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Timo Çeçen will wieder Spaß am Sport haben
Timo Çeçen will wieder Spaß am Sport haben
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12:58 20.07.2021
Timo Çeçen (links) im Trikot des FC Gießen (gegen Jannik Sommer vom FC Homburg). Der 27-Jährige spielt künftig bei Eintracht Stadtallendorf.
Timo Çeçen (links) im Trikot des FC Gießen (gegen Jannik Sommer vom FC Homburg). Der 27-Jährige spielt künftig bei Eintracht Stadtallendorf. Quelle: Foto: imago
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Stadtallendorf

Viele Jahre stand für Timo Çeçen der Sport über allem. Das ist nicht mehr so. Fußball auf hohem Niveau will er aber auch mit 27 Jahren noch spielen – und zwar erfolgreich. Mit dem TSV Eintracht Stadtallendorf, ist er überzeugt, kann er in der Hessenliga die vorderen Plätze anpeilen. „Wir brauchen uns vor keinem zu verstecken“, ist der frühere Profifußballer überzeugt.

Vor mehr als zwölf Jahren, als 14-Jähriger, zog Çeçen aus – mit dem klaren Ziel, Fußball auf hohem Niveau zu spielen, davon zu leben. Vor gut einem Jahr – nach insgesamt sechs Jahren beim VfB Stuttgart, weiteren Stationen in Chemnitz, im saarländischen Homburg, im Gießener Vorort Watzenborn-Steinberg, dann in der Kernstadt – fasste er den Entschluss, seine Prioritäten anders zu setzen. „Man wird ja auch nicht jünger“, sagt der 27-Jährige, der aktuell eine Umschulung zum Steuerfachangestellten absolviert.

Auch wenn er es nicht ganz nach oben geschafft hat, im Rückblick auf seine Profikarriere spricht er dennoch von einer „super Zeit“. Ein Spiel, sein allererstes für die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart in der 3. Liga, ist ihm dabei in besonderer Erinnerung geblieben, genauer gesagt die Atmosphäre: „Wir haben gegen den Karlsruher SC gespielt, ich glaube vor 22 000 Zuschauern.“ Für den damals 18-Jährigen war das „schon beeindruckend“.

Schon vor vier Jahren, mit seinem Wechsel zu damaligen Hessenligisten Teutonia Watzenborn-Steinberg, ist der aus Lohra stammende Çeçen zurück in seinen Heimatkreis gezogen. Mit seiner Freundin lebt er im Stadtallendorfer Stadtteil Hatzbach – rund eine Autostunde von Friedberg entfernt. Dort, bei Türk Gücü, hatte er 2020 für zwei Jahre unterschrieben. Nun ist er froh, dass sich der TSV Eintracht für ihn interessiert hat, dass sein Vertrag in der Wetterau aufgelöst wurde. „Jetzt brauche ich zum Training nur zehn Minuten. Besser geht es kaum.“

Bislang standen nur lockere Einheiten auf dem Programm. Am Wochenende beginnt die intensive Vorbereitung auf die neue Hessenliga-Spielzeit – Çeçen freut sich drauf, noch mehr auf den Saisonstart Ende August, sein erstes Pflichtspiel nach dann fast einem Jahr. Im bislang letzten, zugleich seinem ersten Liga-Einsatz für Friedberg, zog er sich einen Meniskusriss zu, ließ sich operieren, auch am Kreuzband, das vor rund zehn Jahren schon einmal für eine längere Ausfallzeit gesorgt hatte. „Ich habe in der Reha viel gearbeitet. Ich fühle mich gut“, sagt der Mittelfeldspieler.

Einige Teamkameraden wie Christopher Schadeberg, mit dem er in Gießen gespielt hatte, oder Damijan Heuser und Matthias Pape, mit denen er befreundet ist, kennt Çeçen bereits seit einigen Jahren, die anderen „als Fußballer“ auch, ebenso Trainer Dragan Sicaja. Dem will er sich anbieten, auf dem Platz eine Führungsrolle einnehmen: „Ich habe schon einiges erlebt. Ich denke, dass ich den jungen Spielern, dass ich der ganzen Mannschaft mit meiner Erfahrung helfen kann.“ Sein Anspruch ist es, „alles so gut zu machen wie möglich“. Ganz wichtig ist ihm dabei aber auch, Freude am Sport zu haben: „Der Spaß ist ganz wichtig. Wenn du das, was du machst, nicht gern machst, hast du schon verloren.“

Von Stefan Weisbrod