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11:58 11.08.2019
Die Nachwuchs-Judoka überzeugten bei den „European-Para-Youth-Games“ in Finnland mit drei Europameistertiteln sowie weiteren Medaillen.  Quelle: R. Krewer
Marburg

In der Woche vom 24. Juni bis zum 1. Juli fanden in Finnland die sogenannten „European-Para-Youth-Games“ statt. Rund 24 Delegationen aus ganz Europa trafen aufeinander, um sich in acht Sportarten zu messen. Auch die paralympische Disziplin Judo zählt dazu.

Für den Para-Judo-Nachwuchsbereich (15 bis 21 Jahre) stellte dieses Event die Europameisterschaften für junge, blinde und sehbehinderte Athletinnen und Athleten dar. Die Abordnung des Deutschen Behindertensportverbandes wurde durch acht junge Judoka aus dem Landesverband Hessen, dem Leistungsstützpunkt der Blista Marburg sowie Markus Zaumbrecher als zuständiger Trainer für den Nachwuchsbereich Para-Judo vertreten.

Favorit Daniel Goral holt Goldmedaille

Eine Erneuerung bestand darin, dass die Wettkämpfe in diesem Jahr ausnahmslos einzeln und nicht im Team stattfanden. Austragungsort war der finnische Olympiastützpunkt Pajulahti.

Daniel Goral, mittlerweile Mitglied der Senioren-Nationalmannschaft, wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Durch technisch saubere und besonders durch Fairness ausgezeichnete Kämpfe gewann er die Goldmedaille in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm. Auch Tim Meiß, den die Bundestrainerin Carmen Bruckmann bereits mehrere Male nominierte, unterlag nur Daniel Goral und erlangte dadurch die Silbermedaille.

Tabea Müller, die Deutsche Vizemeisterin von 2017, dominierte im Nachwuchsbereich ihre Konkurrentinnen. In der Klasse bis 52 Kilogramm trat sie ebenfalls als Nachwuchs-Europameisterin den Heimweg an. Das deutsche Team wurde noch durch eine dritte Goldmedaille belohnt: Henry Mackney erkämpfte sich durch seine kontrolliert und zielstrebig geführten Kämpfe den obersten Podiumsplatz.

Auch bei den etwas weniger routinierten Judoka blieben Medaillenerfolge nicht aus. Gina Marie Eichhoff gewann Silber in der Klasse bis 63 Kilogramm. Die Newcomer Vanessa Wagner (Bronze bis 52 Kilogramm), Leo Steinkampf und Maximilian Heffels (Bronze bis 81 Kilogramm) traten das erste Mal im Rahmen des deutschen Nachwuchsteams im Ausland an.

Ergebnisse können sich sehen lassen

Im Vergleich zu den vergangenen „European-Para-Youth-Games“ in Genua 2017, bei denen die Para-Judoka insgesamt als Sieger hervorgingen, fielen einige Athleten in Finnland altersbedingt aus. Die Ergebnisse können sich dennoch sehen lassen. Von den sieben teilnehmenden Judo-Nationen belegte das deutsche Team erneut den ersten Platz in der Gesamtwertung, gefolgt von Spanien, Italien und Finnland.

„Es ist uns gelungen, den Erfolg von 2017 zu wiederholen und durch die drei Europameister-Titel und die zwei Vizemeister-Erfolge im europäischen Vergleich in der Gesamtwertung wieder an der Spitze zu stehen. Die Stimmung in der Gruppe war super und nun können wir zufrieden nach Hause fahren und verdient in die Sommerferien gehen“, ergänzte Markus Zaumbrecher.

Dem Trainer ist es wichtig, die am Judosport interessierten Kinder und Jugendlichen sowie deren Trainer zu vernetzen, um dadurch das Para-Judo weiter auf- und auszubauen. „Ich freue mich darüber, wenn in diesem Sinne sehbehinderte Jugendliche, deren Eltern oder engagierte Judoka Kontakt zu mir aufnehmen. Das kann der Entwicklung in unserem Sport nur gut tun“, betont der Nachwuchstrainer.

von Max Kunzmann