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Lokalsport Boldt und Kögel sind die neuen im Vorstand des VfL Marburg
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17:58 06.09.2021
Die Mitglieder des VfL wählten Christian Kögel als Schriftührer und Silke Boldt als Schatzmeister in den Vorstand des VfL Marburg.
Die Mitglieder des VfL wählten Christian Kögel als Schriftührer und Silke Boldt als Schatzmeister in den Vorstand des VfL Marburg. Quelle: Leonie Rink
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Marburg

Termine sind im Leben von Silke Boldt und Christian Kögel keine Seltenheit. Die 52-jährige Boldt ist seit Juli dieses Jahres Vorstandsmitglied bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf. Der 41-jährige Christian Kögel ist Fachanwalt für Verkehrsrecht und notarielle Tätigkeiten in der Anwaltskanzlei Kögel und Feltz, in der auch sein Vater Heinz-Harald und Bruder Andreas tätig sind. Nun haben die beiden noch weitere Termine.

Bei der Mitgliederversammlung des VfL Marburg, dem größten Marburger Sportverein, sind Boldt und Kögel in den Vorstand gewählt worden. Boldt, die gebürtig aus Teterow in Mecklenburg-Vorpommern kommt, hat das Amt der Schatzmeisterin im Verein bereits seit Juni kommissarisch inne. Kögel, der aus Wetter kommt, ist bereits seit Januar kommissarischer Schriftführer.

Spagat zwischen Job und Verein

Wie kann der Spagat zwischen Vereinsarbeit und Job gelingen? „Für mich war es die Überlegung, wie ich auch außerhalb der Arbeit, privat einige Kontakte knüpfen kann. Nun bin ich froh, dass ich Kontakte zum Vorstand und zu den Abteilungsleitern knüpfen konnte. Meine alten Freunde und die Familie sind schließlich weit weg. Es ist ein Ausgleich für mich zum Job. Auch wenn es Arbeit ist, ist es für mich das momentan nicht. Es ist aber keinesfalls ein Notnagel“, sagt Boldt.

Das Engagement ist für den Schriftführer und die Schatzmeisterin keine neue Arbeit. Beide engagierten sich bereits für andere Vereine. „Beim VfL ist es schon eine andere Dimension und unterscheidet sich auch in der Vorstandstätigkeit zu anderen Vereinen: Weil es 16 Abteilungen sind, und es weniger Operatives mit den Vereinsmitgliedern gibt, aber mehr mit der Verwaltung des Gesamtkonstrukts und den Abteilungsleitern“, ergänzt Kögel.

Unterschiedliche Sportarten

Eben diese unterschiedlichen Sportarten sind es für das Vorstandsmitglied, was die Arbeit so spannend macht. Sie selbst spielte in ihrer Kindheit und Jugend in der Freizeit Tischtennis. „Im Moment lässt es die Zeit nicht zu. Aber mein Ziel ist es schon, ins Training der Tischtennisabteilung einzusteigen“, sagt Silke Boldt.

In einer ähnlichen Sportart, zumindest ist es im Wort enthalten, ist Christian Kögel zu Hause. „Ich komme aus dem Tennis, aber diese Abteilung haben wir beim VfL nicht. Von daher verkörpere ich nicht klassisch eine Abteilung. Über den Tennis-Sport könnte ich mich mit dem Badminton anfreunden“, sagt er. Zwar hat der Rechtsanwalt aktuell keine Zeit dafür, jedoch möchte er wie seine Vorstandskollegin ebenfalls in das Training einsteigen. „Das ist die Krux an unseren Berufen, die enorm zeitaufwendig sind. Also fällt für uns eine Teilnahme am Wettkampfsport gerade flach“, erklärt Kögel.

Affinität für Zahlen

Was also sind Eigenschaften, die vom Beruf mit in das Vereinsleben genommen werden können? „Der Kontakt mit Menschen ist bei unseren Jobs immer da und zudem die Organisation“, sagt er und Boldt ergänzt: „Die Affinität für Zahlen, Priorisierung, Vorgänge schnell zu erfassen. Aber außer den Zahlen gibt es keine Parallelen zu meiner täglichen Arbeit. Das ist spannend und das ist eine Bereicherung für mich.“

Trotzdem haben sich die Schatzmeisterin und der Schriftführer noch keine konkreten Ziele für den Verein gesetzt. „Was uns eint, ist die Tatsache, dass wir nicht durch die seit Jahren gefestigte ,Vereinsbrille’ schauen, sondern einen neutralen Blick in den Verein bringen. Dadurch können wir vielleicht auch Input geben oder etwas neu strukturieren“, sagt Kögel, auf den, wie auch auf seine Vorstandskollegin, in der kommenden Zeit noch mehr Termine zukommen werden.

Von Leonie Rink