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Lokalsport Punktabzug nach Attacken auf Referee
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12:00 09.11.2019
Bauerbachs Devante Eryilmazsetzt sich an der rechten Außenlinie gegen TuBa Pohlheims Sebastian Schadeberg und Pierre Chabou durch. Quelle: Stefan Tschersich
Frankfurt

Verbandsligist FC TuBa Pohlheim verliert mindestens vier Punkte und muss insgesamt 1.300 Euro zahlen. Das Sportgericht der Verbandsligen hat den Verein und einen Offiziellen verurteilt, nachdem es im Rahmen des Heimspiels gegen den SV Bauerbach (2:3) am 27. Oktober zu verbalen Attacken und einem körperlichen Übergriff gegen den Schiedsrichter gekommen sein soll.

Das Sportgericht sah die Vorwürfe nach einer etwa fünfeinhalbstündigen Verhandlung in Frankfurt, die sich vom Dienstagabend, 5. November, bis in die Nacht zu gestern zog, weitgehend als erwiesen an, wie Jörg Wolf auf OP-Anfrage mitteilte. Der Klassenleiter war bei der Verhandlung anwesend.

Während des Spiels vor rund anderthalb Wochen hatte es zunächst mehrfach Proteste der Pohlheimer gegen Schiedsrichterentscheidungen gegeben, die zu einem Platzverweis gegen den nun verurteilten Vereinsvertreter führten. Der Offizielle soll den Referee nach dem Spiel beleidigt und einmal geschlagen haben, weitere Beleidigungen soll es durch Spieler und andere Personen aus dem Umfeld der Mannschaft gegeben haben, darunter soll eine rassistische Beleidigung eines Zuschauers gegen den Unparteiischen gewesen sein (die OP berichtete).

Vorläufiges Spielverbot wurde aufgehoben

Verantwortliche räumten die Vorwürfe während der Verhandlung nahezu vollumfänglich ein. Nach Auffassung des Gerichts erfolgte der Schlag des Funktionärs nicht vorsätzlich sondern als Affekthandlung, die Strafe – ein viermonatiges Platzverbot und eine Geldbuße von 500 Euro – wäre ansonsten wohl deutlich gravierender ausgefallen. Weitere 800 Euro muss der Verein zahlen, dabei wurden die Beleidigungen ebenso berücksichtigt wie das Nichteingreifen durch Ordner.

Der Verbandsliga-Mannschaft werden zwar zunächst sieben Punkte abgezogen, sie darf ab sofort wieder antreten: Ein vorläufiges Spielverbot wurde aufgehoben, eine zunächst abgesagte Partie bei der SG Kinzenbach wird nachgeholt. Drei der sieben abgezogenen Punkte könnte sich der FC TuBa zurückholen, sollten bis spätestens Februar 2020 durch Vereinsvertreter Anti-Gewalt-Seminare besucht werden.

Nach Angaben des Pohlheimer Anwalts ist die Anmeldung dafür bereits erfolgt. In der Tabelle der Verbandsliga Mitte belegt der Aufsteiger mit 30 Punkten aus 15 Spielen den vierten Platz mit Anschluss an die Spitze, durch den Abzug von – zunächst – sieben Zählern rutscht er ins Tabellenmittelfeld ab. Da sich die TuBa-Vertreter unmittelbar nach der Entscheidung des Sportgerichts nicht erklärten, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

von Stefan Weisbrod