Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Niko Gehrmann will seine Ziele mit dem VfB Wetter erreichen
Niko Gehrmann will seine Ziele mit dem VfB Wetter erreichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 08.01.2022
Den Ball im Blick: Torjäger Niko Gehrmann.
Den Ball im Blick: Torjäger Niko Gehrmann. Quelle: Foto: Stefan Weisbrod
Anzeige
Wetter

Im letzten Spiel vor Beginn der Winterpause hat er es noch einmal so richtig krachen lassen. Mit 6:1 gewann der VfB Wetter bei der SG Eschenburg. Kurz vor Ende der ersten Hälfte erzielte Niko Gehrmann den Treffer zum 3:1, nach dem Seitenwechsel legte er dann einen lupenreinen Hattrick nach. Es waren seine Saisontore 13 bis 16. Er freue sich, wenn er mit seinen Treffern „der Mannschaft helfen kann“, sagt er, stellt das Team über sich, macht aber auch keinen Hehl daraus: „Ich bin stolz auf meine Tore“ – und darauf, in einer Statistik ganz oben zu stehen: Der 21-Jährige ist in der Hinrunde nicht nur erfolgreichster Schütze seines Vereins gewesen, sondern führt aktuell die Torjägerliste der Fußball-Gruppenliga Gießen/Marburg an.

Kopfbälle sind dabei nicht so sehr seins, auch Fernschüsse versucht er selten. Meist trifft er aus kürzerer Distanz, oft im direkten Duell gegen den Torwart. Seine Beidfüßigkeit, seine Schnelligkeit und seine technischen Fähigkeiten helfen ihm. Clemens Drescher bescheinigt dem Youngster eine „super Entwicklung“.

Drescher, der zusammen mit Steffen Schäfer das Trainerduo bei den Wetteranern bildet, kennt Gehrmann bereits seit dessen D-Jugend-Zeit, war schon im Nachwuchsbereich sein Coach. Ihn überrascht nicht, wozu sein Schützling fähig ist, wohl aber, wie schnell er im Erwachsenenbereich nicht nur Fuß gefasst hat: „Er hat bei den Senioren keine Anlaufzeit gebraucht. Er ist durchgestartet.“ Bereits in seinem zweiten A-Jugend-Jahr kam er regelmäßig in der ersten Mannschaft zum Einsatz, da aber noch meist als Verteidiger. In der folgenden Saison gelangen ihm bereits acht Treffer, in der abgebrochenen Spielzeit 2020/2021 erzielte er im Schnitt bereits ein Tor pro Partie. Aktuell sind es 16 nach 17 Einsätzen in der dritthöchsten hessischen Spielklasse.

Verbandsliga ist sein Ziel

Die würde Gehrmann gern verlassen. Die Verbandsliga ist sein Ziel – aber nicht mit irgendeinem Team. Der Goßfeldener, der bereits seit zwölf Jahren in Wetter spielt, will sie mit dem VfB, mit seinen Freunden gemeinsam erreichen. Mit Noah Drescher und Marcel Nehls hatte er bereits in der Jugend erfolgreich zusammen gespielt, unter anderem die Meisterschaft in der A-Junioren-Gruppenliga gefeiert, aber auch mit den anderen Spielern verstehe er sich sehr gut: „Das passt einfach super.“ Der Sportpark Binge sei für ihn „wie ein zweites Wohnzimmer“ – und aus dem will er nicht weg: Derzeit ist es für ihn „kein Thema“, zu einem anderen Verein zu gehen. „Darüber denke ich absolut nicht nach“, antwortet er auf die entsprechende Frage.

In dieser Saison scheint der Zug Richtung Verbandsliga für den VfB abgefahren. „Wir wollen in der Rückrunde alles versuchen“, sagt Gehrmann zwar, ihm ist aber auch bewusst: Der Abstand des Tabellenfünften auf die Topteams FC Burgsolms und VfL Biedenkopf ist mit 18 beziehungsweise 14 Punkten sehr groß, da müsste schon eine Menge zusammenkommen. „Leider hatten wir im Herbst einige unnötige Punktverluste“, ärgert sich der Goalgetter in der Rückschau – um dann weiter in die Zukunft zu blicken: „Wenn es nicht reicht, nehmen wir einen neuen Anlauf.“ Das Potenzial zum Aufstieg sei „auf jeden Fall“ da.

Der Online-Kaufmann will dazu beitragen – möglichst mit vielen Toren. Am liebsten spielt er im Sturm oder als „Zehner“. Hin und wieder wird er „Opfer seiner Vielseitigkeit“, wie es Drescher formuliert, lobt seinen Spieler: „Er macht es ohne Murren mit, wenn er andere Positionen spielen soll.“ Auch im Gespräch mit der OP betont Gehrmann, „überhaupt keine Probleme“ damit zu haben, auf den Flügel auszuweichen oder defensivere Aufgaben zu übernehmen: „Wo mich die Trainer aufstellen, spiele ich und versuche, meine Sache so gut wie möglich zu machen.“

Von Stefan Weisbrod