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Lokalsport Meisterschaft schon nach der Hinrunde?
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07:53 31.10.2020
Nicht nur auf dem Sportplatz in Kleinseelheim rollt in den kommenden Wochen wegen Corona nicht mehr der Ball. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Peter Schmidt war in den vergangenen Tagen ein gefragter Mann. Dutzende Telefonate führte der Marburger Kreisfußballwart, hinzu kamen zig E-Mails, die es zu beantworten und zahlreiche persönliche Gespräche, die es zu führen gab.

Das Thema Saisonunterbrechung war und ist in aller Munde. Nachdem, wie Schmidt für Marburg und sein Amtskollege Diether Achenbach für Biedenkopf, einzelne Fußballwarte bereits vergangene Woche Spiele auf Kreisebene abgesetzt hatten, zog der Hessische Fußball-Verband (HFV) am Donnerstagabend, 29. Oktober, nach.

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Der Verband setzte den Spielbetrieb im Freien und in der Halle in allen Alters- und Spielklassen mit sofortiger Wirkung bis Jahresende aus. Ab Montag hätte eine Verfügung von Bund und Ländern den Amateur-Spielbetrieb wegen der Entwicklung der Corona-Pandemie bis Ende November ohnehin untersagt.

Gute Ideen sind gefragt

„So mancher vergisst, um was es geht“, sagt Schmidt, „nämlich dass die Gesundheit im Vordergrund steht.“ Zumal es wegen Einschränkungen vielerorts gar nicht mehr möglich gewesen wäre, dass gespielt wird. Doch wie könnte es nun weitergehen? „Erstmal die weitere Entwicklung abwarten“, mahnt Verbandsfußballwart Jürgen Radeck gegenüber der OP zur Besonnenheit. „Wenn in einigen Wochen ein Trend erkennbar ist, können wir schauen, wie es weitergeht.“ So lange wolle man bei den HFV-Oberen „still halten“, so der Verbandsfußballwart.

Voraussichtlich am 28. November will sich Radeck mit den hessischen Kreisfußballwarten besprechen. Bereits in etwa zwei Wochen lädt Schmidt die heimischen Vereine zu einer Beratungsrunde ein, um Möglichkeiten des weiteren Vorgehens zu erörtern. „Eventuell gibt es ja Vereinsvertreter mit guten Ideen, die bisher noch keiner auf dem Schirm hatte“, sagt Schmidt.

Auch aufs Wetter kommt es an

Fest steht aber bereits: Durch die Unterbrechung der Spielzeit gerät der Liga-Spielbetrieb in gehörigen Termindruck. Denn in einigen Klassen waren noch bis Mitte Dezember Spieltage angesetzt, sodass im neuen Jahr bis zu acht Spieltage nachgeholt werden müssten. „Die B-Ligen mit 14, 15 Mannschaften sind nicht das Problem“, meint Schmidt. Vielmehr die größeren Ligen, von denen es nach dem Abbruch der vergangenen Runde mehr gibt, da es keine Absteiger, dafür aber Aufsteiger gab.

Zwei Faktoren seien laut des Marburger Kreisfußballwartes nun entscheidend: die Entwicklung der Infektionslage und die Witterungsbedingungen im Winter. „Wenn das Wetter mitspielt, könnte man Mitte Januar mit dem Training beginnen, sodass in der siebten oder achten Kalenderwoche der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könnte – also in einigen Klassen etwa zwei Wochen früher als geplant.“

Minimalziel: eine komplette Hinrunde

Zudem hält es Schmidt für möglich, auch über das geplante Saisonende Mitte Juni hinaus zu spielen, schließlich fänden anschließend keine Aufstiegsspiele statt. Bisher seien dies aber nicht mehr als Gedankenspiele. Die ausgefallenen Partien gänzlich als Englische Wochen nachzuholen, sieht Schmidt kritisch. „Das kann nicht der Kompromiss sein“, sagt er. Denn zu groß wäre dann die Belastung für die Amateurkicker. Zumal sich bereits bis zum jetzigen Zeitpunkt einige Nachholspiele angehäuft haben – klassenübergreifend.

Bereits vor der Sitzung des Verbandsvorstandes hatte Jörg Wolf, Beauftragter für die Region Gießen / Marburg, gegenüber der OP gesagt: „Das Minimalziel muss es sein, dass zumindest überall die Hinrunde komplett gespielt ist.“ In der vergangenen Spielzeit zog der Verband die sogenannte Quotientenregelung heran, um die Abschlusstabellen zu ermitteln. Käme man in eine ähnliche Situation – es wäre für Schmidt kein Beinbruch. „Wenn man in den hohen Spielklassen beispielsweise nach 27 oder 28 Spieltagen einen Schnitt machen müsste, dann ist es halt so“, sagt der Marburger Kreisfußballwart.

Auch wenn sein Handy in den kommenden Tagen weniger klingeln dürfte, langweilig dürfte es Schmidt ob der vielen offenen Fragen in Sachen Fortsetzung des Spielbetriebs nicht werden.

Von Marcello Di Cicco

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