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Lokalsport Vitali Michajlow präsentiert sich als fairer Sportsmann
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14:00 09.10.2020
Sagte dem Schiedsrichter, dass er nicht gefoult wurde: Weidenhausens Vitali Michajlow (links; hier in einem früheren Spiel gegen den SV Hartenrod um Max Jakob Hinterlang) wollte keinen Elfmeter geschenkt bekommen. Quelle: Jens Schmidt (Archivfoto)
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Weidenhausen

Ganz stark von Vitali Michajlow: Nicht nur, dass der linke Mittelfeldspieler des VfL Weidenhausen jüngst beim 2:0-Heimsieg seiner Mannschaft in der Kreisliga A Biedenkopf gegen den SV Hartenrod beide Tore erzielte, er fiel auch mit einer besonderen Aktion als fairer Sportsmann auf: Beim Stand von 0:0 bekam er einen Strafstoß zugesprochen. Der 30-Jährige wusste: Es war kein Foul. Das sagte er dann auch Schiedsrichter Tom Niklas Krämer.

Eine knappe halbe Stunde war gespielt, als Michajlow von Jan Becker einen Lupfer in den Lauf gespielt bekam. Michajlow offenbarte in dieser Szene technische Schwächen: „Ich habe zuerst am Ball vorbeigetreten“, erzählt er im Gespräch mit der OP. Er versuchte nachzusetzen, geriet dabei im Strafraum ins Stolpern. Er fiel, ein Gegenspieler war nah an ihm dran. „Es muss für den Schiedsrichter wie ein Foul ausgesehen haben.“ Krämer pfiff sofort, die Spieler aus Hartenrod protestierten. Michajlow stand auf, ging direkt zum Referee, schilderte ihm die Situation. Krämer hob den Daumen, dankte dem VfL-Spieler, nahm seine Entscheidung zurück, aus Reihen der Hartenroder gab’s gar Applaus.

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Lob vom Trainer: „Fairplay gelebt“

Für Weidenhausens Trainer Armin Dahlhoff ist klar: „Vitali hat es genau richtig gemacht. Alle reden von Fairplay, er hat auf dem Platz Fairplay gelebt, das verdient großen Respekt. Das ist im Fußball leider nicht immer so.“ Für Michajlow jedoch war es eine Selbstverständlichkeit: „Ich habe da nicht groß drüber nachgedacht. Ich wusste, dass es kein Foul war. Dann ist es normal, dass ich das auch dem Schiedsrichter sage. Ich wollte keinen Elfmeter geschenkt bekommen.“

Eine ähnliche Situation hatte der Fußballer, der seit 2016 beim VfL spielt, bislang selbst noch nicht erlebt. „Es ging bisher mal darum, wer zuletzt am Ball war und ob es Ecke oder Abstoß gibt oder wer Einwurf hat“, erzählt er und sagt: „Auch da finde ich es wichtig, die Wahrheit zu sagen. Bei den Spielen gucken ja auch Kinder zu. Ehrlichkeit ist ganz wichtig, auch beim Fußball.“

Von Stefan Weisbrod