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Lokalsport Saisonverlängerung ist eine Option
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17:42 12.11.2020
Verwaister Platz: der Blick von der Haupttribüne des Stadtallendorfer Herrenwaldstadions auf den Rasen. Quelle: Thorsten Richter (Panoramamontage)
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Stadtallendorf

Zwölf Begegnungen hat der TSV Eintracht Stadtallendorf in der aktuellen Spielzeit der Fußball-Regionalliga Südwest absolviert, satte 30 Partien stehen damit noch aus, bei einzelnen Konkurrenten sind es sogar noch zwei mehr. Eine Saison mit 42 Spieltagen wäre bereits unter normalen Bedingungen knüppelhart, gerade für Vereine mit Amateurstrukturen. Doch es ist keine Saison unter normalen Bedingungen, aktuell ruht der Spielbetrieb komplett – und niemand vermag seriös zu sagen, wann es weitergehen kann. Trotzdem: Ziel bleibt, Hin- und auch Rückrunde komplett auszutragen, wie Felix Wiedemann, stellvertretender Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR, auf OP-Anfrage betont.

Am Freitagabend kommen Ligaverantwortliche und Vereinsvertreter in einer Videokonferenz virtuell zusammen. Die Frage, wie die Saison so regulär wie möglich über die Bühne gebracht werden kann, steht dabei im Mittelpunkt. „Es geht um einen Austausch mit den Vereinen“, erklärt Wiedemann, glaubt aber nicht, anschließend einen konkreten Fahrplan zu kennen: „Es wird sehr viel im Konjunktiv bleiben.“

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Nach aktuellem Stand wird im Dezember gespielt

Offen ist etwa weiterhin, ob in Rheinland-Pfalz in der nächsten Woche wieder Trainingsbetrieb für Regionalligisten möglich sein wird; in Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland ist er Viertligisten erlaubt. Denn klar ist: Nur, wenn spätestens zum 17. November, dem kommenden Dienstag, die entsprechende Beschränkung fällt, kommt für die Regionalliga-Gesellschaft eine Saisonfortsetzung Anfang Dezember infrage (die OP berichtete). Bevor das erste Pflichtspiel ausgetragen wird, sollen alle Clubs die Möglichkeit haben, mindestens 14 Tage zu trainieren.

Bedeutet: Fällt die Beschränkung zum 1. Dezember, würden demnach frühestens Mitte des Monats Spiele über die Bühne gehen. Realistisch könnten dann vor Weihnachten noch drei Spieltage stattfinden: einer wie geplant am Wochenende 19./20. Dezember, je ein weiterer zuvor und danach unter der Woche. Nach aktuellem Stand „soll gespielt werden, wenn es erlaubt ist“, erklärt Wiedemann. Gleichwohl wolle man sich bei der Konferenz an diesem Freitag „auch dazu ein Meinungsbild einholen“.

Stadtallendorfer trainieren derzeit nicht

Wie sich die Stadtallendorfer Eintracht um Reiner Bremer positionieren wird, dürfte keine Frage sein: Der Präsident der Fußballabteilung ist „ganz klar der Meinung, dass 2020 auch in unserer Liga kein Fußball mehr gespielt werden sollte. Das gibt die aktuelle Lage nicht her.“ Eine Entscheidung nur davon abhängig zu machen, was die Politik vorgibt, hält er für falsch: „Es gibt vernünftige Gründe, jetzt nicht zu spielen. Auch unsere Spieler haben in ihren Familien Personen aus der Risikogruppe, die es zu schützen gilt.“ Der Trainingsbetrieb in Stadtallendorf ruht daher komplett. Ihn nächste Woche wieder aufnehmen zu müssen, um auf Partien im Dezember vorbereitet zu sein, bezeichnet Bremer als „Horrorszenario“.

Der Eintracht-Präsident hofft darauf, dass die Infektionszahlen weiter zurückgehen, im neuen Jahr mit geringerem Risiko wieder gespielt werden kann. Klappt das, sollte angestrebt werden, die Saison mit allen 42 Spieltagen durchzuziehen. Zur Frage, wie das gelingen kann, hätten Verantwortliche mehrerer Vereine einen Vorschlag ausgearbeitet, berichtet Bremer, der nicht auf konkrete Inhalte eingehen möchte: „Wir möchten darüber zunächst mit der Ligaführung und den übrigen Vereinen diskutieren.“ Denkbar wäre, verstärkt auf „Englische Wochen“ zu setzen, außerdem könnte eine Verlängerung der Saison über den 12. Juni – eigentlich der Termin des letzten Spieltags – hinaus angeregt werden.

Einfache Runde wäre eine Notfallvariante

Laut Wiedemann könnte es „durchaus eine Option werden, in den Juli hinein zu spielen“, allerdings nur eine von mehreren. So könnte etwa im neuen Jahr noch früher – derzeit ist das Wochenende 30./31. Januar für den letzten Spieltag der Hinrunde vorgesehen – wieder begonnen werden. „Es hängt auch viel davon ab, ob vor Weihnachten noch mal gespielt wird oder nicht und wie viele Nachholspiele es dann gibt.“ Lediglich eine einfache Runde auszuspielen und anhand der Platzierungen nach 21 Spieltagen Auf- und Absteiger zu ermitteln, hält er für „nicht erstrebenswert“, wohl aber für eine Notfallvariante: „Sollte es einen deutlich längeren oder einen weiteren Lockdown geben, müsste man sich darüber Gedanken machen. Jetzt ist es aber dafür zu früh.“

Von Stefan Weisbrod

11.11.2020
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