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Lokalsport Ausbildungsteam will in die Kreisliga A
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15:00 23.02.2022
Ein Trainer mit viel Erfahrung und ein brasilianischer Nachwuchsspieler im Gespräch: Lui Hoß gibt Matheus de Mattos Almeida taktische Anweisungen.
Ein Trainer mit viel Erfahrung und ein brasilianischer Nachwuchsspieler im Gespräch: Lui Hoß gibt Matheus de Mattos Almeida taktische Anweisungen. Quelle: Fotos: Stefan Weisbrod
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Marburg

Seit dieser Saison hat der VfB Marburg wieder eine zweite Mannschaft. Wobei Ludwig Hoß, den fast alle nur Lui nennen, eine andere Bezeichnung für das Team bevorzugt: „Wir sagen lieber ‚U 23‘ dazu. Wir legen Wert darauf, dass es eine Nachwuchsmannschaft ist.“ Tatsächlich sind überwiegend Spieler in diesem Team aktiv, die 23 Jahre oder jünger sind. „Wir haben aber kein Ausschlusskriterium daraus gemacht.“

Fünf Jahre lang, von 2016 bis 2021, war der VfB ohne eine Reserve. Im vergangenen Jahr wurde sie dann wieder ins Leben gerufen, vor allem um eigenen Jugendspielern, die es nicht direkt ins Verbandsliga-Kader schaffen, eine Perspektive im eigenen Verein zu bieten.

Im erfahrenen Lui Hoß wurde ein Coach gefunden. Und gern hätten die Verantwortlichen des Vereins von der Gisselberger Straße gesehen, hätte die Mannschaft in der Kreisliga A starten dürfen. Der Kreisfußballausschuss lehnte das ab. „Ist eben so entschieden worden“, sagt Hoß im Rückblick entspannt. „Jetzt ist es ganz klar unser Ziel, in die A-Liga aufzusteigen.“ Er sieht das Team auf einem guten Weg: Die ‚U 23‘ der Schimmelreiter überwintert in der Kreisliga B Marburg II auf dem ersten Tabellenplatz. Der FV Wehrda II hat allerdings nur einen Punkt Rückstand, der SV Beltershausen liegt drei Zähler zurück – ein Selbstläufer wird es nicht.

Regelmäßig sind Spieler aus Verbandsliga-Kader dabei

Mit dem aktuellen Stammkader, meint der 56-Jährige, „wäre es sportlich in der A-Liga vielleicht gar nicht so gut gewesen“. Mit den Spielern, die fest zum Aufgebot der Reserve gehören, „wären wir sicherlich nicht Favorit in der Liga“. In der Regel kommen aber zu den Pflichtspielen mehrere Spieler aus dem großen Verbandsliga-Aufgebot, die es nicht in den Spieltagskader schaffen, „nach unten“.

Diesen Spielern die Möglichkeit zu geben, Spielpraxis zu sammeln, ist eines der Ziele – und „natürlich, die jungen Leute weiterzuentwickeln“. Es gebe im aktuellen Team „durchaus drei, vier Leute mit viel Potenzial“, berichtet Hoß, „die sich prima entwickeln, die wir an die Verbandsliga heranführen wollen.“ Gerade das, sagt er offen, „war eine Motivation für mich, diese Aufgabe zu übernehmen. Sonst wäre ich nicht zu einer Mannschaft in der B-Liga gegangen.“

Leicht war es für die Marburger nicht, im vergangenen Jahr genügend Spieler zusammenzubekommen. Aus der eigenen Jugend blieben von sechs Kickern, mit denen geplant wurde, letztlich aus unterschiedlichen Gründen nur zwei übrig. „Wir waren auf Zugänge von außen angewiesen“, blickt Hoß zurück. „Wären wir in die A-Liga gekommen, wären manche Gespräche einfacher gewesen“, meint er. Aufgrund der Corona-Situation wurde im Frühjahr 2020 nicht gespielt, potenzielle Zugänge konnten daher nicht beobachtet werden. „Ich habe zum Glück einige Kontakte, die habe ich genutzt“, erzählt Hoß, der – wie er über sich sagt – „Tag und Nacht an Fußball“ denkt.

Von Stefan Weisbrod