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Lokalsport SG Lahnfels richtet den Blick nach vorn
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11:00 02.01.2020
Fabian Schmidt (rechts; hier gegen Wetters Leon Brössel) steht mit der SG Lahnfels am Ende der Gruppenliga-Tabelle. Quelle: Thorsten Richter
Sarnau

Die Euphorie im vergangenen Sommer war kaum in Worte zu fassen. Über die Aufstiegsrunde schaffte die SG Lahnfels den Sprung in die Gruppenliga – der dritte Aufstieg innerhalb von sechs Jahren. Dass die Aufgabe in der höheren Klasse nicht einfach wird, war Spielern, Trainern und Vereinsverantwortlichen bewusst. Doch mit dieser Ausgangssituation zur Winterpause hatten wohl nur die wenigsten gerechnet.

Ernüchternde sieben Punkte nach 19 Spielen und der Abstand von 20 Zählern zum rettenden Ufer sprechen Bände – während Mitaufsteiger Michelbach zurzeit vom Platz an der Sonne grüßt. „In 35 Jahren als Trainer habe ich noch nie so viele Probleme zeitgleich gehabt. Der Kader blieb nicht komplett, insbesondere der Abgang von Maximilian Eidam (wechselte vor der Saison zu den SF BG Marburg, Anmerkung der Redaktion) tat weh. Wir haben viele Spieler, die ursprünglich aus der B-Klasse kommen, sowie zahlreiche verletzungs- und berufsbedingte Ausfälle“, zählt Trainer Horst Prenzer die Baustellen auf.

Die ausgesprochen ausgeglichene Liga, in der jeder jeden besiegen kann, ist das abschließende i-Tüpfelchen für die brenzlige Situation. „Das ist natürlich für keinen schön. Auch die Spieler müssen nach den Aufstiegen und der Euphorie vom Kopf her erst mal damit klarkommen und das mental verarbeiten“, bemerkt Prenzer.

Prenzer fordert: „Die Jungs müssen Charakter zeigen“

Dafür hat die Mannschaft jetzt noch knapp zwei Monate Zeit, bis sie der Ligaalltag wieder einholt. Der SG-Coach bleibt angesichts der Ausgangsposition realistisch: „Die Klasse ist für uns wahrscheinlich nicht mehr zu halten. Wir wollen vorerst eine ordentliche Vorbereitung absolvieren und noch einige Punkte für die Stimmung holen.“ Dass Neuzugänge an diesem Vorhaben beteiligt sind, hält der Trainer auch aus finanziellen Gründen für unwahrscheinlich. Allerdings kann er im Laufe der Rückrunde wohl wieder auf mehrere bislang Langzeitverletzte zurückgreifen. „Der ein oder andere könnte zurückkommen“, betont Prenzer.

Neues Personal oder zurückkehrende Akteure sind allerdings noch nicht ausreichend, um eine erfolgreichere Rückrunde zu spielen. „Wir haben Spiele häufig spät aus der Hand gegeben, also müssen wir konditionell noch zulegen und stabiler werden. Auch über einen Systemwechsel haben wir nachgedacht, allerdings sind die Rahmenbedingungen dafür nicht optimal, da wir in den meisten Fällen eine verschiedene Personenkonstellation haben“, erläutert Prenzer.

In den kommenden Monaten zeigt sich, wie die SG mit der pikanten Lage umgeht. „Die Rückrunde ist perspektivisch ganz wichtig für den Verein. Auch wenn im Umfeld keine Unruhe entstand, ist das nun ein Lernprozess, und die Jungs müssen jetzt Charakter zeigen“, fordert Prenzer. Trotz der derzeitigen Situation übersieht er für die restliche Spielzeit nicht die verbleibenden positiven Aspekte: „Die Gruppenliga ist sehr anspruchsvoll, und das wollen wir noch etwas ‚genießen‘. Wir können weiter lernen und Erfahrung für die wohl bevorstehende Kreisoberliga-Saison sammeln. Zielsetzung ist, den bestehenden Kader so gut es geht zu halten sowie punktuell zu verstärken, um dann wieder anzugreifen.“

von Yann Ruppersberg