bestzeit von 2:35,50 Minuten konnte Theresa Ruppersberg (ASC Breidenbach) als Gesamt-45. und 9. der W 14 mit ins Hinterland nehmen.

von Helmut Schaake