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Lokalsport Nullnummer im Marburg-Derby
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10:56 22.03.2022
Nils Löffert (VfB Marburg, Mitte) versucht sich gegen Paul Louis Dahl (links) und Yasin Yoruk Gencoglu von den SF BG Marburg durchzutanken.
Nils Löffert (VfB Marburg, Mitte) versucht sich gegen Paul Louis Dahl (links) und Yasin Yoruk Gencoglu von den SF BG Marburg durchzutanken. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die Vorzeichen vor dem C-Junioren-Verbandsliga-Derby zwischen dem VfB und den SF BG Marburg hätten kaum unterschiedlicher sein können. Gingen die „Schimmelreiter“ nach überragendem Saisonauftakt zuletzt vier Mal in Serie als Verlierer vom Feld, gewann Blau-Gelb vor dem Derby fünf der vorangegangenen sechs Spiele.

Das Momentum lag klar auf der Seite der Sportfreunde, dennoch gingen beide Teams als Tabellennachbarn in das direkte Aufeinandertreffen. Für ausreichend Spannung war also schon vor dem Anpfiff gesorgt.

Dass keine der beiden Mannschaften das prestigeträchtige Stadtderby verlieren wollte, konnten die zahlreich versammelten Zuschauer von der ersten Sekunde an merken. Zugegeben: Angesichts des immer noch verlustpunktfreien VfL Kassel ist die Tabellenspitze bereits in weiter Ferne, dennoch agierten beide Mannschaften frei nach der altbekannten Weisheit: „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften.“

Sowohl der VfB als auch die SF BG fanden unmittelbar nach dem Anstoß gut in die Partie und versuchten jeweils, die Spielkontrolle zu übernehmen. Während es so wirkte, dass die Gäste optisch mehr Spielanteile hatten, zeigte sich der VfB ein Stück konsequenter auf dem Weg zum Tor.

Zahlreiche Angriffe fanden jedoch ein jähes Ende in den hervorragend aufgelegten Hintermannschaften beider Teams. Sein Übriges tat zusätzlich noch der starke Wind, der die Kontrolle von hohen und langen Bällen nahezu unmöglich machte.

So entwickelte sich ein intensives, zweikampfbetontes, aber auch sehr faires Duell zwischen den Kontrahenten. „Man hat beiden Mannschaften angemerkt, dass sie leidenschaftlich gespielt haben. Wir hatten zwar ein bisschen mehr Ballbesitz, konnten uns im letzten Drittel aber nicht durchsetzen“, bilanzierte SF-BG-Trainer David Oehlschläger, für den es im Übrigen das vorerst letzte Verbandsliga-Derby als Trainer war, da für ihn nach der Saison zunächst eine Pause ansteht.

Sein Lob an die VfB-Defensive konnte vonseiten der „Schimmelreiter“ nur zurückgegeben werden: „Die beiden Defensivreihen haben fast keine Chancen zugelassen, wobei wiederum auch in beiden Offensivreihen die Kreativität und Kaltschnäuzigkeit gefehlt haben“, meinte Maximilian Eichmann, der gemeinsam mit Alexander Reimchen das VfB-Trainerduo bildet.

Vorerst letztes Derby für SF-BG-Trainer

Zwingende Torchancen blieben demnach über die gesamte Spielzeit beinahe aus – und wenn doch ein Abschluss mal den Weg aufs Tor fand, waren die Torhüter beider Vereine auf dem Posten. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 0:0, mit dem der VfB jedoch angesichts der langen Wartezeit auf einen Dreier unzufriedener wirkte als die Sportfreunde. „Wir haben in zwei Testspielen und in der Hinrunde gegen Blau-Gelb gewonnen. Natürlich möchten wir dann auch den vierten Sieg noch holen“, meinte Reimchen, der jedoch ähnlich wie Eichmann einen Schritt nach vorne gesehen hat.

SF-BG-Coach Oehlschläger hat sich zwar auch in seinem letzten Derby einen Erfolg gewünscht, konnte mit dem Remis aber gut leben: „Meine Jungs wollten mir unbedingt nochmal diesen Erfolg schenken. Das hat leider nicht hingehauen, aber ich bin trotzdem damit zufrieden, was sie eingebracht haben.“

Von Yann Ruppersberg