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Lokalsport Zittersieg der Mercs gegen Stuttgart
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00:17 21.06.2018
Gewann mit den Marburg Mercenaries knapp mit 30:27 bei Tabellenschlusslicht Stuttgart Scorpions: Andrecus Lindley, hier im Spiel gegen die Franken Knights. Quelle: Michael Hoffsteter
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Marburg

42 Sekunden vor Spielende stehen die Marburg Mercenaries kurz vor der Stuttgarter Endzone – bei einem 23:27-Rückstand. Robert Webber, Marburgs neuer Quarterback, steht unter Druck. Ein Touchdown muss her. Der Kalifornier bleibt ruhig, behält die Nerven, guckt sich sein Lieblingsziel aus und serviert einen mustergültigen Pass auf Silas Nacita, der sich in der Luft ein spektakuläres Duell mit seinem Gegenspieler liefert.

Nacita schlägt rücklings auf dem Rasen auf. Den Football hat er in der Hand – Touchdown Mercenaries! Es sollten die entscheidenden Punkte sein. Denn in den verbleibenden Sekunden gelangten die Stuttgart Scorpions zwar noch in Marburgs Hälfte, hatten aber nicht mehr genügend Zeit zum Punkten.

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Head Coach Dale Heffron atmete nach dem Spiel schwer: „Ich bin der Emotionale an der Seitenauslinie. Aber die Spieler und die Coaches haben in der entscheidenden Phase die Ruhe bewahrt.“ Den Auswärtssieg beim Tabellenschlusslicht stuft der Trainer als „riesig“ ein. „Stuttgart ist ein gutes Footballteam, die, wenn sie diesen Quarterback von Anfang an gehabt hätten, einige Siege eingefahren hätten“, meinte Heffron nach der Begegnung. Er sprach dabei von Scorpions-Spielmacher Michael Eubank, der eine gute Partie machte.

Erster Auswärtssieg im dritten Anlauf

Mindestens ebenso gut war jedoch Robert Webber. „Mit nur drei Trainingseinheiten im Rücken war das herausragend, was er heute gezeigt hat“, wertete der Head Coach. Offensive Coordinator (OC) Patrick Griesheimer stimmte zu. „Sowohl die tiefen Bomben als auch die kurzen Pässe hat er sehr gut geworfen“, befand der OC. Mit Touchdowns dauerte es allerdings einige Zeit. Nach dem Anfangsviertel stand es 3:3.

Zur Halbzeit zeigte die Anzeigetafel dann 17:16 für die Hausherren an. Die Punkte für Marburg besorgten Kristof Szakacs mit zwei weiteren Field Goals sowie Nacita nach einem tiefen Touchdown-Pass von Webber. Dass der Tabellenletzte der Gruppe Süd gut im Geschäft war, lag vor allem an der Offensive Line der „Skorpione“; sie schubste die Marburger phasenweise herum, sodass Stuttgarts Laufspiel immer wieder große Brocken an Yards verbuchen konnte.

„Unsere Defensive Line hat nicht gut gespielt. Wir haben dann Joel Maddock an die Front gestellt. Danach war es viel besser“, lobte Heffron den massigen Australier im Dienste der „Söldner“.

Die Marburger kamen gut aus der Halbzeit und gingen im dritten Viertel 23:20 in Front. Einmal mehr war Nacita der Punktegarant. Diesmal aus kurzer Distanz als Quarterback per Lauf. Doch die Scorpions stachen zurück und gingen im Schlussviertel 27:23 in Führung. Und hätten die Marburger beim entscheidenden Angriffsrecht nicht mehrere empfindliche Strafen zur ungünstigsten Zeit kassiert – ein Touchdown wurde deswegen aberkannt, wäre den Hausherren am Ende wohl mehr Zeit geblieben, um auf Gleichstand zu stellen oder gar den Touchdown zum Sieg zu erzielen. „Die Strafen waren letztlich also gar nicht so schlecht“, schmunzelte Griesheimer.

Somit sind die Mercenaries einem hart kämpfenden Gegner entkommen. Der Erfolg war der erste Auswärtssieg der Marburger im dritten Anlauf in dieser Saison. „Wir waren bisher nicht gut auf fremden Plätzen. Der Sieg gibt natürlich Selbstvertrauen“, resümierte Heffron.

von Benjamin Kaiser