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Lokalsport „Wir dürfen nicht die Nerven verlieren“
Sport Lokalsport „Wir dürfen nicht die Nerven verlieren“
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00:17 01.04.2019
Für Kristian Gaudermann (links, gegen den Pirmasenser Salif Cissé) und Eintracht Stadtallendorf steht das Highlight-Spiel in Offenbach auf dem Programm. Quelle: Thorsten Richter
Stadtallendorf

Nach dem jüngsten 4:1-Sieg gegen den FK Pirmasens wittert die Eintracht wieder Morgenluft im Abstiegskampf. Und bei so manchem TSVler dürfte vor dem Hessenderby die Hoffnung groß sein, dass am altehrwürdigen Bieberer Berg gerade deshalb etwas drin ist, weil der OFC kaum noch Chancen hat, Waldhof Mannheim auf Platz eins abzufangen.

„So gerne ich Dragan Sicaja habe, aber diesen Gefallen kann ich ihm nicht tun“, sagt Offenbachs Trainer Daniel Steuer-
nagel, der Sicaja noch aus Hessenligazeiten kennt, als der heute 39-Jährige den SC Teutonia Watzenborn-Steinberg in die Regionalliga führte.

Doch nicht nur seinen Gegenüber kennt der TSV-Coach gut – auch das Stadion, in dem es am Samstag, 30. März, zur Sache geht: Im Oktober 2017 unterlag sein Team dort vor etwa 7.200 Zuschauern dem OFC mit 0:2. Zu seinen aktiven Zeiten spielte Sicaja dort selbst mit dem SC Neukirchen. „Da hast du deinen Nebenmann nicht gehört“, erinnert sich der 52-Jährige.

Sicaja: Wir haben keinen großen Druck

„Der Bieberer Berg hat etwas Spezielles, eine ganz besondere Atmosphäre“, weiß Sicaja – genau wie sein Schützling Laurin Vogt: „Was Stadion und Umfeld angeht, ist es sicher mit das Beste, was uns erwartet.“ Und genau deshalb mahnt der Flügelstürmer: „Wir dürfen dort nicht die Fassung verlieren.“

Auch 
Sicaja weist darauf hin, wie wichtig es ist, cool zu bleiben: „Wir haben keinen großen Druck, dürfen aber nicht die Nerven verlieren und keine Anfängerfehler machen.“ Zudem sei speziell bei Standardsituationen Vorsicht geboten – insbesondere vor den kopfballstarken Innenverteidigern Lucas 
Albrecht und Benjamin Kirchhoff. „Da ist Offenbach brandgefährlich“, weiß Sicaja.

Tabelle

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Überzeugung im Spiel nach vorne, vor allem aber eine „gute Mannschaftsleistung“ brauche es, um zu bestehen am Bierer Berg, der inzwischen wieder einer Festung gleicht: Seine vergangenen fünf Heimspiele 
gewann der OFC, nur einmal verloren die Kickers in dieser Runde auf eigenem Platz.

Generell läuft es in der Rückrunde besser für die Steuernagel-Elf als in der Hinserie. Mit 22 von möglichen 27 Punkten belegen die Offenbacher Rang drei im Ranking der zweiten Saisonhälfte. Steuernagel wundert‘s nicht: „Gut Ding will Weile haben. Wir haben uns als Mannschaft entwickelt und gefunden und entwickeln uns immer noch weiter.“

Zwei Langzeitverletzte fehlen beim OFC

Laut OFC-Stürmer Moritz Reinhard sind die Kickers gewarnt: „Wir wissen, dass Stadtallendorf lange Bälle nach vorne spielt und körperlich stark ist. Wir gehen dennoch optimistisch in die Partie.“

Verzichten muss Steuernagel, der auf ein frühes Tor für sein Team hofft, auf die langzeitverletzten Dennis Schulte und Matias Pyysalo (beide Syndesmosebandriss). Bei Stadtallendorf gleicht die personelle Situation der der Vorwoche. Leistenbeschwerden zwangen Daniel Vier unter der Woche zu einer kurzen Pause, doch beim Routinier sollte es gehen.

Mit zwei Treffern in den vergangenen zwei Spielen empfahl sich zuletzt Felix Nolte. Insbesondere wenn der Stürmer von der Bank kam, gefiel er Sicaja besonders: „Bei Spielen, in denen er von Beginn an auf dem Platz war, stand er unter Druck. Wenn er eingewechselt wurde, hat er immer für frischen Wind gesorgt“, begründet der Stadtallendorfer Übungsleiter – und gibt zu bedenken, dass Nolte zuletzt noch Kniebeschwerden nach einer Meniskus-Operation plagten.

Vogt: Brauchen einen sehr, sehr guten Tag

Nolte droht wie seinen Mitspielern Wessam Abdel-Ghani, Tomislav Baltic, Kristian Gaudermann, Perry Ofori und Amar Zildzovic eine Gelb-Sperre. Spieler zu schonen, um deren Einsatz für Folgepartien sicherzustellen, kommt für Trainerfuchs Sicaja aber nicht infrage.

„Warum sollte wir gegen Offenbach nichts holen?“, fragt er und lässt damit durchblicken, dass sich der Kroate durchaus auch gegen den Tabellenvierten etwas ausrechnet. Für Laurin Vogt ist allerdings auch klar: „Auch wenn wir aktuell nicht so gut dastehen, wäre es schön, wenn wir in Offenbach etwas mitnehmen könnten. Aber dafür brauchen wir einen sehr, sehr guten Tag.“

von Marcello Di Cicco