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21:49 15.08.2021
Bauerbachs Vinicius Silva Pinto (links) zieht ab, Wallufs Marvin Esser schaut zu. Das Spiel endete 2:2.
Bauerbachs Vinicius Silva Pinto (links) zieht ab, Wallufs Marvin Esser schaut zu. Das Spiel endete 2:2. Quelle: Thorsten Richter
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Bauerbach

Sie kommen selten vor, aber wenn es so weit ist, wird jede einzelne Sekunde genossen: Diese Tage, an denen es scheint, dass alles gelingen kann. Wenn statt zwei Gegnern auch mal drei oder vier stehengelassen werden, wie es bei Bauerbachs Flügelspieler Jannik Schwarz der Fall war. Wenn ein Steckpass auch mal locker und punktgenau mit dem Außenrist gespielt werden kann wie bei Filigrantechniker Vinicius Henrique Silva Pinto. Oder wenn einfach jede Grätsche sitzt wie bei Abwehrchef David Moreno.

Der SV Bauerbach erwischte beim 2:2 gegen die SG Walluf in seinem Auftaktspiel in die neue Spielzeit einen solchen Tag – allerdings nur für 45 Minuten. „Letztlich hat alles, was wir uns vorgenommen haben, super gepasst. Die erste Halbzeit war wirklich eine perfekte Halbzeit für uns“, meinte Bauerbachs Trainer Hendrik Lapp.

Viele Chancen vergeben

Das einzige Manko in dem brandgefährlichen und hochkarätig besetzten Angriff der Bauerbacher: Die Chancenverwertung. „In der ersten Halbzeit kannst du schon 3:0 führen, gehst aber trotzdem mit dem 2:0 in die Pause. Ich weiß nicht, wie viele hundertprozentige Chancen wir heute hatten. Lass es acht sein, die wir nicht genutzt haben“, konstatierte der sichtlich frustrierte Übungsleiter.

Sinnbildlich dafür ist die Entstehung des 2:0 durch Silva Pinto. Erst im vierten Anlauf brachte der Brasilianer den Ball im Tor unter, nachdem zuvor noch Jordan Gries, Nkrumah McCain (der das 1:0 erzielt hatte) und Elvis Funwi Shuakonwi entweder am Torwart, an Verteidigern oder an sich selbst scheiterten.

Anschlusstreffer zu Beginn der zweiten Hälfte

So geschah in der zweiten Halbzeit das schon beinahe Unvermeidliche. Die SG Walluf kam nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff zum Anschlusstreffer. „Wir sind nicht mit der Entschlossenheit rausgekommen, mit der wir reingegangen sind. Dann waren wir ein bisschen zu weit weg von den Gegenspielern und haben die Zweikämpfe nicht mehr ganz angenommen“, schilderte Lapp.

Passend zur Bauerbacher Stimmung auf der Tribüne und dem Rasen verschwand die Sonne allmählich aus dem Waldstadion. Während die Temperatur also nachließ, wuchs wiederum die Anspannung aufseiten des SVB. Knapp zehn Minuten vor Abpfiff gelang es den Gästen dann tatsächlich, die Bauerbacher Abseitsfalle auszuhebeln und den Ausgleich zu erzielen. „Quintessenz ist, dass ich mich mehr über den Punkt ärgere als freue, weil wir an unserer Chancenverwertung gescheitert sind“, erklärte der Coach.

Comeback nach Kreuzbandriss

Dennoch zeigte der Auftakt zahlreiche Lichtblicke. Insbesondere Schwarz und Pinto Silva, die in der vergangenen Saison noch nicht zum Einsatz kamen und wie Neuzugänge wirken, zeigten ein ansehnliches Spiel. „Jannik und Vini haben in der letzten Saison beide gefehlt. Mit den beiden wären wir auch letztes Jahr nochmal eine Nummer stärker gewesen“, erkennt Lapp an.

Zudem zeigte auch Kapitän Julian Schratz, der sein Comeback nach einem Kreuzbandriss doch erst in dieser Saison so richtig feiern kann, als Strippenzieher vor der Abwehr eine ansprechende Leistung. So besteht die Hoffnung, dass der SV Bauerbach in den kommenden Wochen auch mal über 90 Minuten ein Spiel hinlegt, in dem wirklich alles gelingt.

Von Yann Ruppersberg