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Lokalsport Söldner starten in die neue Saison
Sport Lokalsport Söldner starten in die neue Saison
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00:18 29.04.2019
Bis es in der Saison 2019 zu dieser Szene kommt dauert es noch. Der Heimauftakt der „Söldner“ steigt am 12. Mai. Letztes Jahr trug Hendrik Schwarz das Banner ins Stadion. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Zeit für durch die Luft zischende Pässe, markerschütternde Tackles und dramatische Last-Minute-Siege ist gekommen. Am Samstag startet die German Football League in die Saison 2019. Und die Marburg Mercenaries bestreiten das Auftaktspiel.

Gleich zu Beginn der Runde haben die „Söldner“ die Chance, dem amtierenden Deutschen Meister den Saisonstart zu vermiesen und für eine Überraschung zu sorgen. Niemand geringeres als die Schwäbisch Hall Unicorns sind der Gegner.

„Das sind die Champions, die auch in diesem Jahr wieder weit oben stehen werden. Auch die Frankfurt Universe sind wieder stark. Ich sehe uns derzeit auf Platz drei“, schätzt Head Coach Dale Heffron die Gemengelage in der Gruppe Süd ein. Der dritte Rang wäre gleichbedeutend mit der Playoff-Teilnahme.

Carsten Dalkowski bläst ins gleiche Horn. „Unser Ziel ist die erneute Playoff-Teilnahme. Das sollte mit dem aktuellen Kader möglich sein“, erklärt der Vereinsboss.

Nachdem dieses Ziel in der vergangenen Saison verpasst wurde, soll die Endrunde 2019 nicht nochmal ohne die „Mercs“ stattfinden. Dafür sind Verbesserungen unabdingbar. Denn in jeder wichtigen Offensiv- und Defensivstatistik waren die Marburger im Jahr 2018 unterdurchschnittlich oder gar schlecht. Das hatte zwar auch mit Verletzungspech zu tun, dennoch sollen viele neue Gesichter im Trainerstab sowie im Kader einen neuen Erfolgswind bringen und 2018 zu Schnee von gestern werden lassen.

Wobei die neuen Gesichter gleichzeitig bekannte Gesichter sind. Defensive Coordinator (DC) Sergej Schmidt schwang bereits vor vier Jahren das Zepter in der Verteidigung, bevor er sich der Jugendarbeit im Verein verschrieb und dann eine Pause einlegte.

Auch Linebacker-Coach James Yock war vor einigen Jahren bereits im Trainerstab aktiv. Defensive-Line-Coach Marc Spear, vorher bei den Frankfurt Universe, ist wie Schmidt ein Mercenaries-Urgestein und spielte lange Jahre in Weiß und Rot. „Ich habe einen großartigen Trainerstab. Von der Anzahl und der Qualität ist es die beste Situation, seitdem ich nach Marburg gekommen bin“, sagt Heffron vor seiner dritten Saison als Cheftrainer.

Wie in jedem Sport zählt auch beim Football die Devise: „Viele Augen sehen mehr“. Der siebenköpfige Trainerstab bringt nichts außer Vorteile. Denn es beginnt alles mit Coaching.

Doch muss auch das notwendige Spielermaterial vorhanden sein, das den Taktikplan in die Tat umsetzen kann. Den Anfang machen dabei wie in jedem Jahr die Importspieler aus dem Football-Mutterland USA. Und Jakeb Sullivan kommt dabei die entscheidende Rolle zu.

Der 24-Jährige ist der neue Quarterback der Marburger und hat im Spielsystem von Offensive Coordinator (OC) Elias Gniffke viele Freiheiten, mit denen große Verantwortung einhergeht. „Unsere Philosophie ist es, schnell zu spielen. Wir haben viele verschiedene Formationen, mit denen wir die Defensive mental herausfordern wollen. Und wenn der Gegner schnell reagieren muss, macht er häufiger Fehler“, erklärt der OC, der bereits in der vergangenen Saison im Trainerstab wirkte.

Flexibilität ist eines von Gniffkes Lieblingswörtern, das exakt auf Neuzugang und Running Back Triston McCathern zutrifft. „Er ist ein absoluter Gewinn für uns. Nicht nur, weil er brandgefährlich, sondern auch auf verschiedenen Positionen einsetzbar ist“, erklärt Gniffke. Überhaupt ist er mit der Tiefe des Kaders weitgehend zufrieden. Besonders auf der Wide-Receiver-Position sei die Offensive gut bestückt.

Das trifft laut Schmidt auch auf seine Defensivfront zu, da einige Linebacker dort einsetzbar sind. Zumal der DC auf allen drei Ebenen der Verteidigung – Defensive Line, Linebacker und Defensive Backs – Spieler zur Verfügung hat, die den Unterschied machen können.

Als Schlüsselfigur der Defensive Line ist Joel Maddock wieder mit im Boot. Der Australier mit englischem Pass ist der emotionaler Anführer der Verteidigung. Dahinter soll Linebacker Justus Moreland als Tackling-Maschine wüten. „So einen Spieler wie ihn hatte ich noch nie.

Die Schnelligkeit, die er mitbringt, ist einzigartig. Ohnehin haben wir bei den Neuzugängen auf Schnelligkeit geachtet“, erklärt Schmidt. Dieses Kriterium erfüllt auch Defensive Back Jarrod Cann – der Spitzname „Jet“ ist Programm – bestens. Er soll die Passverteidigung stabilisieren.

„Es ist das beste Marburger Team, das ich bisher hatte. Bringt das automatisch den Erfolg? Nein! Aber es ist die Voraussetzung“, bewertet Heffron.

von Benjamin Kaiser