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Lokalsport VfB Marburg will in die Hessenliga
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18:05 22.07.2021
Andreas Schoch (Vierter von links) kämpft in dieser Spielzeit mit dem VfB Marburg um den Hessenliga-Aufstieg.
Andreas Schoch (Vierter von links) kämpft in dieser Spielzeit mit dem VfB Marburg um den Hessenliga-Aufstieg. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Wäre es nach den Verantwortlichen des VfB Marburg gegangen, würden die „Schimmelreiter“ in dieser Fußballsaison in der Hessenliga spielen. Den Aufstieg hatte sich der Verein als Ziel gesetzt – dann kam der Saisonabbruch wegen Corona. In der nächsten Spielzeit will der VfB in der Verbandsliga Mitte einen neuen Anlauf in Richtung höchste hessische Spielklasse nehmen.

Der Rückblick: Der VfB belegte zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs Rang drei, nur zwei Punkte hinter dem Tabellenersten und Ligazweiten. Auffällig: Das Team von Cheftrainer Steffen Rechner und Co-Spielertrainer Dominik Völk geriet oft in Rückstand, drehte diesen dann noch. Rechner kommt zu der Erkenntnis: „Die Mannschaft hat die Mentalität nach einem Rückstand ruhig zu bleiben und an die eigenen Stärken zu glauben.“

Die Corona-Pause: Als sich im Winter abzeichnete, dass die Saison nicht so schnell fortgesetzt wird, „sind wir digital in Kontakt geblieben“, erzählt Rechner. Die Spieler hielten sich zunächst mit Trainingsplänen individuell fit. Seit dem 22. Juni trainieren die Marburger wieder, schließlich sind sie noch im zwischenzeitlich unterbrochenen Kreispokal dabei. Im Viertelfinale des Wettbewerbs ist der VfB am kommenden Samstag (15.30 Uhr) bei Stadtrivale Sportfreunde Blau-Gelb gefordert. „Das sind K.-o.-Spiele, die wir gewinnen wollen, um uns für den Hessenpokal zu qualifizieren“, sagt Rechner.

Die Veränderungen: Verlassen haben den Club Thomas Wellner (SG Lahnfels), Ernes Hidic (VfL Biedenkopf), Wallace Silva de Castro, Carlos Eduardo Marques Lopes (beide Brasilien), Matheus De Moura Beal (Spanien) und Jonas Walter (Studium in den USA). „Thomas Wellner hätten wir gerne gehalten“, gesteht Rechner. Der Defensivspieler sei aus familiären Gründen gegangen.

„Gerade in der Breite und in der Offensive“, sagt Rechner, habe sich der VfB verstärkt – unter anderem mit Torjäger Andreas Schoch vom TSV Michelbach. „Wir haben zwar in Manuel Brehm einen Torstürmer, wollen die Last aber auf mehrere Schultern verteilen und torgefährlicher aus dem Mittelfeld sein“, sagt Rechner. Dazu soll unter anderem Lamin Kamara (FC Ederbergland) beitragen. Zudem sind Robin Traut, Moritz Rechmann (beide SV Bauerbach), Nikola Novakov (FV Breidenbach), Jonas Bendel (TSV Kropp), Dennis Alberg (SC Waldgirmes), Michael Xenokalakis (FSV Schröck) und Lars Flühe (VfB Marburg, A-Jugend) neu im Team.

Die Taktik: „An unserer Spielweise wird sich nicht viel ändern“, sagt Rechner, „viele Gegner werden tief stehen, sodass wir nach Lösungen suchen müssen.“ Auf ein System legt sich der 43-Jährige nicht fest, zumal er personell viele Optionen hat.

Das Ziel: Das neue Ziel bleibt das alte: Der VfB will zurück in die Hessenliga. „Wir wollen oben mitspielen und aufsteigen. Ob uns das in einem, zwei oder drei Jahren gelingt, wird sich zeigen“, sagt der Coach, der als Spieler zweimal mit dem VfB in die Hessenliga aufgestiegen ist. Rechner hofft auf einen guten Start, „um in einen Flow hineinzukommen“, sagt der Polizeibeamte, der „mit sechs, sieben Mannschaften mit Potenzial“ für den Aufstieg rechnet.

Und sonst? Seit dieser Saison hat der VfB wieder eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb. Diesen Unterbau findet Rechner „absolut positiv“. Jene Spieler, die es nicht in den 18er-Kader schaffen, „werden Spielpraxis in unserer U 23 bekommen und können sich dort entwickeln und für die erste Mannschaft anbieten“.

Von Marcello Di Cicco