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Lokalsport Not macht erfinderisch
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17:00 10.11.2020
Aktuell ruht der Trainingsbetrieb bei der Rugby Union Marburg, per Videokonferenz halten sich die Teams aber fit. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die Corona-Pandemie macht es den Vereinen erneut schwer, ihre Mitglieder am Vereinsleben teilhaben zu lassen. Die geltenden Kontaktbeschränkungen der hessischen Landesregierung sind nicht förderlich für die Aufrechterhaltung des Trainingsbetriebs.

„Im kleinen Rahmen haben wir noch gemeinsam das Six-Nations-Turnier geschaut“, sagt Matthias Bingel, Vorsitzender der Rugby Union Marburg. Nun versucht der Verein, wenigstens das Lauftraining aufrechtzuerhalten. Nach Aussage des Vorsitzenden habe der Verein als erster in Hessen seine Männer-, Frauen- und Jugendmannschaften aus dem Ligenbetrieb zurückgezogen.

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„Dafür wurden wir zwar aus den Wertungen genommen, aber wir können alles andere im Hinblick auf die Eltern und Angehörigen nicht verantworten“, begründet der Vorsitzende die Entscheidung. Aktuell trainieren die Teams zusammen über eine Videokonferenz miteinander.

RSV-Basketballer steuern Training über App

Auch die Basketballer des RSV Heskem haben einen Plan erarbeitet, der dem Team übergeben wurde. „Ich habe meiner Mannschaft einen Trainingsplan mitgegeben. Wir erhoffen uns nach den vier Wochen selbstverständlich Resultate“, sagt Trainer Manuel Grün, der auch Leiter der Basketballabteilung ist.

Gesteuert wird das gesamte Training über eine App, in der die Spielerinnen ihre erledigten Aufgaben abhaken können. „Das ist auch eine kleine Selbstkontrolle. Aber basketballerisch gibt es nichts, was aktuell zu Hause erarbeitet werden könnte“, sagt Grün.

Die Volleyballer der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg gehen sogar noch einen Schritt weiter. „Ich habe die Sportler vor dem Lockdown im Training gefilmt und ihnen das Videomaterial später mit einer Fehlerkorrektur zur Verfügung gestellt“, sagt Abteilungsleiter Thomas Geil. Außerdem suche der Verein noch nach geeignetem Trainings-Videomaterial, damit die Sportler ihren Körper kräftigen und ihre Ausdauer stärken können.

Videokonferenzen, um Teams mit Infos zu versorgen

„Mehr können wir aktuell nicht tun. Und ich rechne auch nicht damit, dass wir in vier Wochen den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen können. Bis dahin machen wir regelmäßige Videokonferenzen, um die Mannschaften mit neuen Informationen zu versorgen und um in Kontakt zu bleiben“, merkt Geil an.

Leichtathletin Julia Sturm hat den Vorteil – im Gegensatz zu den Mannschaftssportarten –, dass die 18-Jährige einen Einzelsport betreibt. „Ich treffe mich aktuell immer einmal wöchentlich mit meinem Trainer, und wir besprechen meinen Trainingsplan“, erzählt Sturm.

Ansonsten geht die Dreispringerin im Wald joggen. „Dort mache ich auch meine Sprünge. Ich suche mir einen Weg, auf dem wenige Löcher sind und hoffe einfach, dass mein Sprunggelenk das aushält. Bisher klappt das ganz gut“, beschreibt Sturm ihr Trainingsprogramm.

Von Leonie Rink