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15:00 24.04.2022
Die Marburg Mercenaries mit ihren neuen Trikots die drei Hauptsponsoren vor.
Die Marburg Mercenaries mit ihren neuen Trikots die drei Hauptsponsoren vor. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie sitzt das Geld nicht nur bei so manchen Privatleuten nicht mehr so locker in der Tasche, auch einige Unternehmen schauen noch genauer hin, wenn es um Ausgaben geht. Für den Football-Verein Marburg Mercenaries ist die Sponsorensuche in den vergangenen 24 Monaten „schwieriger geworden“, stellt Carsten Dalkowski fest. „Das betrifft gerade den unteren Bereich.“ Also jene Förderer, die in unterschiedlicher Höhe kleinere Summen geben, deren Engagement also eher auf „Liebhaberei“ fußt, wie es Dalkowski formuliert. Knapp 50 solcher Partner haben die Mercenaries. „Doch auch ohne diese vergleichsweise geringen Summen würden wir schlecht dastehen“, stellt der 50-jährige Präsident des Vereins klar, der etwas mehr als 400 Mitglieder zählt und dessen Mannschaft in der German Football League (GFL) zu Hause ist.

Doch von der niedrigsten siebenstelligen Summe, die so mancher Topclub in der höchsten deutschen American-Football-Spielklasse seinen Etat nennt, träumt man bei den Mercenaries allenfalls. „Unser Vereinsbudget beläuft sich auf 250.000 Euro pro Jahr“, verrät Dalkowski und merkt im selben Atemzug an, dass diese Summe eben nicht nur für das GFL-Team vorgesehen ist, wo nur zwei Trainer und vier US-amerikanische Importspieler ihrer Leidenschaft hauptamtlich nachgehen. Vielmehr sind alle Bereiche darin enthalten – von der Jugend über die Männermannschaften bis hin zum Frauenteam und den Cheerleaderinnen.

Die Einnahmen des Vereins setzen sich aus drei Säulen zusammen. Knapp 40 Prozent werden aus Mitgliedsbeiträgen, Zuschüssen und Fördermitteln erwirtschaftet. Etwa 30 Prozent entfallen aufs Ticketing und Catering; ebenfalls zirka 30 Prozent auf die Sponsoring-Einnahmen, bei denen die drei Hauptsponsoren, wozu neben der HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co. KG sowie CSL Behring neuerdings auch der bisherige Partner Sparkasse Marburg-Biedenkopf zählt (siehe Infobox), mit einem Gesamtanteil von etwa zwei Dritteln den größten Teil beisteuern.

Sparkasse neuer Hauptsponsor

Neben der HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co. KG sowie CSL Behring ist die Sparkasse Marburg-Biedenkopf fortan dritter Hauptsponsor der Marburg Mercenaries. Die Sparkasse tritt an die Stelle der Volksbank Mittelhessen, die Partner des Vereins aus der German Football League bleibt. Der Vertrag, der über drei Jahre läuft, „gibt uns zusätzliche Planungssicherheit in den nächsten Jahren“, freut sich Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski über das ausgebaute finanzielle Engagement des Geldinstituts. Für Andreas Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, ist das erweiterte Engagement nur logisch. „In Marburg haben wir mit den Basketball-Damen und den Footballern nur zwei Mannschaften, die in ihrer Sportart in der höchsten Liga spielen, da sind wir als Sparkasse schon immer gerne mit dabei. Dazu passt, dass die Basketballerinnen im Winter spielen und die Footballer im Sommer. So sind wir während des ganzen Jahres als Hauptsponsor präsent.“

„Hätten uns diese großen Sponsoren in der Pandemie nicht die Treue gehalten, wäre es für uns schwierig geworden. Wir sind sehr froh über diese Unterstützung“, sagt Dalkowski. Auch die Zuschüsse aus der Sportförderung der Stadt Marburg hätten „einen erheblichen Anteil daran, dass wir die Pandemie überstanden haben“, betont der Präsident.

Der Verein unternimmt zwar den Versuch, sich im Bereich Sponsoring auf breitere Beine zu stellen. Nicht nur pandemiebedingt gestalten sich diese Bemühungen jedoch schwierig. „Für die ganz großen Firmen sind wir schon wieder zu klein, die drängen eher ins Fernsehen“, weiß Dalkowski, dass die Sportart hierzulande etwa Platzhirsch Fußball nicht das Wasser reichen kann. Ein Streaming-Angebot und die Ausstrahlung von GFL-Spielen im Fernsehen seien eben noch eine andere Dimension als große Sportereignisse zur besten Sendezeit.

Deshalb gehe man auch „nicht mit überhöhten Forderungen“ auf (potenzielle) Sponsoren zu. Vielmehr sei man bei dem ehrenamtlich geführten Verein dankbar für jedwede Form der Unterstützung – gerade in einer Zeit, in der viele mit Bedacht in ihr Porte­mon­naie schauen.

Von Marcello Di Cicco