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Lokalsport Vier Vereine wollen in die Regionalliga
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12:00 09.04.2022
Stadtallendorfs Timo Cecen (von rechts) und die Fuldaer Julian Pecks und Dennis Müller kämpfen mit ihren Mannschaften um den Regionalliga-Aufstieg.
Stadtallendorfs Timo Cecen (von rechts) und die Fuldaer Julian Pecks und Dennis Müller kämpfen mit ihren Mannschaften um den Regionalliga-Aufstieg. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Am 15. April wird es ernst. Denn spätestens an Karfreitag müssen – neben den Fußball-Viertligisten aus dem „Südwesten“ und der 3. Liga – die Fünftligisten Farbe bekennen, in Karlsruhe ihre Bewerbungsunterlagen für das Zulassungsverfahren der Regionalliga Südwest einreichen. In der Aufstiegsrunde der Hessenliga zeichnet sich ein spannendes Rennen um die Meisterschaft und damit den direkten Aufstieg ab; auch der zweite Platz, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde mit den Vertretern der Oberligen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz/Saar berechtigt, ist umkämpft. Die an diesem Wochenende spielfreie, weil Corona-gebeutelte Stadtallendorfer Eintracht (siehe Infobox) trennen als Spitzenreiter lediglich sechs Punkte vom tabellensiebten FC Eddersheim, der zudem noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat.

Stadtallendorf spielt erst am Mittwoch

Die Hessenliga-Partie der Stadtallendorfer Eintracht beim FC Eddersheim ist verlegt worden auf kommenden Mittwoch (13. April, 19.30 Uhr). Das Spiel hätte ursprünglich an diesem Samstagabend stattfinden sollen. Wie die Herrenwälder auf Facebook mitteilten, konnte sich der Spitzenreiter mit dem FCE auf eine Verlegung des Termins einigen. Nach dem Spielausfall am vergangenen Wochenende klagt die Eintracht über „mehrere Corona-Fälle“, sagte Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja gegenüber der OP.

Die Eintracht-Verantwort­lichen hoffen, dass bis Mittwoch einige Spieler aus der Quarantäne zurück sind und spielen können. Zuvor stehen sportkardiologische Untersuchungen an.

Der FC Eddersheim ist einer von vier Vereinen, der sich um den Regionalliga-Aufstieg bewerben will. „Wir bereiten uns vor, werden den Antrag voraussichtlich stellen“, verrät Erich Rodler, Sportlicher Leiter des FCE, bei dem sich die Verantwortlichen am kommenden Montag eingehend mit der Thematik beschäftigen wollen. Eine Besichtigung der Spielstätte an der Main-Staustufe habe es noch nicht gegeben. Dabei wird geklärt, ob und inwiefern ein Sportgelände noch (baulich) verändert werden muss, damit es die Viertliga-Kriterien erfüllt.

In Stadtallendorf ist dies nicht notwendig. Die Stadtallendorfer Eintracht kann nicht nur auf drei Spielzeiten Regionalliga-Erfahrung zurückgreifen, auch die Rahmenbedingungen passen – egal, ob beim Flutlicht, Gästebereich oder der Infrastruktur. „Wir geben den Antrag ab“, bekräftigt Fußballchef Reiner Bremer gegenüber der OP, dass die Herrenwälder ihren Hut ebenfalls in den Ring werfen, wenn es um das Thema Aufstieg geht.

Die Ankündigung ist bei den Stadtallendorfern ebenso wenig überraschend wie bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, deren Verantwortliche schon seit Längerem offen über ihre Aufstiegsambitionen sprechen. Insofern verwundert es nicht, wenn SG-Manager Sebastian Möller gegenüber der OP sagt: „Wir reichen den Antrag ein.“ Sportlich, meint Möller, wäre es jedoch „überraschend“, sollten es die Fuldaer schaffen. Schließlich sei das Team seit einigen Wochen von Verletzungen geplant, einige arrivierte Leistungsträger fallen aus. „Würden wir den Aufstieg dennoch schaffen, wäre es eine tolle Mannschaftsleistung. Es gibt aber nicht diesen Anspruch wie noch in der vergangenen Runde“, nimmt Möller den Druck von der Mannschaft. Baulich werden zumindest die Voraussetzungen geschaffen. Gut 20 Millionen Euro fließen laut dem Manager in den Umbau des Stadions in der Johannisau.

Für den FC Erlensee „käme ein Aufstieg eigentlich zu früh angesichts der Strukturen im Verein“, meint Erlensees Sportlicher Leiter Chris Sickmann – aber: „Wir werden das Zulassungsverfahren mitmachen und dann schauen, ob es auch sportlich reicht.“ Heißt: Beim FC, der über zwei Kunstrasenplätze und einen Naturrasenplatz verfügt, ist man keineswegs gänzlich abgeneigt vom Aufstieg.

Nicht zu realisieren sei der Klassensprung beim SC Waldgirmes und bei Rot-Weiß Hadamar. „Ein klares Nein“ gibt es laut SCW-Pressewart Kai Köger bei der Aufstiegsfrage. Mit der Teilnahme an der Aufstiegsrunde habe man vielmehr „sehr frühzeitig den Klassenerhalt gesichert“, freut sich Köger.

Wie den Waldgirmesern fehlt es dem SV Rot-Weiß Hadamar an den Rahmenbedingungen. „Für die Regionalliga haben wir zurzeit nicht die Infrastruktur. Zudem sprechen wir dabei von Summen, die wir nicht stemmen können“, sagt Hadamars Sprecher Hans Reichwein. Ebenfalls raus im Aufstiegsrennen ist der SC Hessen Dreieich. Die Südhessen ziehen ihre Mannschaft in der kommenden Runde aus der Hessenliga zurück. Das Startrecht geht dann auf die neu gegründete zweite Mannschaft der Frankfurter Eintracht über (die OP berichtete mehrfach).

Von Marcello Di Cicco