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Lokalsport Nur zwei Abgänge stehen schon fest
Sport Lokalsport Nur zwei Abgänge stehen schon fest
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00:17 21.05.2019
Außenverteidiger Ceyhun Dinler (links, hier gegen Waldhof Mannheims Maurice Deville) wird die Stadtallendorf Eintracht nach fünf Jahren zum Saisonende verlassen.  Quelle: Marcello Di Cicco
Stadtallendorf

Sebastian Gessl, Tim Wöhrle, Corey Lee Anton, Johannes Bender, Nicolas Wähling, Filipp Rettig und Theo Politakis haben sie bereits hinter sich. Gemeint ist die Verabschiedung, die die TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende für ihre sieben Kicker vornahm. In den U-23-Teams der Bundesligisten haben die jungen Spieler nur wenig Zeit, um den nächsten Schritt zu machen. Zwei Jahre sind es in der Regel bei der TSG Hoffenheim, wie Cheftrainer Marco Wildersinn skizziert.

Wie groß der Umbruch bei der Eintracht im Sommer sein wird, lässt sich derzeit nur grob abschätzen. Fest steht derweil: Die Verträge mit Ersatzkeeper Alexander Loch und Linksverteidiger Ceyhun Dinler laufen aus. Beide Spieler verlassen den TSV mit unbekanntem Ziel und werden gegen „Hoffe zwo“ verabschiedet.

Loch kam im vergangenen September, nachdem sich Ersatztorwart Dusan Olujic einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen hatte, und stand lediglich Ende September beim 0:4 gegen den VfR Wormatia Worms zwischen den Pfosten.
Der torgefährliche Ceyhun Dinler spielte zuletzt im Oktober im Hinspiel gegen Astoria Walldorf (1:4).

Danach fehlte der 24-Jährige zunächst wegen Kniebeschwerden, später wurde bei ihm ein Kreuzbandriss dia­gnostiziert und behandelt. Dinler absolvierte 131 Partien für die Herrenwälder seit 2014. Als einziger Zugang für die kommende Runde steht bislang Offensivspieler Matthias Pape von Mitte-Verbandsligist Sportfreunde Blau-Gelb Marburg fest (die OP berichtete).

13 Spieler bleiben sicher

Der 29-Jährige ergänzt einen Stamm von 13 Spielern, die den Ostkreislern auch in der Hessenliga erhalten bleiben. Diese sind: Dusan Olujic, Kevin Vidakovics, Daniel Vier, Perry Ofori, Kristian Gaudermann, Muhamet Arifi, Jascha Döringer, Laurin Vogt, Damijan Heuser, Arne Schütze, „Gui“ da Silva, Felix Nolte und Marcel Schott.

„Bei allen anderen Spielern laufen noch Gespräche, wobei wir bei dem ein oder anderen Spieler schon etwas weiter sind. Offiziell ist aber noch nichts“, sagt Stadtallendorfs Sportlicher Leiter Fejz Hodaj. Offen ist demnach noch, wie es bei folgenden Akteuren weitergeht: Hrvoje Vincek, Alieu Sawaneh, Wessam Abdel-Ghani, Amar Zildzovic, Yannick Wolf, Enis Bunjaki, André Fließ und Antonyos 
Celik.

„Den ein oder anderen Spieler werden wir wohl nicht halten können“, weiß Hodaj. Dafür sind auch finanzielle Gründe ausschlaggebend. Laut dem Sportlichen Leiter sei es durchaus möglich, dass „kurzfristig die ein oder andere Personalie entschieden wird“.

Fest steht indes, dass Co-Trainer Ante Markesic nicht an Bord bleiben wird. Markesic kam im Aufstiegsjahr 2017 als Nachfolger von Heiko Schmidt. „Wir hatten ein vernünftiges Gespräch mit Ante“, sagt Hodaj, der betont, dass der Verein „vollkommen zufrieden“ mit Markesics Arbeit war. „Er ist ein hervorragender Trainer und auch menschlich ein super Typ“, lobt Hodaj. Letztlich sei aber klar geworden, dass der Aufwand für Markesic zu hoch sei. Der 49-jährige Kroate wohnt und 
arbeitet im Raum Bad Hersfeld.

Talente im Probetraining

Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja macht nach dem Saisonfinale an diesem Wochenende erst einmal einige Wochen Urlaub in seiner kroatischen Heimat. Den Blick nach vorne wagt er dennoch. „Ich freue mich schon auf die nächste Serie“, sagt der 52-Jährige, der vor allem auf Perspektivspieler aus der Region setzten möchte, „die sich entwickeln wollen“.

Wie der TSV-Coach verrät, seien bereits Kicker aus der A-Jugend der Talentschmieden der TSG Wieseck und der Offenbacher Kickers zu Gast im Training gewesen. „Gespräche wurden aber noch nicht geführt“, betont Hodaj. Nichtsdestotrotz sei es das Ziel, „den nächsten Williams zu entwickeln“, sagt Sicaja, der damit auf Ex-Schützling Del-Angelo Williams anspielt, der über Drittligist Hansa Rostock künftig bei Südwest-
Regionalligist SV Elversberg seine nächste Station im Profifußball ansteuert (die OP berichtete).

„Wir sondieren den Markt und schauen, was für uns möglich ist“, sagt Hodaj, laut dem man zwar hauptsächlich nach Spielern suche, die „jung, hungrig und willig“ sind, jedoch nicht ausschließlich. Für Stadtallendorfs Fußball-Präsident Reiner Bremer ist derweil wichtig, „den freien Fall zu stoppen“. „Wir müssen uns auf die Hessenliga einlassen. Denn klar ist es ein Unterschied, ob man in Mannheim oder Ginsheim spielt“, sagt Bremer. 

von Marcello Di Cicco