Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Verbandstag entscheidet über Saisonabbruch
Sport Lokalsport Lokalsport Verbandstag entscheidet über Saisonabbruch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:57 23.06.2020
Hofft auf einen „vollständigen Spielbetrieb“ in der nächsten Saison: HFV-Präsident Stefan Reuß. Quelle: Marcello Di Cicco/Archiv
Anzeige
Grünberg

Keine Überraschung beim außerordentlichen Verbandstag: Die Delegierten stimmten bei der Veranstaltung, die überwiegend virtuell durchgeführt wurde, mit großer Mehrheit für den Abbruch der Amateurfußball-Saison 2019/2020, die aufgrund der Corona-Krise im März zunächst unterbrochen worden war.

Einzig die Pokalwettbewerbe sollen weitergespielt werden, sofern sie noch nicht abgeschlossen sind. Auch folgte man am Samstagvormittag der Empfehlung des Vorstands des Hessischen Fußball-Verbands (HFV), wonach es Aufsteiger gibt, und zwar nicht nur über die direkten Aufstiegsplätze, aber keine Absteiger.

Anzeige

Mehr als 95 Prozent der 287 beteiligten Delegierten votierten für den Abbruch der Saison. Damit folgt der HFV den meisten anderen Landesverbänden. Lediglich in Bayern ist vorgesehen, die aktuelle Spielzeit bis zum Sommer 2021 abzuschließen. Dort entfällt somit eine komplette Saison. In Hessen hingegen startet am 1. Juli formal die neue Saison 2020/2021. Wann tatsächlich wieder Spiele ausgetragen werden können, bleibt offen.

Hoffnungen ruhen auf neuer Spielzeit

Zuletzt wurden die Beschränkungen insofern gelockert, dass bis zu zehn Personen zusammen trainieren können, ohne dabei zwingend 1,5 Meter Abstand halten zu müssen. Für einen regulären Trainings- geschweige denn Spielbetrieb bedarf es weiterer Lockerungen.

Der Marburger Kreisfußballwart Peter Schmidt hat gegenüber der OP die Hoffnung geäußert, dass im September mit dem Ligaspielbetrieb begonnen werden könnte. Auch HFV-Präsident Stefan Reuß blickt voraus: Die nächste Saison werde mit der Hoffnung angegangen, „diese mit dem gewohnten vollständigen Spielbetrieb absolvieren zu können“, wird er in einer Verbandsmitteilung zitiert.

Virtuelle Aufstiegsrunde per Quotient

Wann immer wieder Ligaspiele stattfinden können, einige Mannschaften werden dann in einer höheren Klasse antreten. Mit knapp 60 Prozent votierten die Delegierten am Samstag für die vom HFV-Vorstand präferierte Variante, nach der die Tabellen mit der Quotientenregelung (durchschnittliche Punktzahl pro absolviertem Spiel) erstellt werden. Die Meister, in manchen Klassen auch die Zweitplatzierten (je nach Festlegung), steigen direkt auf.

Die Teams, die direkt dahinter platziert sind, also auf den Plätzen, die nach einer regulären Saison zur Teilnahme an Aufstiegs- beziehungsweise Relegationsrunden berechtigt hätten, kommen in eine eigene Wertung, in der wiederum nach der Quotientenregel jeweils ein zusätzlicher Aufsteiger ermittelt wird. In die Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord beispielsweise steigt daher auch der TSV Amöneburg auf, der den besten Punkteschnitt der Zweiten der Kreisligen A Marburg, Biedenkopf und Frankenberg vorweist (die OP berichtete im Vorfeld).

Abweichende Regelung für die Jugend

Im Jugendbereich wird die Quotientenregel ebenfalls angewandt. Sollten zwei Mannschaften punktgleich an der Spitze stehen, gilt zwischen ihnen der direkte Vergleich. Sollte auch dieser ausgeglichen sein, steigen beide auf. Die Tordifferenz spielt – anders als im Frauen- und im Männerbereich – keine Rolle. Absteiger gibt es auch bei den Juniorinnen und Junioren nicht. Anders als bei den Erwachsenen werden die Pokalwettbewerbe in den Nachwuchsklassen abgebrochen.

Auch Kleinseelheim und Cappel II planen für die Kreisliga A

Neben Schlusslicht SV Bauerbach II (die OP berichtete) wollen auch der RSV Kleinseelheim und der FSV Cappel II, die mit jeweils zwölf Punkten die weiteren direkten Abstiegsplätze der nun abgebrochenen Saison in der Kreisliga A Marburg belegen, auch künftig in dieser Spielklasse aktiv sein. Es werde „zwar schwer“, sagt RSV-Sprecher Wolfgang Pfeiffer auf OP-Anfrage, „wir wollen uns der Herausforderung aber stellen.“ Ähnlich äußert sich Mario Lefebre, Sportlicher Leiter des FSV: „Wir wollen unseren jungen Spielern eine gute Möglichkeit bieten, sich zu entwickeln. Die sehen wir in der A-Liga.“ Verpflichtete Absteiger gibt es durch die am Samstag beim Verbandstag getroffenen Entscheidungen in den hessischen Spielklassen nicht, freiwillige Abstiege sind aber möglich.

Von Stefan Weisbrod

22.06.2020
21.06.2020
20.06.2020