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Lokalsport Trio macht Titel wohl unter sich aus
Sport Lokalsport Lokalsport Trio macht Titel wohl unter sich aus
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18:59 14.01.2020
Großseelheims Philipp Löber überspringt im Spitzenspiel Rauischholzhausens Patrick Traut. Zwar gewann Großseelheim hier mit 3:1, doch sowohl Rauischholzhausen als auch Amöneburg sind im Titelrennen noch aussichtsreich dabei.  Quelle: Melanie Weiershäuser
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Marburg

Großseelheim hat zwar aktuell fünf Punkte Vorsprung, Amöneburg und Rauischholzhausen können aber mit zwei Nachholspielen in der Hinterhand noch am Spitzenreiter vorbei- oder gleichziehen.

„Vom Verein hat es keine Vorgabe gegeben. Wir als Mannschaft haben uns als Ziel gesteckt, unter den ersten Fünf mitzumischen. Ich denke, dass wir das umgesetzt haben. Zu Hause haben wir kein Spiel verloren. Wenn du vorne stehst, willst du natürlich so lange wie möglich oben bleiben“, gibt Großseelheims Trainer Nils Steitz zu verstehen. Das Wichtigste sei, die Mannschaft weiterzuentwickeln.

Verfolger erwarten spannenden Ausgang

Für den TSV Amöneburg ist die Saison nach Ansicht seines Sprechers Volker Schlosser sportlich gut gelaufen. „Es sind gute Fußballer gekommen und es ist klar, dass wir über eine starke Mannschaft verfügen. Zu Hause haben wir noch keinen Punkt abgegeben. Am Ende wird sich zeigen, wer von den ersten Drei das Rennen macht.“

Die Spielvereinigung Rauischholzhausen, so Spielertrainer Brian Davis, hatte sich zu Saisonbeginn kein Ziel gesetzt. „Natürlich wollten wir vorne mitspielen. Angesichts von Verletzungsausfällen stehen wir besser da als erwartet.“ Man ­habe noch 15 Spiele vor sich, da könne noch viel passieren.

Mardorf führt als Vierter das breite Mittelfeld an

An die ersten Drei schließt sich ein breites Mittelfeld an, das vom Tabellenvierten SV Mardorf bis zum Zwölften SV Schönstadt reicht. „Der vierte Platz ist für uns die beste Platzierung seit 2005“, hält Trainer Karsten Kuhl fest. Man habe Spiele unnötig verloren, aber auch knapp gewonnen. Schön sei es zu sehen, dass sich einige Spieler weiterentwickelt hätten. „Wir wollen versuchen, unseren Platz zu halten“, lautet der Wunsch von Karsten Kuhl für das Saisonende.

Auf den vierten Platz schielt auch die FSG Südkreis. „Es gab Höhen und Tiefen. Zweimal fünf Siege am Stück, in denen wir Kontinuität gezeigt haben, aber auch Durchhänger“, stellt Spielertrainer Steffen Rechner fest, der angesichts der relativ schwachen Vorsaison mit dem aktuell fünften Platz sehr zufrieden ist. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass man die eine oder andere Verletzung – gerade von älteren Spielern – habe wegstecken müssen.

Zufrieden mit dem bisherigen Verlauf ist auch Cölbes Spielertrainer Florian Müller. „Nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga haben wir uns erst an die 
A-Liga gewöhnen müssen. Ziel ist es, ‚Best of the Rest‘ zu werden.“

Der Sportliche Leiter des VfL Neustadt Uwe Gies glaubt nicht, dass es noch für ganz oben reicht. „Da müssten wir schon eine Serie starten.“ Ziel sei es daher, den Anschluss an die ersten Fünf zu halten. Mit dem neuen Trainergespann Mirco­ Kleinmann/Oliver Gies versuche man, neuen Schwung aufzunehmen.

Für den Trainer der SG Niederklein/Schweinsberg Manuel­ Clasani ist der achte Rang mit 25 Punkten zufriedenstellend, auch wenn man in der einen oder anderen Partie etwas liegengelassen habe. In der restlichen Runde muss der Ausfall von Stürmer Steffen Schlitt verkraftet werden, der nach einer Knieoperation längerfristig ausfällt. Dafür steht Niklas Kahl zur Verfügung.

Wohratal steht zum Anfang vor Hammer-Programm

Wohratals Fußball-Abteilungsleiter Tim Buckert peilt als Ziel an, zum Saisonende auf einem Platz zwischen fünf und neun zu landen, aber vor allem nichts mit dem Abstand zu tun zu haben. Zuletzt habe man beim überraschenden 7:5-Sieg bei Eintracht Stadtallendorf II unter dem neuen Trainer Bernd Runckel die beste erste Halbzeit seit zwei Jahren gespielt.

„Die letzten Spiele vor der Winterpause waren gut, aber wir haben auch eine Phase gehabt, in denen wir gegen die Top-Mannschaften fünf Spiele am Stück verloren haben“, erklärt Tim Buckert. Nach der Winterpause erwarte seine Mannschaft mit den Spielen gegen Amöneburg und den VfL Neustadt gleich ein „Hammerprogramm“.

Stadtallendorf II strebt höhere Regionen an

Für den Trainer des RSV Roßdorf Sebastian Gropp war die bisherige Runde die erwartet schwere Saison. „Wir befinden uns noch im Umbau.“ Der RSV-Coach hofft, dass sich die Angeschlagenen bis zur Fortsetzung der Runde auskurieren und man in der Restrunde noch genügend Punkte holt.
Der Trainer von Eintracht Stadtallendorf II Eike Immel empfand es als schwierig, nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga eine neue Mannschaft zu formen. „Das ist uns inzwischen gelungen. Die Leute, die uns zur Verfügung stehen, haben sich gesteigert.

Wir hatten auch Hilfe von oben“, hält der frühere DFB-Nationaltorwart fest. Ziel sei es, die Mannschaft mit Eigengewächsen zu füttern und die zweite Mannschaft langfristig in höhere Regionen zu führen. Kurzfristig: Nach dem dritten Platz in der Heimbilanz auch auswärts mal zu punkten.
Für Yannick Naumann, Sprecher des Aufsteigers SV Schönstadt, zählt nach wie vor nur der Klassenerhalt. „Wir haben eine Mannschaft, die in der A-Liga­ bestehen kann.

Aber wir hatten uns in der guten Phase vom Tabellenstand blenden lassen. Bei den letzten drei Niederlagen haben gleich sieben Verletzte gefehlt. Wir müssen jetzt Gas geben, um ein grandioses Jahr erfolgreich abzuschließen.“ Zu den Abstiegsrängen besteht noch ein Abstand von fünf Punkten, drei davon belegen die Mitaufsteiger SG Salzböde-Lahn, FSV Cappel II und der RSV Kleinseelheim.

„Wir hatten gewusst, dass es eine schwere Runde wird. Wir sind zwar mit einem Überraschungssieg gegen Großseelheim gestartet, danach ging es aber bergab“, erklärt Salzböde-Lahn-Sprecher Marcus Schäfer. Zuletzt hätten einige Leute verletzungsbedingt gefehlt. Man müsse sich nun sammeln und regenerieren. Der Klassenerhalt sei machbar und den wolle man natürlich schaffen.

Der Trainer der Cappeler Zweiten Ingo Hartmann bezeichnet die bisherige Saison als sehr durchwachsen bis schlecht. Falls der Klassenerhalt geschafft werden soll, müsse man eine gute Vorbereitung machen. „Die Spieler müssen einen Arsch in der Hose haben und zeigen, dass sie in der A-Liga bleiben wollen“, appelliert Hartmann an deren Einstellung.

Kleinseelheims Spielertrainer David Koch hätte gerne mehr Punkte gehabt. „Wir haben eine junge Mannschaft, bleiben ruhig und werden alles versuchen, die Klasse zu halten. Wir haben genug Qualität und geben nicht auf“, macht er deutlich.

Der Manager des abgeschlagenen Tabellenletzten SV Bauerbach II Mario Euker sieht den Abstieg noch nicht als besiegelt an. „Wir geben nicht auf und kämpfen bis zum Schluss. Aus dem Freundeskreis der 1. Mannschaft kommen in der Winterpause ein, zwei Verstärkungen hinzu.“

von Kurt Arke