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Lokalsport VfB Marburgs „Zweite“ will in der A-Liga starten
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15:58 30.05.2021
Sanjo Lehr (rechts, gegen Steinbachs Moritz Göttel) spielt im Verbandsligateam des VfB Marburg, der kommende Saison mit seiner „Zweiten“ in der A-Liga starten möchte.
Sanjo Lehr (rechts, gegen Steinbachs Moritz Göttel) spielt im Verbandsligateam des VfB Marburg, der kommende Saison mit seiner „Zweiten“ in der A-Liga starten möchte. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Dass der VfB Marburg erstmals seit der Fußballsaison 2012 / 13 in der kommenden Spielzeit wieder eine zweite Mannschaft stellen will, machte der Verein bereits Anfang März öffentlich (die OP berichtete). Inzwischen steht auch fest, wo das Team spielen soll: in der Kreisliga A. Zumindest ist dies der Wunsch der Verantwortlichen der „Schimmelreiter“.

„Nach unserer Einschätzung dürfte eine von uns gestellte Nachwuchsmannschaft U 23, angemessen der Spielstärke Kreisliga A, in den Spielbegegnungen eine sportliche Bereicherung für die Spielgegner sein und durchaus in den Auswärtsspielen Interesse bei den Zuschauern erwecken“, begründet Hartmut Drescher, Sportlicher Leiter des VfB, in einer Mitteilung des Vereins.

Antrag liegt dem Kreisfußballausschuss vor

Wie Kreisfußballwart Peter Schmidt auf OP-Nachfrage bestätigt, ist beim Kreisfußballausschuss Marburg ein entsprechender Antrag eingegangen, wonach der VfB mit seiner „Zweiten“ in der A-Liga starten will. Üblich ist, dass neu gemeldete Teams in der untersten Klasse des Spielsystems beginnen, im Falle des Fußballkreises Marburg wäre dies die Kreisliga B.

Doch der VfB sieht in der A-Liga die geeignetere „sportliche Plattform“, um den nächsten Entwicklungsschritt für seine in der Junioren-Hessen- und Verbandsliga ausgebildeten Spieler zu gewährleisten. „In einer Einstufung der untersten Klasse (...) dürfte es im Leistungsvergleich zu einseitigen, wenig herausfordernden Begegnungen kommen, die weder der sportlichen Entwicklung der jungen Spieler noch den gegnerischen Mannschaften dienlich wären“, begründet Drescher. „Wir sind überzeugt, dass wir in der beantragten Spielklasse den für die Spieler sportlich richtigen Einstieg finden und in der Entwicklungsphase zur persönlich bestmöglichen Leistung durch unsere Förderung beitragen würden.“

Eine Entscheidung fällt im Juni

Dass der bisherige U-17-Coach Ludwig Hoß die Mannschaft trainieren soll, stand bereits fest. Wie Drescher verrät, nimmt auch der Kader der Reserve allmählich Formen an: 17 Spieler im Alter von 18 bis 22 Jahren, fast alle mit VfB-Bezug, seien aktuell vorgesehen für die zweite Garde, die das Bindeglied zwischen Nachwuchsbereich und Verbandsliga-Mannschaft werden soll.

Ob das zweite VfB-Team kommende Saison in der A-Liga starten darf, entscheiden nun die Mitglieder des Kreisfußballausschusses Marburg. Derzeit holt sich Schmidt die Meinungen aller Ausschussmitglieder ein. „Bis zum 6. Juni haben wir das geklärt“, sagt der Bauerbacher.

Der Fußballkreis könnte ein Thema werden

An jenem Sonntag endet die offizielle Frist für die Mannschaftsmeldungen für die kommende Runde, auf die die Spielklasseneinteilung folgt – ein Vorgang, der in den vergangenen Jahren immer wieder für Verärgerung bei so manchem Verein führte, etwa weil Teams aus dem Fußballkreis Marburg aus Verteilungsgründen dem Fußballkreis Biedenkopf zugeordnet wurden.

Ob die „Schimmelreiter“ damit leben könnten? „Sofort! Damit wären wir einverstanden“, macht Drescher auf OP-Nachfrage klar. Dem VfB gehe es um Glaubwürdigkeit, „da ist es uns egal, ob wir in der A-Liga Frankenberg oder Biedenkopf spielen würden. Wir machen das nicht vom Kreis abhängig“, betont Drescher, „wenngleich wir uns selbstverständlich dem Kreis Marburg zugehörig fühlen.“

Kein Novum in Hessen

Laut Peter Schmidt sei es in den vergangenen Jahren nicht vorgekommen, dass eine neu gemeldete Mannschaft in einer höheren Spielklasse als der B-Liga begonnen hat. „Ich erinnere mich etwa an Fortuna Ebsdorfergrund oder den SV Eichwald, die auch in der B-Liga gestartet sind“, sagt Schmidt. Ein Novum wäre eine solche Einteilung in Hessen allerdings auch nicht, wie Drescher anmerkt.

Nach Auskunft des Hessischen Fußball-Verbandes seien in der Vergangenheit vergleichbare förderungsbegründete Anträge, etwa im Kreis Gelnhausen, positiv beschieden worden. „Dem Antrag von Bayern Alzenau zur Wiedereinführung einer zweiten Mannschaft (U 23), beginnend mit der Klassenzugehörigkeit Kreisliga A, wurde aus sportlichen Förderungsgründen zugestimmt“, nennt der Sportliche Leiter ein Beispiel.

Von Marcello Di Cicco