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Lokalsport Bruno Spät holt Gold bei Junioren-WM
Sport Lokalsport Bruno Spät holt Gold bei Junioren-WM
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17:07 12.08.2019
Auf der Zielgeraden war dem deutschen Vierer ohne Steuermann mit Bruno Spät (Zweiter von rechts) der Sieg nicht mehr zu nehmen. Quelle: DRV/Seyb
Tokio

Nach dem Europameistertitel im Mai dürfen sich Bruno Spät und Co. jetzt Weltmeister nennen: Der Marburger gewann gemeinsam mit seinen Ruderkollegen am Sonntag um 4 Uhr deutscher Zeit Gold im Vierer ohne Steuermann bei der Junioren-WM in Tokio. „Wir haben bereits im Vorlauf gemerkt, dass wir sehr gut drauf sind und das unser Boot gut durchläuft“, sagte Spät nach dem Triumph. „Als wir uns im Finale frühzeitig nach vorne legen konnten, haben wir dann unsere Stärken ausgespielt und probiert uns immer weiter abzusetzen.“

Neben dem deutschen Boot hatten sich auch die USA, Griechenland, Rumänien, Italien und Großbritannien für das Finale qualifiziert. Insbesondere die europäischen Nationen hatten nach der Europameisterschaft noch einmal ihre Boote umbesetzt, sodass ein enges und anspruchsvolles Starterfeld zu erwarten war.

Doch der Hessen-Vierer ließ auch unter dem enormen Druck nichts anbrennen. Beherzt setzte sich der Vierer vom Startblock an von den Gegnern ab und legten sich bereits auf den ersten 500 Metern um eine Bootslänge nach vorne. Nun hatten die Ruderer die Möglichkeit das gegnerische Feld zu kontrollieren und wehrten die Spurts der Italiener und Briten ab.

Über die Wettkampfdistanz von 2.000 Metern sicherte sich Spät mit seinem Vierer somit einen klaren Start-Ziel-Sieg. „Im Endspurt haben wir noch einmal alle Reserven mobilisiert und jeder ist nochmal über sich hinausgewachsen – das war ein starkes Rennen“, bilanzierte Spät.

Völlig erschöpft und gezeichnet von dieser herausragenden Leistung war der Jubel über Gold dann groß. Für die vier Jungs aus Hessen hat sich die monatelange Vorbereitung bezahlt gemacht und der Traum von WM-Gold hat sich nun endlich erfüllt. Hinter dem deutschen Boot gab es noch ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen bei dem sich die Briten den zweiten Platz und die Italiener Rang drei sichern konnten.

Bereits im Vorfeld gehörte der Riemenvierer ohne Steuermann um den 17-jährigen Spät vom Marburger Ruderverein zu den Top-Favoriten. Mit seinen Ruderkameraden aus Limburg, Gießen und Frankfurt holte der junge Marburger bereits im Mai den Europameistertitel.

Deutscher Ruderverband räumt in Tokio mächtig ab

Ihr Ticket zur Weltmeisterschaft löste das Hessen-Quartett dann endgültig mit dem Sieg auf den Deutschen Meisterschaften. Es folgte sodann die unmittelbare Wettkampfvorbereitung in Berlin-Grünau wo sich das Team im DRV-Trainingslager akribisch auf das Saisonhighlight vorbereitete. Die örtlichen Gegebenheiten stellten den Vierer um Bootstrainer Alexander Usen vor große Herausforderungen.

Neben der enormen Zeitverschiebung machten den Sportlern die Temperaturen von über 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 60 Prozent zu schaffen. Am vergangenen Donnerstag griff der Hessen-Vierer im Vorlauf ins Geschehen der Weltmeisterschaft ein und sicherte sich in einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg und der schnellsten Zeit die Spitzenposition auf der Mittelbahn für das Finale (die OP berichtete).

Insgesamt kämpften 60 deutsche Athletinnen und Athleten auf der künftigen Olympia-Regattastrecke von 2020 um die begehrten Medaillen. Das Team vom Deutschen Ruderverband holte dabei fünf Mal Gold, drei Mal Silber und vier Mal Bronze.

Auch am Marburger Ruderverein verfolgten alle in der Nacht begeistert der Erfolg von Bruno Spät, der von seinen Vereinskamerden gestern mit großem Jubel begrüßt wurde. Sportlich will sich der junge Marburger nun zunächst etwas Ruhe gönnen, bevor er dann mit seinen Heimtrainern Maximilian Stelz und Joshua Benkow das Projekt Titelverteidigung 2020 angeht.