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Lokalsport VfB Marburg macht’s in Bauerbach letztlich deutlich
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17:43 26.09.2021
Kampf um den Ball: Moritz Rechmann vom VfB Marburg (links) gegen Bauerbachs „Gui“ da Silva.
Kampf um den Ball: Moritz Rechmann vom VfB Marburg (links) gegen Bauerbachs „Gui“ da Silva. Quelle: Tobias Hirsch
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Bauerbach

Auch und gerade im Fußball gilt der feine Unterschied zwischen „habe“ und „hätte“. Dieser war auch im Derby der Verbandsliga Mitte zwischen dem SV Bauerbach und dem VfB Marburg entscheidend. Vor dem Spiel waren die beiden Mannschaften noch punktgleich Tabellennachbarn. Und nach dem frühen Rückstand hätte der SVB in der ersten Halbzeit mit seinen guten Chancen durchaus ausgleichen oder gar in Führung gehen können. Tat er aber nicht, und im zweiten Abschnitt war mit dem Doppelschlag der Gäste in der 59. und 60. Minute „die Luft raus“ beim Team von Trainer Hendrik Lapp, das schließlich mit 0:4 eine herbe „Derby-Klatsche“ hinnehmen musste.

Bauerbach startete vor rund 200 Zuschauerinnen und Zuschauern durchaus offensiv kreativ in das Spiel, und nach acht Minuten lag der Ball auch im VfB-Netz, Jordan Gries stand bei seinem Schuss allerdings knapp im Abseits. Ein „Gurkentor“ (Lapp) brachte hingegen den VfB in Führung: Nach der Flanke von Louis Preisig in den Fünfmeterraum sprang der Ball an den Fuß von Ngolo Ouattara und fand noch den Weg über die Linie (13.).

Kurz darauf prüfte Gries mit einem 20-Meter-Schuss VfB-Keeper Lorenz Purbs, in der 21. Minute steckte Bauerbachs Gabriel Appel Prestes da Silva auf Salomon Becher durch, doch der verzog allein vor Purbs knapp am Gehäuse vorbei. Weitere Gelegenheiten für den SVB hatten Elvis Funwi Shuakonwi (23., 28.) und erneut Becher (32.), indes hätten auch Marius Schall (25.) und Manuel Brehm mit seinem Kopfball (36.) für den VfB erhöhen können. „Im ersten Abschnitt spielten wir schon gut – über ein 1:1 hätte sich niemand beschweren können“, bilanzierte Bauerbachs Coach. VfB-Trainer Steffen Rechner zog aus den ersten 45 Minuten indes Konsequenzen: „Wir stellten in der zweiten Halbzeit einige Sachen um, stabilisierten die Grundordnung, änderten die Raumaufteilung und versuchten, Bauerbachs Passwege zu schließen.“

Nach Appel Prestes da Silvas Schuss zwei Meter neben das VfB-Gehäuse (51.) zeigten Rechners Maßnahmen Wirkung, auch weil Bauerbach defensiv unglücklich agierte. Nachdem Ouattara im SVB-Strafraum von den Beinen geholt worden war, verwandelte Fabian Schmidt souverän zum 2:0 (58.). Fast direkt nach dem folgenden Anstoß verlor Bauerbach in der eigenen Hälfte den Ball, Ouattara war mit dem 3:0 aus 14 Metern der strahlende Nutznießer und krönte damit seinen starken Auftritt (60.). „Da stellten wir uns dämlich an, es war ein Geschenk an den VfB“, ärgerte sich Lapp.

In den folgenden 30 Minuten ließen sich die Gäste auch nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Bauerbach fiel offensiv nichts mehr ein, es verzettelte sich in Einzelaktionen und blieb auch bei Standardsituationen harmlos. Der VfB Marburg hatte sich und sein Spiel gefunden, Resultat war das 4:0 kurz vor Schluss, bei dem Schmidt mit dem eingewechselten Philipp Stein einen feinen Doppelpass spielte und mit einen gekonnten Bogenschuss in den rechten Winkel abschloss (87.).

„Wenn man 4:0 im Derby gewinnt, kann man schon sagen, dass es unsere beste Saisonleistung war. Vor allem sah man, dass es einen Unterschied macht, wenn das Vertrauen in das System, den Trainer und das Team selbst stimmt“, freute sich Rechner. Für Lapp war es hingegen ein „gebrauchter Tag“, der sich aber mehr Sorgen um seinen in der 56. Minute verletzt ausgewechselten Abwehrspieler Julian Schratz machte. „Er fiel ja wegen eines Kreuzbandrisses lauge aus und hatte jetzt ein ‚komisches Gefühl‘ im Knie. Ich verliere lieber das Derby gegen den VfB als Julian in unserer Abwehr.“

Von Michael Seehusen