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Titelverteidiger Louis Weßels siegt nach großem Kampf
Titelverteidiger Louis Weßels siegt nach großem Kampf
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21:00 08.07.2021
Biss auf die Zähne – und setzte sich letztlich gegen den Bulgaren Alexander Donski durch: Louis Weßels.
Biss auf die Zähne – und setzte sich letztlich gegen den Bulgaren Alexander Donski durch: Louis Weßels. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

„Ich glaube“, sagte Louis Weßels wenige Minuten nach dem gestrigen Match im Plausch mit dem früheren Turnierdirektor Peter Zimmermann, „das war mein Finale.“ Wiederum ein paar Minuten später klang er da im Gespräch mit der OP ein bisschen anders: Sein Ziel sei es „natürlich“, weiterzuspielen. Er werde „auf jeden Fall alles dafür geben“, sagte der 22-Jährige, der die Marburg Open vor zwei Jahren gewonnen hatte und in die aktuelle Auflage – nach der Corona-bedingten Absage im Vorjahr – als Titelverteidiger gegangen ist.

Drei Stunden und 34 Minuten – Behandlungspause inbegriffen – dauerte sein Achtelfinal-Duell mit dem Bulgaren Alexander Donski insgesamt. „Der Sieg tut mir gut. Ich bin froh, wie es gekommen ist. Aber es hätte auch schon eher vorbei sein dürfen“, sagte er, spielte damit auf seinen ersten Matchball rund zwei Stunden zuvor an: Bei 5:4-Führung im zweiten Satz, Aufschlagspiel Donski und Vorteil Weßels, sprang der Ball bei einem Schlag des Bulgaren von der Netzkante ins Feld des Deutschen – Pech in diesem Moment für Weßels, Glück für seinen Gegner, der zum 5:5 ausglich, später den Tiebreak mit 7:5 für sich entschied.

Seit vergangener Woche plagt sich Weßels mit muskulären Problemen herum, berichtete er: „Die erste Diagnose war ein Muskelfaserriss im Gesäß. Jetzt ist aber eher der Adduktorenbereich betroffen.“ Er wisse selbst „nicht wirklich, was da nicht stimmt“. In jedem Fall bereitete es ihm gestern Schmerzen – ans Aufgeben dachte er aber auch nach dem verlorenen zweiten Durchgang (den ersten Satz hatte er durch ein spätes Break mit 6:4 für sich entschieden) nicht. Auf ein Break zum 2:1 antwortete Donski noch mit einem Re-Break, Weßels nahm seinem Gegner aber direkt wieder ein Aufschlagspiel ab. Diesen Vorsprung brachte der 470. der ATP-Weltrangliste letztlich ins Ziel, er wehrte dabei mehrere Break-Chancen ab.

Viertelfinal-Gegner des Titelverteidigers ist Henri Squire. Der profitierte gestern von der Aufgabe seines belgischen Kontrahenten Arnaud Bovy. Auch Qualifikant Milan Welte ist nach einem glatten Zwei-Satz-Sieg über Neo Niedner noch dabei.

Max Wiskandt musste aufgeben

Für Max Wiskandt war hingegen in der zweiten Runde Schluss. Der 19-Jährige, mit einer Wildcard des Deutschen Tennis-Bunds ins Rennen gegangen und von Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann betreut, musste aufgrund von muskulären Problemen beim Stand von 2:6, 2:3 gegen den Serben Marko Tepavac aufgeben. Auch Marvin Netuschil ist raus. Nachdem er am Vortag noch Gewinner eines Marathon-Matches war, verlor er gestern eine weitgehend offene Begegnung gegen Jonathan Mridha aus Schweden mit 4:6, 6:7, ließ dabei vor allem im zweiten Satz einige Möglichkeiten liegen. „Dreimal bleibt der Ball an der Netzkante hängen, bei meinem Gegner springt er rein. So ist das eben im Tennis“, nahm es der 29-Jährige sportlich.

In der Doppelkonkurrenz sollen heute bereits die Halbfinals ausgetragen werden. Zunächst aber müssen zwei Viertelfinal-Matches abgeschlossen werden: Eines wurde gestern Abend unterbrochen, als es stark zu regnen begann, ein anderes erst gar nicht begonnen.

Ergebnisse und Ansetzungen

Am Donnerstag haben gespielt

Einzel, Achtelfinale: Milan Welte (Deutschland) – Neo Niedner (Deutschland) 6:2, 6:1; Marko Tepavac (Serbien) – Max Wiskandt (Deutschland) 6:2, 3:2 Aufgabe Wiskandt; Ryan Nijboer (Niederlande) – Tim Handel (Deutschland) 6:3, 6:4; Louis Weßels (Deutschland) – Alexander Donski (Bulgarien) 6:4, 6:7 (5:7), 6:4; Jonathan Mridha (Schweden) – Marvin Netuschil (Deutschland) 6:4, 7:6 (7:5); Nick Hardt (Dominikanische Republik) – Aleksandre Metrevell (Georgien) 6:3, 4:6, 6:0; Alvaro Lopez San Martin (Spanien) – Sidane Pontjodikromo (Niederlande) 2:6, 6:3, 6:3; Henri Squire (Deutschland) – Arnaud Bovy (Belgien) 5:3 Aufgabe Bovy.

Doppel, Viertelfinale: Tim Handel (Deutschland)/Yannik Steinegger (Schweiz) – Niklas Schell/Constantin Schmitz (beide Deutschland) 6:2, 6:2; Karlo Cubelic/Paul Wörner (beide Deutschland) – Alejandro Gonzalez (Kolumbien)/Ryan Nijboer (Niederlande) 6:2, 6:3.

Am Freitag spielen

Einzel, Viertelfinale: Hardt – Mridha (11 Uhr); Lopez San Martin – Tepavac (11 Uhr); Nijboer – Welte (14 Uhr); Squire – Wessels (16.30 Uhr).

Doppel, Viertelfinale: Aleksandre Metreveli (Georgien)/Marko Tepavac (Serbien) – Daniel De Jonge/Guy Den Ouden (beide Niederlande) Fortsetzung bei 1:6, 1:2 (13 Uhr); Alexander Donski (Bulgarien)/Jonathan Mridha (Schweden) – Maik Steiner/Patrick Zahraj (beide Deutschland) (13.30 Uhr); Halbfinale: Cubelic/Wörner – Handel/Steinegger (15 Uhr), Gewinner der noch offenen Viertelfinalspiele (17 Uhr).

Alle Zeiten geben jeweils den frühstmöglichen Spielbeginn an. Kurzfristige Veränderungen sind möglich.

Von Stefan Weisbrod