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Lokalsport VfL Marburg ist Klassenerhalt ganz nah
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20:12 14.03.2022
Hatten Grund zu jubeln: Die VfL-Frauen gewannen das Spiel gegen USC Gießen souverän mit 3:0.
Hatten Grund zu jubeln: Die VfL-Frauen gewannen das Spiel gegen USC Gießen souverän mit 3:0. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Die Mission Klassenerhalt haben die Oberliga-Volleyballerinnen des VfL Marburg zwar noch nicht erfüllt, doch der Sieg im Regionalderby gegen den USC Gießen in der Richtsberghalle war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Gastgeberinnen gaben keinen Satz ab, gewannen 3:0 (25:19, 25:23, 25:17) und können den Ligaverbleib im nächsten Spiel gegen den TG Naurod dingfest machen.

Dabei musste der VfL im fünften Match der Abstiegsrunde einen holprigen Start wettmachen. „Wir haben den Start verschlafen und den Satz nicht gut begonnen und gleich zu Anfang mehrere Punkte abgegeben. Da haben die Nerven gewackelt“, erklärte die hochgewachsene Janine Hölzen, mit 32 Jahren die älteste Spielerin im Marburger Dress. Sie und ihre Mitspielerinnen brauchten einige Ballwechsel, um ins Match zu finden, spielten dann aber ihre höhere Qualität und Tiefe im Kader aus.

Gastgeberinnen entscheiden lange Ballwechsel für sich

Besonders die langen Ballwechsel entschieden die Marburgerinnen für sich. Ebenso wurde mit fortlaufender Spieldauer die Überlegenheit am Netz gegen das Schlusslicht der Abstiegsrunde deutlich. „Wir haben sehr gut geblockt und so viele Bälle entschärft“, freute sich Nele Scholand über die Teamleistung. Für die 22-Jährige war es eine ungewohnte Runde gewesen. Denn zum Saisonbeginn im September vergangenen Jahres stand das Team ohne Trainer da. Scholand sprang als Spielertrainerin ein. „Das hat nicht so gut funktioniert, weil man ja selbst auch spielt. Man sollte jemanden haben, der von außen ein Auge drauf hat – auch im Training“, stellte sie fest.

Neben dem Dauerproblem, dass der Großteil des Kaders stets aus Studentinnen besteht und daher eine große Fluktuation von Saison zu Saison herrscht, erschwerte das Fehlen eines Coaches die Spielzeit. Hölzen und Scholand waren sich einig, dass die Abstiegsrunde unter normalen Umständen hätte vermieden werden können. Denn Betreuer fanden sich erst im November in Person von Spielern aus der Männermannschaft des VfL. Einer davon, Adrian Wroblewski, stand auch in diesem Spiel an der Seitenauslinie – insgesamt seine sechste Partie als Chefcoach oder Co-Trainer in dieser Saison.

Team spielt unter erschwerten Bedingungen

„Auch wenn das Spiel phasenweise recht knapp wurde, war es am Ende ein deutliches 3:0, damit kann man nur zufrieden sein“, bewertete er. Auch er sprach von erschwerten Bedingungen: „Die Saisonvorbereitung mussten die Damen selbstständig organisieren, was sehr schwer ist. Es fehlten Strukturen und die Entwicklung einer übergeordneten Taktik.“ Die Stolpersteine scheinen jedoch kein Umfallen nach sich zu ziehen, denn der Klassenerhalt ist dem VfL kaum noch zu nehmen.

Von Benjamin Kaiser