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Lokalsport Viertelfinal-Aus für die Mercenaries
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15:57 23.09.2019
Marburgs Quarterback Jakeb Sullivan (links, hier im Spiel gegen Kirchdorf) wurde von Dresdens Verteidigung gehörig unter Druck gesetzt. Quelle: Thorsten Richter
Dresden

Es war der letzte Marsch der „Söldner“ im Jahr 2019. Am Sonntag endete die laufende Saison in der German Football League für die Marburg Mercenaries, die somit ihr Ziel verpasst haben, ins Halbfinale der Playoffs vorzudringen. Trübsal wurde trotz der 22:39-Niederlage bei den Dresden Monarchs, die im Halbfinale auf den amtierenden Meister Schwäbisch Hall Unicorns treffen, allerdings nicht geblasen.

Sowohl Head Coach Tibor Gohmert, als auch Defensive Coordinator Sergej Schmidt und Offensive Coordinator Elias Gniffke, bedienten sich zwar allesamt dem Wort „Enttäuschung“, aber wollten das große Ganze nicht aus den Augen verlieren. „Die Spieler können stolz sein, was sie dieses Jahr geleistet haben“, resümierte Gohmert. Schmidt trauerte zwar der vergebenen Chance nach, blickte aber bereits in die Zukunft: „Wir haben gesehen, dass wir mithalten und gegen ein Topteam wie Dresden dagegenhalten können. Darauf gilt es, für die kommenden Jahre aufzubauen.“

Dass die „Söldner“ in den „Monarchen“ letztlich ihren Herren und Meister fanden, hatte mehrere Ursachen, die keinen Neuigkeitswert haben, sondern die Marburger bereits während der regulären Saison am ganz großen Wurf hinderten. Denn in zwei Wochen erfindet niemand das Rad neu. Die Special Teams waren nicht das Gelbe vom Ei und in der Defensive waren ein schlechter Start, tiefe Pässe sowie schlechtes Tackling das Problem. Wobei Schmidt seiner Verteidigung über weite Strecken keinen Vorwurf machen konnte. „Wir haben in der Defensive einige gute Sachen gemacht. Druck auf den Quarterback, Turnover erzwungen, aber eben auch ab und zu schlechte Tacklings gesetzt und bei einigen tiefen Bällen falsch gespielt“, sagte der Defensive Coordinator.

Marburg führt Mitte des zweiten Viertels mit 14:7

Drei Interceptions und einen Fumble bewerkstelligte die Verteidigung der Marburg Mercenaries und servierte ihrer Offensive somit zusätzliche Angriffsrechte. Marburg kassierte aber auch mit dem zweiten Spielzug der Partie den ersten Touchdown. Danach kam die Offensive um Quarterback Jakeb Sullivan in Gang. Der Spielmacher leistete sich zwar auch eine Interception im ersten Spielabschnitt, führte sein Team aber zu einer 14:7-Führung, die bis Mitte des zweiten Viertels hielt.

„Dresden hat dann umgestellt und mehr Pass Rusher eingesetzt, sodass wir in der Offensive Line massive Probleme hatten, und es ist natürlich schwierig, wenn man als passlastiges Team sehr eindimensional ist“, befand Gniffke. Probleme, die seit Saisonbeginn bestehen.

So gingen die Hausherren mit einem Touchdown sechs Sekunden vor der Halbzeit 17:14 in Führung. Und dann kam ein weiteres Marburger Problem zum Tragen: Schon mehrfach war das Team pomadig aus der Pause gekommen. Nach nur wenigen Minuten im dritten Viertel stand es 31:14.

Darunter war ein Interception-Touchdown-Return für Dresden nach einem missglückten Pass von Sullivan. Auch nicht neu, wobei mitunter nachvollziehbar, wenn ein Team eben so oft passt wie Marburg. „Wir lagen hinten, es war ein schwieriger dritter Versuch. Da mache ich Jakeb keinen Vorwurf“, befand Gniffke.

Stolz auf gute Saison überwiegt

Die „Mercs“ kamen zwar nach einem Touchdown von Niklas Fengler – den Zwei-Punkte-Versuch fing Hendrik Schwarz – noch einmal auf 22:31 heran, doch im Gegenzug stellten die Monarchs den Endstand her. Woraufhin sie den Gästen eine erhöhte Dosis physischen Laufspiels verabreichten und somit die Zeit zum letztlich verdienten Sieg ablaufen ließen.

„Wir sind natürlich enttäuscht. Wenn man sich den Aufwand anguckt, den wir in den vergangenen Wochen betrieben haben, passt das Ergebnis nicht dazu“, meinte Marburgs Cheftrainer Gohmert. Dennoch überwiege der Stolz auf eine Saison, die die Marburger mit drei Niederlagen begannen und es doch noch in die Endrunde schafften.

von Benjamin Kaiser