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Lokalsport Verband verwarnt Kreisjugendwart
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13:00 21.04.2020
Bleibt Kreisjugendwart: Reiner Schrauf. Quelle: Foto: Marcello Di Cicco
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Marburg

Im Verfahren gegen Reiner Schrauf hat das Verbandsgericht des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) einen Verweis gegen Marburgs Kreisjugendfußballwart ausgesprochen. Das Urteil ist rechtskräftig. Gleichzeitig bedeutet es, dass Schrauf weiterhin das Amt des Kreisjugendwartes ausüben kann – und dies wolle er auch tun, wie er auf OP-Anfrage mitteilte.

„Ich habe der HFV-Geschäftsstelle, Justitiar Benjamin Koch, Vizepräsident Torsten Becker, Verbandsjugendwart Carsten Well und Kreisfußballwart Peter Schmidt mitgeteilt, dass ich mein Amt mit sofortiger Wirkung wieder ausübe“, sagt Schrauf. Laut Matthias Gast, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des HFV, handelt es sich bei einem Verweis „um eine Art Ermahnung, die keine Rechtsfolge nach sich zieht“.

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Schrauf war erst Ende Januar beim Kreisjugendfußballtag in Wehrda zum zweiten Mal nach 2016 im Amt des Kreisjugendwartes bestätigt worden. Seit Anfang März ließ der Ernsthäuser aber sein Amt ruhen, weil das Verfahren gegen ihn lief. Schrauf hatte dem Verband kurz nach dem Kreisjugendtag die Wahl von Solveig Freitag-Sachwitz zur Mädchenreferentin gemeldet, die allerdings nicht stattfand. Freitag-Sachwitz hatte sich zwar im Vorfeld bereit erklärt, das Amt ausüben zu wollen, konnte bei der Sitzung allerdings nicht anwesend sein (die OP berichtete). Wie aus der Urteilsbegründung hervorgeht, bat Kreisfußballwart Peter Schmidt daraufhin um die Aufnahme der Ermittlungen gegen Schrauf wegen einer Amtspflichtverletzung, da es die Wahl der Mädchenreferentin nicht gab und Schrauf eine unzutreffende Mitteilung gemacht habe.

Das Kammergericht mit der Vorsitzenden Dr. Lea Egger-stedt und den Beisitzern Hans-Dieter Angermaier und Jens Heil sah einen Verweis als ausreichend an, da sich Schrauf einsichtig gezeigt habe, einen Fehler begangen zu haben und seine – laut Schrauf – schon vor der Sitzung vorformulierte und dann versehentlich ohne Änderungen versandte, fehlerhafte Mitteilung an den Verband bedauere.

Darüber hinaus sei dem HFV „keinerlei Schaden in der Außenwirkung entstanden“, heißt es im Urteil, „da der Hessische Fußball-Verband beziehungsweise der Kreisfußballwart die fehlerhafte Information sofort bemerkte und die fehlerhafte Übermittlung daher intern geklärt werden konnte“. Zudem rechnete die Kammer Schrauf positiv an, dass hinter seiner Meldung die Absicht stand zu verhindern, „dass ein weiterer Posten unbesetzt bleibt, obwohl Frau Solveig Freitag-Sachwitz vorher ihre Bereitschaft zur Übernahme des Amtes erklärt hatte“. Bei der Wahl waren die Ämter des Jugendsprechers und Schulreferenten unbesetzt geblieben.

„Das Verbandsgericht hat festgestellt, dass der Fehler nicht so gravierend war. Es war letztlich ein Übertragungsfehler“, ist Schrauf mit dem Urteil zufrieden. Wie sich die künftige Zusammenarbeit zwischen den Gremien im Kreis Marburg gestalten wird, wollte Schrauf zunächst offen lassen: „Mit meinem Team im Kreisjugendausschuss werde ich wie gewohnt zusammenarbeiten. Alles andere wird die Zukunft bringen.“

Von Marcello Di Cicco

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