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Lokalsport „Weltauswahl“ ist kein Überteam mehr
Sport Lokalsport „Weltauswahl“ ist kein Überteam mehr
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00:18 16.04.2019
Katie Yohn (rechts, gegen Freiburgs Mirna Paunovic) wird hart bedrängt – damit muss die Marburger Distanzschützin auch gegen Keltern rechnen. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Da kommt was auf die Blue Dolphins zu! Schließlich sind die Rutronik Stars Keltern nicht nur nationaler Titelträger. Sie verfügen auch über reichlich internationale Erfahrung, im Kader stehen Spielerinnen aus neun Nationen.

Diese „Weltauswahl“ hat inklusive der beiden Playoff-Siege gegen Göttingen (100:52, 62:52) die letzten zehn Spiele in Folge gewonnen. Respekt haben die Marburger also vor dem Gegner, allerdings keine Angst. „Keltern ist nicht das Überteam, das es letztes Jahr war“, meint etwa BC-Cheftrainer Patrick Unger.

Immerhin zweimal haben die Dolphins das Team aus Baden-Württemberg in dieser Saison bereits besiegt – beide Male auswärts. In der Bundesliga setzte sich Marburg mit 67:62 durch, im Viertelfinale des Pokals mit 69:66. Das Heimspiel allerdings verlor der BC mit 57:73, was in der Endabrechnung den direkten Vergleich und somit den zweiten Platz in der Liga-Hauptrunde kosten sollte. So geht Keltern nun mit Heimvorteil ins Spiel – was angesichts der genannten Ergebnisse aber kein Nachteil sein muss.

„Wir wissen viel von dem, was uns erwartet“

Der Kader des Gegners hat sich im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen, dem Pokal-Aus, noch einmal geändert. Unmittelbar danach nahm Keltern Rebecca Tobin und Milica Deura unter Vertrag. Keine Unbekannten für Unger und seine Schützlinge, schließlich spielten beide in der Vorsaison noch für den TSV Wasserburg. „Wir wissen viel von dem, was uns erwartet“, sagt Unger deshalb.

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Da wäre Kimberley Pierre-Louis. Die Kanadierin räumt unter dem Korb auf, ist mit 14,5 Punkten im Schnitt zudem Kelterns Topscorerin.

Sie hatte ihren Anteil daran, dass die Sterne in allen drei Duellen die Bretter – zum Teil klar – dominierten.

„Es ist nicht spielentscheidend, dass wir sie outrebounden“, erklärt Unger. „Ziel ist es, viele schlechte Würfe zu erzwingen und auf den Ball aufzupassen.“ Denn die Zahl der Turn‑
over – der Ballverluste also – war in den drei Partien wichtiger für den Spielausgang.

Für den Ballvortrag sind Point und zum Teil Shooting Guards verantwortlich. Und da verfügt Keltern in der US-Amerikanerin Jasmine Thomas (10,5 Punkte pro Spiel) und der Nigerianerin Ezinne Kalu (13,1) über zwei exzellente Spielerinnen. „Sie ist der emotionale Leader“, sieht Unger gerade für Kalu eine Schlüsselrolle im Team des Gegners. In der Defense sei sie sehr aggressiv. „Sie hat zudem einen guten Drive zum Korb und einen guten Wurf von außen“, beschreibt der BC-Coach die Stärken der Nigerianerin.

„Es würde helfen, wenn Katie Dreier trifft“

Einen extrem guten Wurf von außen hat eigentlich auch Katie Yohn. Die Marburger Kapitänin ließ diese Gefahr von außen in der Viertelfinalserie gegen Hannover jedoch vermissen. „Sie wird einen schweren Stand haben gegen Keltern“, vermutet Unger, dass sein Gegenüber Christian Hergen‑
röther vor allem auf seine amerikanische Distanzschützin ein Auge haben wird. „Wir müssen Entlastung für Katie schaffen, damit sie ihre Würfe bekommt“, lautet das Gegenmittel. Die freien Leute zu finden, sei das Ziel.

Alex Kiss-Rusk gehört unter dem Korb zu den Spielerinnen, die in Szene gesetzt werden sollen. Darüber hinaus traten in den bisherigen Duellen mit Keltern neben Finja Schaake in Alex Wilke und Stephanie Wagner auch Spielerinnen auf den Plan, die offensiv sonst eher weniger in Erscheinung treten. Gleichwohl weiß Unger aber: „Es würde helfen, wenn Katie Dreier trifft.“ Beim 67:62-Erfolg in Keltern schaffte sie das viermal – und ihr Team insgesamt elfmal. Wiederholung erwünscht.

von Holger Schmidt