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Lokalsport Schröck gibt sich keine Blöße
Sport Lokalsport Schröck gibt sich keine Blöße
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23:13 12.07.2019
Schröcks Rene Blümke (links) und Schönstadts Kerim Cetincelik kämpfen um den Ball.  Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Ei­nige Zuschauer schüttelten mit dem Kopf, andere blickten einfach nur ungläubig drein, und Dragan Sicaja fluchte an der Seitenauslinie auf seine unnachahmliche Art. Nach einer 3:1-Führung kassierte der Hessenligist Eintracht Stadtallendorf kurz nach dem Seitenwechsel zwei Tore binnen kurzer Zeit.

Sicaja hatte vor dem Spiel noch gewarnt. „Wir müssen den Gegner immer respektieren. Völlig egal, in welcher Klasse er spielt“, sagte Stadtallendorfs Coach.

Am mangelnden Respekt scheiterte es nicht, vielmehr ­servierte die Eintracht. Der Gruppen­liga-Aufsteiger TSV Michelbach schnupperte nach dem 3:3 per Strafstoßtor von Alessio Cana­vese an der Sensation.

Aber die wurde letztlich doch abge­blasen. Kurz nach dem Ausgleich durch Alessio Canavese per Strafstoß tankte sich Laurin Vogt durch und netzte aus 18 Metern Torentfernung ein. Die Michelbacher skandierten zu recht. Denn dem Treffer war ein Foul vorausgegangen. Von da an nahm das Spiel den erwarteten Lauf.

Nach tollem Kampf ließen sich die bis dato sehr mutigen Michelbacher ein wenig hängen, und die Eintracht traf nach Belieben. Sechs Treffer gelangen ihr binnen 20 Minuten zum 9:3-Endstand. Dank des Sieges stehen die Stadtallendorfer somit im Halbfinale und warten auf ihren Gegner – Gastgeber SV Bauerbach oder SC Gladenbach.

Neben dem erwarteten Sieg des Hessenligisten gab sich auch der Gruppenligist FSV Schröck gegen den SV Schönstadt, der sich überraschend für die Hauptrunde qualifiziert hatte, letztlich keine Blöße und zog souverän ins Viertelfinale ein. Coach Maurice Jauernick bereiteten die Startschwierigkeiten keine Kopfschmerzen. „Es hat gegen einen tief stehenden Gegner ein wenig gedauert, aber 
wir haben im Training das Spiel gegen solche Mannschaften ­geübt und dann auch Lösungen gefunden“, erklärte Schröcks Trainer.

"Viel zu mutlos"

Gegen einen forschen A-Ligisten übernahm das Team vom Elisabethbrunnen nach einer Viertelstunde das Kommando und hätte zum Pausentee bereits deutlich höher führen müssen als nur 2:0. Ein satter Distanzschuss von „Arbeiterbiene“ Leon Berthold war der Dosenöffner, der den unterm Strich verdienten 4:0-Sieg einleitete.

Ebenso wie die Schröcker konnten auch die Ballsportfreunde Richtsberg das Ticket fürs Viertelfinale lösen. Das Duell mit dem künftigen Kreisoberligarivalen FV Wehrda war sicher kein fußballerischer Lecker­bissen, wurde aber letztlich von einem genialen Moment Milano Michels entschieden. Aufgrund dessen Vorarbeit musste Teamkollege Angelo Rübe nur noch den Fuß hinhalten.

Die BSF spielten abgezockt und eiskalt, der FV laut Sascha Nahrgang „viel zu mutlos“. Wehrdas Trainer sprach von ­einer „verdienten Niederlage“, weil sich sein Team keine wirkliche Torchance herausgearbeitet habe. Wenn der Sturm einen Hauch an Gefahr ­erzeugte, dann durch Distanzschüsse. In den Strafraum gelang das Team in Grün kaum. Hinzu gesellten sich mehrere Stockfehler in aussichtsreicher Lage, die bis zum Saisonbeginn abgestellt sein sollten.

  • Am Freitag spielen, Viertelfinale: SV Bauerbach – SC Gladenbach (18 Uhr), SF BG Marburg – BSF Richtsberg (19.10 Uhr), FSV Fernwald – FSV Schröck (20.20 Uhr).

von Benjamin Kaiser