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Lokalsport Blue Dolphins spielen nur um den Trostpreis
Sport Lokalsport Blue Dolphins spielen nur um den Trostpreis
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15:03 24.03.2019
Für Tonisha Baker (Mitte) und den BC Marburg war Herne eine Nummer zu groß. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
Herne

Beiden Teams war anzumerken, dass es um viel ging. Sowohl die Gastgeberinnen aus Herne als auch die Marburgerinnen agierten im Abschluss oft zu nervös. Zudem verteidigten beide Mannschaften hart - viele Punkte gab es folglich von der Freiwurflinie. Herne nahm dem BC die Stärke von der Dreierlinie und war selbst damit gegen Ende des ersten Viertels erfolgreich. Durch drei Treffer von außen setzte sich Herne von 13:12 auf 22:16 ab.

Die Blue Dolphins machten sich darüber hinaus das Leben selbst schwer. Entnervt von der engen Defense des Hauptrundenersten der Bundesliga leisteten sich Johanna Klug, Katie Yohn und Marie Bertholdt drei Offensivfouls in Folge. Die Würfe von außen saßen nicht, viele Pässe landeten in den Armen der Hernerinnen. Bis zur Halbzeit lag die Marburger Trefferquote bei nur 23 Prozent. So setzte sich der Favorit schnell auf zehn Punkte ab (26:16 und 30:20). Erst beim Stand von 36:20 traf Yohn den ersten Dreier für Marburg - da waren schon fast 18 Minuten gespielt. Wesentlich besser machte es Herne. Der Dreier von Jordan Frericks zum 41:23 markierte zugleich den Pausenstand.

Die Partie war damit vorentschieden, wenngleich der BC in der zweiten Hälfte dann endlich mit mehr Energie auftrat. Nach zwei Dreiern in Folge von Alex Kiss-Rusk, die - wie allerdings viele Teamkolleginnen - eine ganz schwache erste Halbzeit erwischt hatte, war Marburg immerhin auf 38:49 wieder dran. Doch die Freude währte nicht lange. Herne baute den Vorsprung alsbald wieder auf 57:40 aus. Ein wenig Hoffnung keimte auf, als Finja Schaake einen Buzzerbeater von der Mittellinie traf und es mit 61:50 in den Schlussabschnitt ging.

Dort verkürzte Paige Bradley auf 52:61 - der Rückstand war nicht mehr zweistellig. Wieder aber ließen die Dolphins in der Defensive zu viel zu. Herne stellte auf 70:55. Doch das Kämpferherz der Blue Dolphins war nun geweckt. Zwei Minuten vor Schluss brachte Bertholdt ihr Team mit einem Dreier auf 67:74 heran, gut eine Minute später verkürzte Bradley sogar auf 71:75. Doch dann war es die Schwäche bei den Rebounds, die die Entscheidung bringen sollte. Denn Frericks schnappte sich nach einem Fehlwurf Hernes den Ball unter dem Korb und vollendete selbst zum 77:71. Davon erholte sich der BC nicht mehr und unterlag am Ende mit 73:80.

Eine große Überraschung hatte es im ersten Halbfinale gegeben. Zweitligist Osnabrück gewann deutlich mit 80:50 gegen den Bundesliga-Fünften Eisvögel Freiburg. Somit trifft Marburg am Sonntag um 12 Uhr im Spiel um Platz drei auf Freiburg, während Gastgeber Herne um 15 Uhr als haushoher Favorit ins Finale gegen Osnabrück geht.

von Holger Schmidt