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Lokalsport Bauerbach-Trainer Lapp bleibt optimistisch
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15:00 21.04.2022
Einer von einigen Ausfällen im Bauerbacher Team: Milos Milosevic (im roten Trikot, hier im Spiel gegen den TSV Steinbach II Anfang März) musste zuletzt aufgrund von Kniebeschwerden aussetzen.
Einer von einigen Ausfällen im Bauerbacher Team: Milos Milosevic (im roten Trikot, hier im Spiel gegen den TSV Steinbach II Anfang März) musste zuletzt aufgrund von Kniebeschwerden aussetzen. Quelle: Thorsten Richter
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Bauerbach

Auch an Ostermontag hat es nicht geklappt mit dem ersten Pflichtspielsieg des SV Bauerbach in diesem Kalenderjahr – diesmal aber nicht aus sportlichen Gründen: Das Derby gegen die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg war kurzfristig abgesagt worden, weil am Spieltag ein Bauerbacher Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Es war längst nicht der erste.

„Seit Wochen“, berichtet Hendrik Lapp, „haben wir immer wieder neue Corona-Fälle.“ Anders als bei anderen Vereinen, bei denen es „auf einen Schlag“, wie es der Bauerbacher Coach formuliert, einen großen Teil der Mannschaft „erwischte“, gibt es beim Marburger Stadtteilverein immer wieder einzelne Fälle. „Teilweise waren es drei oder vier zugleich, Spiele werden aber eben nur verlegt, wenn zugleich mindestens fünf Spieler betroffen sind oder es am Spieltag selbst einen positiven Test gibt“, weiß Lapp. „Bei anderen Vereinen hat dann alles zwei Wochen geruht und danach waren alle wieder dabei.“

Mit 22 Punkten auf Platz 15

In Bauerbach hingegen sorgten immer wieder neue Fälle für eine permanente Schwächung, zumal auch Spieler aufgrund „normaler Verletzungen“ passen mussten und teilweise weiterhin fehlen. Milos Milosevic hat etwa mit Knieproblemen zu kämpfen, McCain Nkrumah wurde an der Hüfte operiert und „Gui“ da Silva musste sich einer Magenoperation unterziehen. „Da ist viel zusammengekommen“, sagt Lapp, der regelmäßig improvisieren muss: „In Cleeberg hatten wir keinen einzigen Stürmer mehr im Kader, in manchen Spielen musste ich Sechser als Außenverteidiger aufbieten“, berichtet der 30-Jährige. Zuletzt sei „leider nicht daran zu denken“ gewesen, dass sich ein Team einspielt.

Aus dem Kreispokal hat sich der SVB durch eine 0:2-Niederlage beim VfB Marburg verabschiedet, schwerer wiegen die Ergebnisse in der Verbandsliga Mitte: Bei Schlusslicht FC Gießen II gab es an Gründonnerstag eine 2:3-Niederlage, zuvor beim direkten Konkurrenten Germania Schwanheim (0:5) und bei TuBa Pohlheim (2:8) deftige Klatschen. Die Partien beim FC Cleeberg (2:2) und gegen den RSV Weyer (3:3) endeten mit zumindest je einem Punktgewinn, die gute Leistung im ersten Pflichtspiel des Jahres 2022 gegen Tabellenführer TSV Steinbach II nutzte letztlich nichts (1:2) – macht satte 23 Gegentreffer in sechs Spielen. Nach der Hinrunde noch Zwölfter mit 20 Zählern, rangiert die bislang schwächste Mannschaft der Rückserie mit nun 22 Punkten auf Platz 15, der nach aktuellem Stand am Ende der Saison nicht für den Klassenerhalt reichen würde.

Zahl der Verbandsliga-Absteiger hängt von Hessenligist Zeilsheim ab

Eine Richtzahl von 17 Teams ist für die nächste Saison der Verbandsliga Mitte festgesetzt, maximal sind in der laufenden Spielzeit fünf Absteiger vorgesehen. So viele werden es jedoch nicht werden. Nach aktuellem Stand müssten vier Mannschaften die Klasse „nach unten“ verlassen. Die Rechnung geht so: 18 Teams sind derzeit in dieser Verbandsliga-Staffel aktiv. Aus den Gruppenligen kommen drei Aufsteiger: zwei aus der Region Gießen/Marburg, einer aus der Region Wiesbaden. Der Verbandsliga-Meister – wahrscheinlich der TSV Steinbach II – steigt in die Hessenliga auf. 18 plus drei minus eins ergibt 20, was drei Absteiger bedeuten würde. In der Hessenliga-Abstiegsrunde spielt mit dem SV Zeilsheim nur ein „Mitte“-Verein, der Frankfurter Stadtteil-Verein würde nach aktuellem Stand den Klassenerhalt verpassen. Wahrscheinlich ist somit, dass es am Saisonende vier Verbandsliga-Absteiger geben wird.

Nun ist die Saison aber eben noch nicht zu Ende, stehen für die Bauerbacher noch elf Partien auf dem Programm, sechs davon auf eigenem Platz – Chancen, Punkte einzufahren, gibt es also noch einige, die nächste bereits am Sonntag in einem Heimspiel gegen Eltville, ehe nur drei Tage später der FV Biebrich zu Gast ist und wiederum drei Tage danach das Derby beim VfB Marburg auf dem Programm steht. Die Lage sei „natürlich ernst“, sagt Lapp, er blickt dennoch „auf jeden Fall optimistisch“ nach vorn.

Zuversichtlich stimmt ihn, dass sich die Personalsituation bereits entspannt habe und absehbar weiter entspannen werde, er dadurch wieder mit mehr personellen Optionen planen kann. So hat etwa Defensivspieler Julian Schratz nach langer Zwangspause in Gießen erstmals wieder einen Kurzzeiteinsatz gehabt. Auch in Sachen Corona rechnet Lapp künftig mit weniger oder keinen Ausfällen: „Die meisten Spieler haben jetzt ihre Infektion hinter sich.“

Von Stefan Weisbrod