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Lokalsport Elversberg kommt mit Rückenwind
Sport Lokalsport Elversberg kommt mit Rückenwind
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00:18 22.04.2019
Unaufhaltsam: Muhamet Arifi (Stadtallendorf, links) im Zweikampf mit Dino Bajric (Worms).  Quelle: Thorsten Richter
Stadtallendorf

Am vergangenen Samstag lief so ziemlich alles gegen den TSV Eintracht Stadtallendorfer: Fast alle direkten Konkurrenten im Abstiegskampf punkteten.

Zudem ließen die Südwest-Vertreter in den Kellerduellen der 3. Liga Federn: Der VfR Aalen verlor mit 1:2 gegen die Sportfreunde Lotte, wodurch Aalen nun sieben Punkte Rückstand zum rettenden Ufer hat; die SG Sonnenhof Großaspach kassierte gegen Eintracht Braunschweig in der Nachspielzeit den Ausgleich und verpasste es so, einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt zu machen.

Heißt wiederum für die Regionalliga Südwest: Vier Absteiger sind sehr realistisch, fünf durchaus möglich.

Fließ: „Wir werden 
 weiter alles geben“

„Es müssen nun viele Faktoren zusammenkommen, dass es für uns noch mit dem Klassenerhalt klappt“, weiß Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja angesichts der tabellarischen Situationen in beiden Ligen.

Dennoch gibt sich der Kroate kämpferisch: „Wir werden bis zum letzten Spiel alles geben. Das sind wir uns selbst schuldig“, schlägt der 52-Jährige in dieselbe Kerbe wie sein Schützling André Fließ, der sagt: „So lange rechnerisch alles möglich ist, werden wir weiter alles geben.“

Verhehlen will der gebürtige Frankfurter indes nicht, dass die Niederlage in Homburg (1:3) „geschmerzt“ hat, denn: „Es wäre mehr drin gewesen.“

Dennoch sei die Stimmung im Team gut – und das soll sich auch nach der Partie gegen die Sportvereinigung Elversberg nicht ändern, wenngleich sich der Tabellensechste derzeit in einer guten Verfassung befindet: Sieben Siegen nach der Winterpause stehen zwei Niederlagen gegenüber.

Zuletzt gewann die „Elv“ das Saarland-Derby gegen den 1. FC Saarbrücken mit 4:3. „Meine Mannschaft hat in dieser Partie viel Spielfreude und Gegenwehr an den Tag gelegt. Einzig die kleinen Unachtsamkeiten dürfen wir nicht mehr zulassen“, sagt Elversbergs Coach Horst Steffen.

Seit seinem Amtsantritt Ende Oktober des vergangenen Jahres geht‘s bergauf beim Meister der Spielzeit 2016/2017, der in der Rückrunden-Tabelle den dritten Platz belegt. Nach einem schlechten Saisonstart 
habe sich – auch dank guter Ergebnisse – die Verunsicherung stetig gelöst. „Eine gute Qualität hatten wir ohnehin im Kader“, sagt Steffen, der auf 207 Bundesliga-Einsätze kommt.

Der bei der Eintracht schmerzlich vermisste Israel Suero Fernandez blüht seit einigen Wochen bei den Saarländern auf, nachdem Julius Perstaller zunächst häufiger den Vorzug vor dem Spanier bekommen hatte, denn: „In der Defensive ist Israel nicht ganz so gut organisiert.

Mit Perstaller hatten wir mehr Sicherheit“, begründet Steffen, der dem technisch versierten Flügelstürmer aber eine „gute Entwicklung“ bescheinigt und durchblicken lässt, dass 
„Isra“ gegen seinen Ex-Club im Kader stehen wird – sofern er fit und gesund bleibt.

Verzichten muss der SVE-Trainer auf die langzeitverletzten Marco Kofler, Aleksandar Stevanovic, Oliver Stang und Dennis Rosin. Ob der erkrankte Perstaller spielen kann, entscheide sich kurzfristig. Bei der Eintracht kehrt Stürmer Felix Nolte nach abgelaufener Gelbsperre zurück, dafür fehlt der Gelb-
 gesperrte Mittelfeld-Abräumer „Mo“ Arifi.

„Es wird ein harter Brocken“, sagt Fließ, „aber wir werden versuchen, um den Punkt, den wir von Beginn an haben, zu verteidigen.“ Sein Coach erwartet einen Gegner, der offensiv spielt, in der Defensive aber auch anfällig ist.

„Wir wollen wieder ein unangenehmer Gegner sein und werden alles dafür tun, um die drei Punkte bei uns zu behalten“, sagt Sicaja, der dafür eine bessere Chancenverwertung einfordert – genau wie Fließ, der es zudem für notwendig erachtet, im Vergleich zur Vorwoche „die eigenen Fehler“ abzustellen. „Spielerisch war es gegen Homburg okay, genau da sollten wir weitermachen“, sagt der 27-jährige Offensivspieler der Stadtallendorfer.
    

von Marcello Di Cicco