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Lokalsport Prenzer gibt sich ambitioniert nach Rückkehr
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14:56 17.10.2020
Setzt bei der FSG Südkreis auf eine Mischung aus arrivierten und jungen Spielern: Trainer Horst Prenzer. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Zurückkehren – dies kennt Horst Prenzer aus seiner Trainerlaufbahn nur zu gut, obwohl er erst vier Clubs in seinen 37 Jahren coachte.

Bereits 1999 kehrte der heute 61-Jährige zu seinem Heimatverein TSV Michelbach zurück, bei dem er 1984 seine Trainerlaufbahn begonnen hatte (siehe Infokasten). In diesem Sommer zog es ihn zurück zur FSG Südkreis, bei der er schon von 2006 bis 2015 das Zepter in der Hand gehalten hatte.

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Zweimal über die Relegation und einmal auf direktem Wege stieg er mit dem Verein aus den Weimarer Ortsteilen Argen­stein, Niederwalgern, Roth und Wenkbach auf, innerhalb der ersten drei Jahre von der Kreisliga A in die Gruppenliga Gießen /Marburg.

Ein ähnliches Kunststück gelang dem B-Lizenz-Inhaber zuletzt mit der SG Lahnfels, mit der er binnen vier Jahren den Sprung von der A-Liga in die Gruppenliga schaffte. Beide Teams trainierte Prenzer in der dritthöchsten hessischen Spielklasse unter schwierigen Bedingungen.

Positiver Rückblick

Sowohl bei der FSG als auch bei der SG fielen in den jeweiligen Gruppenliga-Jahren unter Prenzer wichtige Spieler aus. „Beide Gruppenliga-Spielzeiten waren zwar eher frustrierend. Ich bin aber sicher, dass beide Male der sportliche Klassenerhalt realistisch gewesen wäre, wenn wir alle Spieler zur Verfügung gehabt hätten.“ Lahnfels schaffte zuletzt als abgeschlagener Tabellenletzter aufgrund des Corona-bedingten Saisonabbruchs den Klassenerhalt.

„In dieser Liga geht es los, dass Vereine finanzielle Aspekte in Erwägung ziehen müssen, um es zu schaffen. Wenn keine Gelder da sind, sind gewisse Grenzen gesetzt“, meint Prenzer und blickt „absolut positiv“ auf die Zeit bei der SG Lahnfels zurück. „Zum einen wegen der zwei Aufstiege, und zum anderen, weil ich dort viele neue Freundschaften geschlossen habe.“ Nach fünf Jahren sei es „dann aber einfach an der Zeit gewesen, einen Schlussstrich zu ziehen“, sagt der 61-Jährige.

Ungeschlagen auf Platz zwei

Als für ihn überraschend der bisherige FSG-Coach Steffen Rechner beim VfB Marburg anheuerte, fiel die Wahl beim A-Kreisligisten auf einen von Rechners Vorgängern. „Die Kontakte zum Verein sind über die vergangenen Jahre nie abgebrochen“, verrät Prenzer. „Als klar war, dass die Struktur der Mannschaft erhalten bleibt, dass junge, ehrgeizige Spieler dabei sind und weil ich das Umfeld und die Strukturen des Vereins kenne, habe ich zugesagt.“ In Jan Bender, Niklas Müller und Prenzers Sohn Marc folgten drei Spieler dem Coach vom Nord- in den Südkreis.

Derzeit läuft es bei der FSG Südkreis gut. Als einzige Mannschaft der Klasse ist sie noch ungeschlagen und rangiert auf Platz zwei. Prenzer will nicht verhehlen, dass die FSG als einer der großen Favoriten auf die Meisterschaft durchaus Ambitionen nach „oben“ hat.

„Die Mannschaft ist weitgehend zusammengeblieben, sie wurde gut verstärkt und war vergangene Runde Tabellenfünfter. Angesichts dieser Konstellation ist es das realistische Ziel, um den Aufstieg mitzuspielen“, sagt der Übungsleiter, der einzig mit den beiden vergangenen Heimauftritten seiner Elf gegen den SV Schönstadt (0:0) und TSV Caldern (2:2) nicht zufrieden war.

Nur 4 Vereine in 37 Jahren

Die Trainerlaufbahn von Horst Prenzer ist von Konstanz gekennzeichnet. Der 61-jährige Gymnasiallehrer begann 1984 als Spielertrainer bei seinem Heimatverein TSV Michelbach. Von 1994 bis 1999 trainierte der gebürtige Michelbacher, der heute in Marburg lebt, den FSV Cappel.

1999 kehrte der Sport- und Französischlehrer nach Michelbach zurück und feierte mit dem TSV mit dem Aufstieg von der damaligen Bezirksoberliga in die Landesliga seinen größten sportlichen Erfolg. „Das war eine tolle Zeit“, sagt Prenzer, der sich im Januar 2006 der FSG Südkreis anschloss und mit dem Verein bis in die Gruppenliga aufstieg.

Dies schaffte er ebenso mit der SG Lahnfels, zu der er 2015 von der FSG wechselte und bis zum Sommer dieses Jahres blieb, ehe es ihn zurück zu Südkreis zog. „Ich denke, dass 4 Trainerstationen in 37 Jahren für eine gewisse Beständigkeit sprechen“, sagt Prenzer.

Von Marcello Di Cicco