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Sport in Stadt und Land Silbermedaille beim Bundesfinale „Jugend trainiert“
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16:59 11.05.2022
Joris Backhaus, Jonas Dettbarn, Noah Devic, Okke Hummel, Carl Jäger, Josua Müller und Till Nassauer feiern.
Joris Backhaus, Jonas Dettbarn, Noah Devic, Okke Hummel, Carl Jäger, Josua Müller und Till Nassauer feiern. Quelle: Foto: Renate Kern
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Biedenkopf

Nach zwei Jahren Coronapause war es endlich wieder soweit: Der sportliche Nachwuchswettbewerb für Schüler „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ kürte seine Talente und besten Schulteams Deutschlands. In der Altersklasse U16 männlich hatte sich die Lahntalschule Biedenkopf qualifiziert und vertrat die hessischen Schulen beim Bundesfinale vom 3. bis 7. Mai in Berlin.

Den Lahntalschülern von Lehrertrainerin und Chefcoach Renate Kern und Co Trainer Kristof Koch gelang ein Turnierauftakt nach Maß. Gegen die Teams aus Bremen (Oberschule an der Ronzelenstraße) und Baden-Württemberg (Graf Zeppelin Gymnasium Friedrichshafen) zeigten sich die Hinterländer Jungs in bester Spiellaune und machten mit zwei 2:0-Spielen den Gruppensieg klar.

Im Viertelfinale hieß der Gegner am folgenden Tag das Marie-Curie Gymnasium Hohen Neuendorf aus Brandenburg. In einem 2:1-Krimi (25:18, 21:25, 25:10) setzten sich Jungs mit einer starken spielerischen und mentalen Leistung durch und standen somit im Halbfinale.

Schon jetzt eine unglaubliche Leistung wollte das Team dieses Ergebnis noch toppen. Als Halbfinalgegner standen ihnen nun die Thüringer Volleyballer des Sportgymnasiums Erfurt gegenüber. Doch die Jungs ließen sich davon nicht beeindrucken und spielten unbeschwert ihren bislang besten Volleyball des Turniers – jede Annahme kam auf den Punkt, das Zuspiel war präzise, so dass die Bälle im gegnerischen Feld einschlagen konnten. Ein schier unüberwindbarer Block führt zum überraschend deutlichen 25:11-Satzgewinn. Das mögliche Finale vor Augen spielten die Lahntalschüler auf Sicherheit und mieden das Risiko. Diese Chancen zum Gegenangriff ließen sich die Erfurter nicht nehmen und ließen nur zehn Biedenköpfer Punkte im zweiten Satz zu. Im Tie-Break bot sich das gleiche Bild. Erfurt ging mit 8:3 in den Seitenwechsel, doch dann ging ein Booster durch die Reihen der Lahntalschüler. Das gesamte Team steigerte sich auf ein neues Level und wuchs über sich hinaus. Angetrieben von einer enthusiastisch antreibenden Bank kämpften sie sich Punkt für Punkt ran. Die Biedenköpfer Jungs waren im Tunnel, zogen an Erfurt vorbei, nutzten den ersten Matchball zum 15:13 Tie-Break Sieg und feierten den Finaleinzug wie Eintracht Frankfurt das Erreichen des Europacupfinales. Es war jetzt schon der größte Erfolg der Lahntalschule Biedenkopf beim Bundesfinale JtfO aller Zeiten!

Finalgegner am Freitag waren die Jungs des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin – eine mit Erst- und Drittplazierten der Deutschen Vereinsmeisterschaften U16 gespickte Mannschaft. Im ersten Satz boten die heimischen Jungs dem körperlich überlegenen Team unbekümmert die Stirn, spielten nahezu fehlerfrei und rangen den favorisierten Berlinern 23 Punkte ab. Im zweiten Satz fehlten den LTS-Schülern am Ende die Körner, so dass der Satz mit 15 Zählern an das Team aus Berlin ging. Aber diese einzige Niederlage im ganzen Turnier war kein Grund für die Jungs, die Köpfe hängen zu lassen – sie feierten ausgelassen mit den anderen hessischen Teams aus Wiesbaden und Hofheim ihre Silbermedaille. Am Abend bei der großen Abschlussveranstaltung von „Jugend trainiert“ in der Max-Schmeling-Halle kam nochmal Gänsehaut-Feeling auf, als vor etwa 2300 Sportlerinnen und Sportlern die jeweils ersten drei Plätze auf der großen Bühne geehrt wurden und Mannschaftskapitän Joris Backhaus unter dem lautstarken Jubel der hessischen Teams die Ehrung entgegennahm. Nicht nur für die Schüler auch für die Lahntalschule und die Talentförderung Volleyball ist dies ein sensationeller Erfolg und ein Lohn für die harte Arbeit in Training und Wettkampf.

Von Rente Kern und Volkamr Hauf