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Lokalsport Vanessa Weinhauer lässt sich von Pandemie und Verletzungen nicht stoppen
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08:58 26.09.2021
Will auch bei den Weltmeisterschaften, die im nächsten Jahr in Thailand stattfinden sollen, um die Medaillen kämpfen: Wakeboarderin Vanessa Weinhauer (Archivfoto).
Will auch bei den Weltmeisterschaften, die im nächsten Jahr in Thailand stattfinden sollen, um die Medaillen kämpfen: Wakeboarderin Vanessa Weinhauer (Archivfoto). Quelle: Hot Sport Seepark Niederweimar
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Niederweimar

Die Pause war lang. Im gesamten vergangenen Jahr hatte es keinen einzigen Wettkampf gegeben. Auch in diesem Jahr musste sie lange warten. Vanessa Weinhauer hat die Zeit gut genutzt, um wieder fit zu werden, um ihr Studium voranzubringen. Und doch ist sie froh, dass sie sich endlich wieder mit der Konkurrenz messen, große Sprünge machen, ihre Tricks zeigen durfte. Das hat sie bei den Europameisterschaften – und zwar richtig gut: Platz drei in der Einzelkonkurrenz, Sieg mit dem deutschen Team. „Ich habe mich extrem darüber gefreut“, sagt die 23-Jährige im Gespräch mit der OP.

Die Marburgerin gehört seit vielen Jahren zu den besten Wakeboardinnen der Welt. Als Juniorin wurde sie Weltmeisterin, in der aktuellen Weltrangliste belegt sie den zweiten Platz. Klar, dass sie auch bei den nächsten Weltmeisterschaften in der Hauptklasse um die Medaillen kämpfen will. „Darauf arbeite ich jetzt hin“, sagt sie. Sie hat dafür einige Zeit: Statt im kommenden November sollen die Titelkämpfe erst im Herbst 2022 im Fernen Osten stattfinden. „Die Einreisebeschränkungen in Thailand lassen nicht zu, dass sie dieses Jahr ausgetragen werden.“

Chefschiedsrichterin bei den „Hessischen“

Und so sind die Hessenmeisterschaften am ersten Oktober-Wochenende im Seepark in Niederweimar die letzte Veranstaltung, bei der Weinhauer in diesem Jahr aktiv ist – allerdings in anderer Rolle: Sie wird nicht selbst um Titel fahren, sondern fungiert bei dem Event ihres Heimatvereins ADW Marburg-Niederweimar als Chefschiedsrichterin.

Auf dem Wasser des Weimarer Sees fühlt sich die Marburgerin, die es vor zwei Jahren studienbedingt nach Gießen verschlagen hat, wohl. Hier fing sie mit ihrem Sport an, hier trainiert sie, soweit es ihr zeitlich möglich ist. Sie versucht, unter der Woche zweimal abends nach Niederweimar zu kommen, samstags und sonntags sowieso. „Es ist ziemlich eng“, sagt sie mit Blick auf ihre Vollzeitstelle, ihr duales Prozessmanagement-Masterstudium und den Sport auf Leistungsniveau.

Das Studium und der Sport

Die Corona-bedingte Wettkampfpause, sagt sie, sei ihr daher sogar „etwas entgegengekommen“, denn: „Ich hatte dadurch mehr Raum für die Uni und bin gut vorangekommen.“ Ihr Bachelorstudium in Medizinischem Management schloss sie im Februar ab, im April begann sie dann ihr duales Masterstudium. Zudem nutzte sie die Zeit, in Ruhe in Niederweimar zu trainieren – als Leistungssportlerin durfte sie die Anlage jederzeit nutzen –, wieder richtig fit zu werden. In der Vergangenheit hatte Weinhauer mehrfach mit schweren Knieverletzungen zu kämpfen, wurde bereits dreimal am rechten und einmal am linken Knie operiert, zuletzt Ende 2019.

Sie räumt ein, dass sie ans Aufhören gedacht hatte: „Wenn man die zweite, die dritte und die vierte Operation hatte, überlegt man, ob es den ganzen Aufwand wert ist.“ Sie entschied sich, weiterzumachen, vor allem aus einem Grund: „Es macht mir dafür einfach zu viel Spaß.“

Von Stefan Weisbrod