Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Kein "Hurra-Fußball" mehr spielen
Sport Lokalsport Kein "Hurra-Fußball" mehr spielen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:49 26.07.2019
Nach Rang neun in der Verbandsliga-Premierensaison will Bauerbach um Kapitän Mirko Freese (Mitte; hier im Spiel gegen Wörsdorf) in der neuen Spielzeit weiter oben landen. Quelle: Michael Hoffsteter
Bauerbach

Wie auch in der Saison 2017/2018 traf in der vergangenen Spielzeit eines auf alle Spiele des SV Bauerbach zu: Es war nie langweilig. Dafür zeichnete die brandgefährliche Offensive sowie die löchrige Defensive verantwortlich. In der zweiten Verbandsliga-Saison der Vereinsgeschichte soll allerdings das Gleichgewicht zwischen technisch versiertem Angriffsfußball und geordneter Defensive besser austariert sein.

Coach Stefan Frels, der Spiele lieber 5:3 als 1:0 gewinnt, gesteht, dass sich die Mannschaft beim Verteidigen verbessern muss. Wobei er auf Defensive als Teamkonzept anspielt. Das Mittelfeld müsse intensiver in der Rückwärtsbewegung sein.

Die Abwehrkette sei in der vergangenen Spielzeit selten der Hauptschuldige. „84 Gegentreffer nach 32 Spielen sind natürlich viel zu viel“, sagt der Trainer des Tabellenneunten der Vorsaison. Wo nicht vergessen bleiben darf,
dass 30 Gegentore in verschiedenen Partien kassiert wurden.

"In einigen Spielen zu blauäugig"

Der SVB konnte fast jedes Team abschießen, aber auch fast von jedem abgeschossen werden. Aus Partien wie dem 0:9-Heimdebakel gegen Meister FSV Fernwald im Dezember 2018 muss das Team erlernen, „die Blutung zu stoppen, wenn die Wunde gerissen ist“.

Es wurde viel Lehrgeld bezahlt, dass aber nicht schlecht investiert ist, wenn der Lerneffekt entsprechend hoch ist. „Wir waren in einigen Spielen als Mannschaft zu blauäugig und wollten Hurra-Fußball spielen“, erinnert sich Frels. Das Team kann es besser.

Der SVB ist von seiner Spielstärke und seinem Potenzial her nicht das neuntbeste Team in der Liga, sondern weiter oben anzusiedeln. Frels legt das Spektrum an möglichen Resultaten dar. „Verletzungen, Durststrecken, Schwächephasen können passieren. Von Platz drei bis 13 ist alles möglich“, sagt der Trainer. Für einen Platz weiter oben spricht, dass der SVB einen Großteil der Mannschaft zusammenhalten konnte.

Der ­Verlust von Defensivallrounder Milos Milosevic wiegt zwar schwer, doch Neuzugang Fabian Mendack traut der Club zu, diese klaffende Lücke zu schließen. Ein weiterer namhafter Neuzugang ist Robin Dempt, der auf der rechten Außenbahn wirbeln soll.

Wachstum von innen

Neben diesen punktuellen Verstärkungen muss aber besonders eines passieren: Wachstum von innen. Die jungen Spieler im Kader – und das sind fast alle – haben nunmehr ein Jahr Verbandsliga hinter sich. Weiterhin dürften technische Qualität, Handlungs- und Laufgeschwindigkeit Bauerbachs Trümpfe sein.

Zumal Frels sein Team mittlerweile für weniger berechenbar hält: „Im Vergleich zum jetzigen Zeitpunkt im vergangenen Jahr haben wir uns in der Flexibilität verbessert. Wir sind geduldiger, nehmen mal Tempo heraus und lassen den Gegner kommen.“

Auf der anderen Seite dürfte die Art und Weise, wie gegnerische Teams gegen den SVB Stiche landen können, ähnlich wie in der abgelaufenen Runde sein. Denn das Kopfballspiel war sicherlich nicht die Stärke von Frels’ Schützlingen. Und das Team hat keine Zentimeter hinzugewonnen, sondern durch Milosevics Abgang den Spieler mit der geeignetsten Physis sogar verloren.

Was stimmt Frels also optimistisch, dass Standardsituationen nicht erneut die Achillessehne sind? „Wer behauptet denn, dass ich dahingehend optimistisch bin?“, fragt der Coach und lacht. Seine Spieler müssten in solchen Situationen energischer zum Ball gehen.

von Benjamin Kaiser

  • Zugänge: Fabian Mendack (VfB Marburg), Robin Dempt und Leon Klapp (beide VfB Wetter), Lars Arndt (BSF Richtsberg).
  • Abgänge: Milos Milosevic (FSV Fernwald), Julian Reinhardt (TSF Heuchelheim), Alban Ademi und Luca Hendrich (beide FSV Schröck).