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Lokalsport Der Mercs-Motor soll weiterhin schnurren
Sport Lokalsport Der Mercs-Motor soll weiterhin schnurren
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08:58 27.07.2019
Marburgs Tyler O’Donnell trägt den Ball im Heimspiel gegen Frankfurt Universe zum Touchdown. Diesen Samstag gastieren die Marburg Mercenaries bei GFL-Süd-Schlusslicht Ingolstadt Dukes. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Und wieder geht’s nach Bayern. Nachdem die Marburg Mercenaries zuletzt in Kirchdorf gastiert hatten, haben sie nun die „Herzöge“ aus Ingolstadt vor der Brust, die aktuell aber kein Football-Blaublut sind.

Hinter den Marburg ­Mercenaries liegt ein anstrengender Spieltag. Das Gastspiel am Samstag, 20. Juli, bei den Kirchdorf Wildcats an der deutsch-österreichischen Grenze – Anreise war bereits am Freitag – verschlang quasi das gesamte Wochenende.

Dennoch war am Dienstag im Training die Gier nach Verbesserung so groß, dass das Team nach dem Training noch zusätzliche Einheiten für die Kondition einschob – die richtige Einstellung für Erfolg.

Statistiken sprechen für die Gäste

Auch wenn es noch viel Luft nach oben gibt, läuft es derzeit bei den „Mercs“. Fünf Siege in Serie sind der eindrucksvolle Beweis. Tibor Gohmert glaubt, dass sich an der Einstellung des Teams auch nach der nächsten Niederlage nichts ändern werde. „Natürlich ist es immer leichter Bock auf Training zu haben, wenn der Erfolg da ist. Aber ich sehe uns derzeit sehr gefestigt“, erklärt der Mann, der als Cheftrainer der „Söldner“ nach wie vor ungeschlagen ist.

Und die Vorzeichen sprechen dafür, dass dies auch am Wochenende so bleibt. Die Marburger geben diesen Samstag (18.30 Uhr) ihre Visitenkarte bei den Ingolstadt Dukes ab, die momentan die Rote Laterne in der Gruppe Süd der German Football League tragen. „Wenn wir unser Spiel durchziehen gewinnen wir. Wir sind das bessere Team“, hebt Gohmert berechtigt hervor. In fast allen Offensiv- sowie Defensivstatistiken weisen die Gäste eine bessere Bilanz vor als die „Herzöge“.

Dukes lassen pro Spiel 38 Punkte zu

Allerdings haben die Ingolstädter ihre Negativserie beendet. Die ersten sieben Saisonspiele waren allesamt verloren worden, bevor die vergangene Partie gegen die siebtplatzierten Allgäu Comets 31:21 gewonnen wurde. „Die stehen natürlich ein wenig mit dem Rücken zur Wand und werden dementsprechend heiß auf einen Heimsieg sein“, meint Gohmert. Aber im Gegensatz zur schwachen Comets-Offensive reist nun ein Marburger Angriff an, der satte 400 Yards pro Spiel bewerkstelligt.

Der Spieltag

German Football League Süd:
Munich Cowboys – Schwäbisch Hall Unicorns (Sa., 16 Uhr),
Ingolstadt Dukes – Marburg Mercenaries (Sa., 18.30 Uhr),
Allgäu Comets – Stuttgart Scorpions (So., 15 Uhr),
Frankfurt Universe – Kirchdorf Wildcats (So., 16 Uhr).

German Football League Nord:
Hildesheim Invaders – Kiel Baltic Hurricanes (Sa., 16 Uhr),
Potsdam Royals – Cologne Crocodiles (Sa., 16.30 Uhr),
Düsseldorf Panther – Dresden Monarchs (Sa., 17 Uhr),
Lions Braunschweig – Berlin Rebels (So., 15 Uhr).

Die Gastgeber stellen eine Defensive, die pro Spiel 38 Punkte zulässt.

Allerdings muss bei diesem desolaten Wert berücksichtigt werden, dass die Dukes bereits zwei Spiele gegen die Topteams Schwäbisch Hall Unicorns und Frankfurt Universe hinter sich haben.

„Ihre Defensive ist nicht schlecht. Sie hatten auch viele Personalsorgen in dieser Saison“, erklärt Offensive Coordinator Elias Gniffke.

Aber auch das Team aus Bayern dürfte Probleme mit Marburgs Hochgeschwindigkeits-Spielweise haben, die gegnerischen Verteidigungen stark zusetzt.

Derzeit führt Gniffkes Offensive die GFL an: Fast 70 Spielzüge boxt der von Quarterback Jakeb Sullivan geführte Angriff pro Spiel im Schnitt durch – Ligaspitze. „Wir trainieren natürlich auch mit diesem Tempo. Natürlich bekommen da gegnerische Defensiven Probleme mit der Kondition – gerade bei so heißen Temperaturen“, meint Gniffke. Am Samstagabend wartet Mutter Natur mit rund 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit in Ingolstadt auf.

Bei solch drückenden Bedingungen wäre es umso fataler, wenn sich die „Söldner“ ins eigene Fleisch schneiden. Das unterstreicht Defensive Coordinator Sergej Schmidt: „Im Vergleich zum Spiel gegen Kirchdorf müssen wir die vielen Strafyards vermeiden und mit mehr Disziplin spielen. Auch die Fehler bei der Aufgabenverteilung in der Deckungsarbeit müssen wir vermeiden.“ Wird dies beherzigt, dürfte dem sechsten Sieg in Serie kaum etwas im Wege stehen.

von Benjamin Kaiser