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Trainer Rechner richtet den Blick nach unten
Trainer Rechner richtet den Blick nach unten
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17:37 05.12.2021
Erzielte den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer für den VfB Marburg: Fabian Schmidt (links, gegen Cleebergs Dominik Huisgen).
Erzielte den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer für den VfB Marburg: Fabian Schmidt (links, gegen Cleebergs Dominik Huisgen). Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Diese Hinrunde in der Fußball-Verbandsliga Mitte haben sich Trainer, Spieler und Verantwortliche des VfB Marburg sicherlich anders vorgestellt. Zum Abschluss der verkorksten ersten Saisonhälfte setzte es ausgerechnet gegen den seit zehn Spielen sieglosen FC Cleeberg eine 1:3-Niederlage auf heimischem Boden. Ähnlich wie schon bei den Niederlagen gegen den FC Waldbrunn und den FV Biebrich verloren die „Schimmelreiter“ erneut gegen eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel. „Wenn wir ein Spiel beginnen, geht es nicht darum, ob der Gegner unten oder oben steht, sondern darum, eine gewisse Konstanz im Spiel zu haben – egal, gegen welchen Gegner“, sagt VfB-Trainer Steffen Rechner.

Doch jene Konstanz ließ sich gegen die Cleeberger nur in der ersten Viertelstunde feststellen, in der sich die Marburger zwei Halbchancen erspielten (9., 14.). In der Folge kamen die Gäste immer besser in die Partie und schließlich in der 28. Minute zur verdienten Führung durch Sebastian Greb. „Wir haben in der ersten Halbzeit irgendwann den Faden verloren. Das liegt aber nicht am Gegner, sondern wir haben uns wieder mal selbst ein Bein gestellt“, sagte der sichtlich enttäuschte Rechner, der auch besonders die fehlende Spielkontrolle und das schlechte Stellungsspiel im Defensivverbund als bezeichnend für die aktuelle Situation des Teams beschreibt. Mehr als ein Abseitstor sprang für die Marburger im ersten Spielabschnitt nicht mehr heraus.

Auch die zweite Hälfte startete denkbar ungünstig für die Marburger, die bereits zwei Minuten nach Wiederanpfiff einen Elfmeter gegen sich gepfiffen bekamen. Nach einem Freistoß aus der eigenen Hälfte kam es im VfB-Strafraum zum Zweikampf zwischen Marburgs Dominik Völk und Sebastian Greb, nach dem Schiedsrichter Marcus Klimek auf den Punkt zeigte. Der Gefoulte verwandelte sicher zur 2:0-Führung für die Gäste. „Du kommst aus der Pause, wo du dir was vornimmst, und bekommst dann einen fragwürdigen Elfmeter gegen dich. Das spielt dem Gegner natürlich in die Karten“, stellte Rechner fest. Aufgrund des Zwei-Tore-Rückstands rückte der VfB in der Folge weit auf und kam in der 63. Minute folgerichtig zum Anschlusstreffer durch Fabian Schmidt, der den Ball nach schönem Zuspiel von Jan Lois Kaisinger unter die Latte einnetzte.

Die Freude über den Treffer währte jedoch nur kurz, da die Cleeberger fünf Minuten später den 3:1-Siegtreffer erzielten. Nach Pass auf die linke Seite ließ Simon Krantz elegant zwei Verteidiger stehen und schob den Ball gekonnt am Marburger Keeper vorbei. Von diesem Nackenschlag erholten sich die Marburger in der Folge nicht mehr. Einzig VfB-Torwart Lorenz Purbs verhinderte durch zwei tolle Paraden (71., 80.) eine höhere Niederlage. „In der zweiten Halbzeit war es insgesamt viel zu wenig und total fehlerbehaftet“, kritisierte der VfB-Übungsleiter, der seinem Team gar eine „desolate“ Vorstellung attestierte.

Fernziel bleibt der Aufstieg

Für Rechners Mannschaft endet damit eine Hinrunde zum Vergessen. Der vor der Saison als Ziel ausgerufene Aufstieg in die Hessenliga ist nicht mehr der Maßstab, zu groß ist bereits jetzt der Rückstand auf Tabellenführer TSV Steinbach II. „Wenn man sich die Tabelle anschaut, tun wir jetzt gut daran, eine ordentliche Wintervorbereitung zu machen und dann von Anfang an Punkte zu sammeln. Momentan müssen wir klar nach unten gucken und insgesamt unser Spiel verbessern“, sagte der Coach. Trotz der aktuell schwierigen Situation zeigt sich Rechner jedoch auch optimistisch und kämpferisch für die nächsten Jahre: „Ich will eine Mannschaft entwickeln, die um den Aufstieg mitspielen kann und die dann möglichst auch in den nächsten Jahren aufsteigt.“

Von Luca Hartmann